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NIEDERBÜREN: Streicheln verboten

Ab März dürfen Kaninchen, Kleinnager und Küken in Streichelzoos nicht mehr gehalten werden. Dem Verein Kleintiere Niederbüren stehen unsichere Zeiten bevor. Demnächst will sich der Vorstand besprechen.
Angelina Donati
Streichelzoos an Ausstellungen sind nicht mehr erlaubt. Neu dürfen die Tiere nur noch aus Distanz oder hinter Gittern beobachtet werden. (Bild: Keystone/ Peter Klaunzer)

Streichelzoos an Ausstellungen sind nicht mehr erlaubt. Neu dürfen die Tiere nur noch aus Distanz oder hinter Gittern beobachtet werden. (Bild: Keystone/ Peter Klaunzer)

Angelina Donati

angelina.donati

@wilerzeitung.ch

Anschauen, füttern, streicheln: Die Jungtierschau, die der Verein Kleintiere Niederbüren auf die Beine stellt, gehört zu den wichtigsten Programmpunkten. So auch am nächsten Anlass am Sonntag, 6. Mai, wenn der Verein nach Niederbüren einlädt. Gezeigt werden jeweils Kaninchen, Hühner, Enten und Geissen. Insgesamt sind es 50 bis 80 Tiere. Ein neuer Bundesratsentscheid macht einen solchen Streichelzoo nun aber hinfällig. Ab März ist es nicht mehr erlaubt, Streichelgehege mit Kaninchen, Kleinnagern und Küken im Rahmen von Veranstaltungen zu halten. Nicht betroffen von diesem Verbot sind permanent eingerichtete Gehege, in Zoos, auf landwirtschaftlichen Betrieben oder in der Umgebung von Altersheimen.

Was das für die Zukunft von Jungtierschauen bedeutet, ist noch nicht klar. «Auf jeden Fall wirkt sich dieser Entscheid sehr negativ auf uns aus», sagt Josef Brändle vom Verein Kleintiere Niederbüren. «Die Folge ist weniger Zuschauer.» Dies wiederum habe Auswirkungen auf andere Bereiche, zum Beispiel weniger Umsatz in der Festwirtschaft. Seit geraumer Zeit werde der Verein mit immer mehr Vorschriften eingeschränkt.

Dabei habe der Verein für den Anlass, der in dieser Art einer der grössten in der Region sei, keine Kosten und Mühen gescheut. Mit den Einrichtearbeiten würde schon Tage vorher begonnen. Auch werde jeweils ein Teich erstellt und mit Steinen ausgelegt, die mittels Lastwagen geliefert würden. «Wir wollen der Bevölkerung schliesslich etwas bieten», sagt Brändle. Es stünden dem Verein nun unsichere Zeiten bevor. Ob und wie es genau mit den Veranstaltungen weitergehen wird, weiss er noch nicht. «Noch in diesem Monat werden die Vorstandsmitglieder zusammensitzen und das weitere Vorgehen besprechen.»

Neue Vorschriften wegen Minderheit

Dass die Zukunftsaussichten für Vereine mit solchen Vorschriften immer schwieriger werden, weiss auch Peter Schildknecht. Er wirkte als OK-Präsident an der im vergangenen Dezember durchgeführten Ausstellung des Vereins Kleintiere Uzwil und Umgebung in Niederhelfenschwil. Weil an der Ausstellung die Tiere bewertet und in verriegelten Gehegen gehalten werden, habe dieses neue Verbot keinen Einfluss auf den Verein. Wie Josef Brändle sagt auch Peter Schildknecht, dass neue Vorschriften generell zugenommen hätten. «Auslöser sind Tierskandale wie jener in Hefenhofen», sagt Schildknecht. «Eine entscheidende Rolle haben dabei die Medien.» Während solche Vorfälle in früheren Jahren unter den Tisch gekehrt worden seien, würden heute die Fälle durch die Medien verbreitet, ja gar «richtig aufgebauscht», wie Schildknecht bemerkt. Dadurch werde das Problem noch grösser. Obwohl dem Grossteil der Tierzüchter und Halter das Wohl des Tieres am Herzen liege, gebe es auch immer solche, die sich nicht an die Norm halten würden. «Genau wegen solcher Leute braucht es Gesetze, die leider auch für alle anderen einschneidend sind.»

Kindern den Zugang zu Tieren nicht verbieten

In gewisser Weise kann Peter Schildknecht das Verbot nachvollziehen. «Man will erreichen, dass die Tiere nicht gestresst werden.» Gestresst durch nervöse und unsanfte Kinder, die in den Gehegen den Kleintieren nachjagen. Der respektvolle Umgang will gelernt sein und wird von den Züchtern gerne weitergegeben. Die Handhabung der Tiere wird den Kindern auch vom Verein Kleintiere Niederbüren erläutert. «Unser Streichelzoo wird ausserdem stets beaufsichtigt», sagt Josef Brändle.

Für Peter Schildknecht steht fest, dass die Situation mit einer guten Kommunikation der beteiligten Behörden entschärft werden könne und Kompromisse gefunden werden können. Schliesslich dürfe den Kindern den Zugang zu den Tieren und deren Bedürfnissen nicht verwehrt werden, betonen Schildknecht und Brändle. Dass heutzutage Kinder gar ein Kaninchen von einer Maus nicht unterscheiden können, sei alarmierend genug.

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