NIEDERBÜREN/HENAU: Brennen ist ein Schweizer Kulturgut

Am nationalen Brennertag vom 11. November öffnen 45 Brennereien ihre Tore. In der Region sind dies die Säntis Destillerie und die Mosterei Fraefel.

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Bruno Eschmann von der Säntis Destillerie in Niederbüren zeigt den Besuchern von 10 bis 16 Uhr, wie er Whisky brennt. (Bild: Urs Bänziger)

Bruno Eschmann von der Säntis Destillerie in Niederbüren zeigt den Besuchern von 10 bis 16 Uhr, wie er Whisky brennt. (Bild: Urs Bänziger)

Am nationalen Brennertag vom nächsten Samstag trifft man auf Hochprozentiges. 45 Brennereibetriebe in der ganzen Schweiz lassen das Publikum in ihre Brennkessel schauen. Gezeigt werden die edelsten Schweizer Brände und kulinarische Köstlichkeiten. Ob Treberwürste, Chriesidrink-Kreationen, Whiskyschüblig oder Schoggispezialitäten – das Angebot, das die Brenner bereithalten, ist vielseitig und kreativ. In der Region beteiligt sich die Säntisblick Destillerie von Bruno Eschmann in Niederbüren am Brennertag. Drei Wochen später, am 2. Dezember, gewährt auch die Mosterei Fraefel in Henau Besuchern Einblick in ihre Brennerei.

Seit Jahrhunderten werden in der Schweiz in gewerblichen Betrieben und auf Bauernhöfen Destillate gebrannt. Die Kultur des Brennens hat sich im Laufe der Zeit verändert. Was im Volksmund früher meist einfach nur Schnaps genannt wurde, ist in Tat und Wahrheit heute ein edles Kunstwerk; ein Edelbrand eben. Umso erstaunlicher ist es, dass dem nationalen Frucht- und Getreidebrand von den Schweizer Konsumenten nicht immer die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Seit der Marktliberalisierung wurde der Schweizer Markt mit billigen ausländischen Produkten überschwemmt. Zahlreiche Traditionsbrennereien mussten schliessen, seltene Obstsorten sind gefährdet und, was nicht zu unterschätzen ist, ein Schweizer Kulturgut droht zu verschwinden. Nun macht sich aber zaghaft eine Trendwende bemerkbar. Die übrig gebliebenen Brennereien bemühen sich um Topqualität, brennen sortenrein, stellen raffinierte Cuvées zusammen und werden national und international dafür prämiert.

Ein Erlebnistag in den Brennereien

Mit dem nationalen Brennertag will man die Konsumenten auf den kulturellen und kulinarischen Reichtum der Schweizer Edelbrände sensibilisieren. Tradition, Vielfalt, Feinheit, guter Geschmack und Präzision spielen bei der Destillation eine entscheidende Rolle. Es sind gute Schweizer Werte, welche die Edelbrände ausmachen. Es ist spannend zu sehen, was sich aus heimischen Früchten produzieren lässt, und genau das möchte man den Besucherinnen und Besuchern zeigen. Jede Region hat ihre eigenen Früchte und Kräuter und ist damit unverwechselbar. (pd)

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