Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Niederbürer sammeln Unterschriften gegen Museumskauf

Das Textilmuseum in Sorntal ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Nun hat die Gemeinde die Möglichkeit, das Gebäude zu kaufen und die Sammlung zu übernehmen. Dagegen regt sich jedoch Widerstand.
Andrea Häusler
Das Textilmuseum ist in einem ehemaligen Spinnereigebäude an der Strasse von Niederbüren nach Bischofszell domiziliert. (Bild: Andrea Häusler)

Das Textilmuseum ist in einem ehemaligen Spinnereigebäude an der Strasse von Niederbüren nach Bischofszell domiziliert. (Bild: Andrea Häusler)

Das Textilmuseum in einem ehemaligen Textilfabrikgebäude aus dem Jahr 1850 ist eine «Erlebnisstätte textilen Entstehens», die Einblick in die Arbeitswelt von einst und heute gewährt. Die Ausstellung zeigt auf einer Fläche von rund 900 Quadratmetern betriebsbereite Textilmaschinen aus der Frühzeit der Industrialisierung bis in die neuere Zeit sowie hölzerne Geräte aus der Heimindustrie wie Stoffmusterbücher, Fach- und Geschäftsbücher, Spulräder, Spinnräder, Garnhaspel, Flachsbearbeitungsgeräte, Handwebstühle und Jacquardwebstuhl.

Alle Maschinen befinden sich in betriebsbereitem Zustand. Als geradezu einmalig gilt die Sammlung von rund 2,5 Millionen Stoffmustern aus Stickerei, Weberei, Stoffdruckerei, Flechterei, Strickerei und Wirkerei, Strohindustrie und anderen Fachgebieten. Die Sammlung ist das Lebenswerk des ehemaligen Zetag-Direktors Gottlob Lutz.

Liegenschaftskauf für 430000 Franken

Besitzerin des Museums ist die Firma Georgii aus Sindelfingen in Deutschland. Diese ermöglicht der Gemeinde Niederbüren aufgrund des bevorstehenden Generationenwechsels den Kauf des Objekts inklusive 3952 Quadratmeter Land für 430000 Franken. Die amtliche Schätzung vom November 2015 bestätigt, laut Gemeinderat, einen Gebäudezeitwert von 874000 Franken und einen Sachwert von 1093000 Franken. Der Marktwert bzw. Verkehrswert liegt der zweckbestimmten Liegenschaftsnutzung wegen bei 430000 Franken.

Das Museumsgut kann ausserhalb des Immobilien-Kaufvertrags nach der Übertragung der Liegenschaft an die Gemeinde kostenlos übernommen werden. Der Gemeinderat hat den Liegenschaftskauf im Rahmen seiner Finanzkompetenz beschlossen und den Entscheid am 4. Juni dem fakultativen Referendum unterstellt.

Für Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein ist die Kaufmöglichkeit eine Chance. Mit dem Immobilienerwerb könne die Zukunft eines Museums gesichert werden, dessen Bedeutung weit über Niederbüren und die Ostschweiz hinaus reiche, sagt er auf Anfrage. Die Frage, ob es eine Aufgabe der öffentlichen Hand ist, ein Museum zu erwerben, lässt er offen, verweist stattdessen auf deren Verantwortung, sich für den Erhalt wertvollen Kulturguts einzusetzen. «Das Museumsgut ist nicht einfach ein Sammelsurium von alten Geräten und Maschinen, sondern eine Sammlung, die gemäss dem schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung ist», betont er.

Unterschriftensammlung für Referendum

Der Betrieb soll einem Verein oder einer Organisation überlassen werden, mit der Auflage, für den Unterhalt selber aufzukommen. Wobei eine Lösung spätestens innert fünf Jahren aufzubauen wäre. Ob über Mietzinseinnahmen auch der laufende Liegenschaftenunterhalt refinanziert werden kann, hängt davon ab, wie erfolgreich eine künftige Betriebsorganisation das «Textilmuseum Niederbüren» führen kann. Aufgrund einer groben Schätzung ist mit jährlichen Liegenschaftskosten von rund 11000 Franken zu rechnen.

Gegen den Liegenschaftskauf regt sich nun aber Opposition. Niklaus Hollenstein bestätigt, dass in der Gemeinde mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen wurde. Voraussetzung für das zu Stande kommen des Referendums sind 100 gültige Unterschriften, die bis zum 3. Juli eingereicht sind. Dies hätte zur Folge, dass die Stimmbürgerschaft an der Urne über den Immobilienkauf entscheidet.

Und was hätte ein möglicherweise ablehnender Entscheid für Folgen? «Der Kaufvertrag könnte unsererseits nicht erfüllt werden», macht Niklaus Hollenstein klar. «Und, kommt der Verkauf nicht zu Stande, sind die Besitzer in der Verwertung ihrer Liegenschaft wieder frei.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.