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Nach dem Nein an der Urne: Verein Textilmuseum kauft Liegenschaft im Sorntal

Zum 25-Jahr-Jubiläum des Niederbürer Textilmuseums hat sich der gleichnamige Verein gleich selbst beschenkt: Er hat die Liegenschaft im Sorntal gekauft.
Andrea Häusler
Am Freitag waren die Türen des Niederbürer Textilmuseums für geladene Gäste offen. Heute Samstag ist die Öffentlichkeit geladen. (Bilder: Andrea Häusler)

Am Freitag waren die Türen des Niederbürer Textilmuseums für geladene Gäste offen. Heute Samstag ist die Öffentlichkeit geladen. (Bilder: Andrea Häusler)

Richard Holenstein strahlt. Aufregung und Vorfreude stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Dann lässt er, der Präsident des Vereins Textilmuseum Sorntal, – flüsternd hinter vorgehaltener Hand – die Bombe platzen: «Die Liegenschaft gehört jetzt dem Verein.» Später, zwischen Hauptgang und Dessert im Festzelt, lässt er auch die Mitglieder und geladenen Gäste am wohl schönsten Geschenk teilhaben, das sich der Verein zum 25-jährigen Bestehen des Museums machen konnte. 430000 Franken betrug der Kaufpreis, welchen die Besitzerfamilie Georgii für das Objekt verlangte.

Darlehen für offenen Rechnungsbetrag

Nach dem Nein der Niederbürer Stimmberechtigten zum Kauf des «Museums von nationaler Bedeutung» in der Referendumsabstimmung vom Herbst 2018 hatte der Verein mit der Grundeigentümerschaft einen Kaufvertrag abgeschlossen mit dem Vorbehalt, dass die Kaufsumme bis spätestens Ende 2019 zu überweisen ist. Museumsinventar gehört nun dem Verein Beiträge der Gemeinde und Bürgerkorporation Niederbüren, des kantonalen Amts für Kultur, Stiftungen, Vereinsmitgliedern und Gönnern hätten die Basis zum Erwerb gelegt, sagte Holenstein. Für den offenen Restbetrag sei ein Darlehen aufgenommen worden.

In Gespräch: Bärbel Lutz, Ehepartnerin von Museumskurator Gottlob Lutz und Michael Georgii, bisheriger Besitzer der Museumsgebäudes im Sorntal.

In Gespräch: Bärbel Lutz, Ehepartnerin von Museumskurator Gottlob Lutz und Michael Georgii, bisheriger Besitzer der Museumsgebäudes im Sorntal.

«Wir wollten damit, zum Jubiläum, ein Zeichen für die Zukunft setzen.» Mit der Eigentumsübertragung gingen auch sämtliche Museumsgüter aus dem Besitz des Gründers und Kurators Gottlob Lutz sowie der Familie Georgii (Zetag AG) an der Verein über.

Frische Farbe und eine Cafeteria

Obwohl der Fokus des Vereins im ersten Jahr seines Bestehens auf der Beschaffung der finanziellen Mittel für den Liegenschaftserwerb gelegen hatte, wurden bereits einige werterhaltende und -vermehrende «Investitionen» getätigt. Unter anderem wurden die Fenster und Läden mit Farbe aufgepeppt, der Sandsteinsockel gereinigt und ein bisher ungenutzter Anbau in eine (künftige) Cafeteria umgebaut.

Ebenfalls unter den Gästen: Die künftige Gemeindepräsidentin von Niederbüren, Caroline Bartholet (ganz links) und der Kurator des Flawiler Ortsmuseums, Urs Schärli (rechts).

Ebenfalls unter den Gästen: Die künftige Gemeindepräsidentin von Niederbüren, Caroline Bartholet (ganz links) und der Kurator des Flawiler Ortsmuseums, Urs Schärli (rechts).

«Jetzt liegt die Priorität auf dem Wissenstransfer», sagte Richard Holenstein. Das bedeutet, dass sämtliche Museumsgüter inventarisiert werden müssen. Ausserdem sollen neue Führerinnen und Führer ausgebildet sowie die eine oder andere Marketingidee aufgegleist werden. Hinzu komme, dass der Verein möglichst schnell schuldenfrei sein wolle, betonte Holenstein. «Spenden sind also weiterhin willkommen.»

Perle der Textilgeschichte

Ein Hackbrettspieler, die Niederbürer Töpferin Brigitte Werz, die Keramiken mit textilen Mustern gestaltet und den Verkaufserlös in die Vereinskasse legt sowie Erinnerungen an die Ursprünge des Museums bildeten den Rahmen der freitäglichen Festivitäten. Dabei liess es sich auch Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein nicht nehmen, die Bemühungen des Vereins zu verdanken. «Der Fortbestand dieser Perle der Textilgeschichte von Sorntal, dieses Leuchtturms für das textile Schaffen in der ganzen Schweiz ist euer Verdienst», sagte er.

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