NIEDERBÜREN
Höchstspannung im Rock- und Pop-Museum: Blitz schlug in Leitung ein

Ein Blitzschlag in eine Leitung des Rock- und Pop-Museums in Niederbüren legte die ganze Technik lahm. Die Exponate wurden aber nicht beschädigt. Die Führungen der nächsten drei Wochen sind jedoch abgesagt.

Martin Knoepfel
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Roland «Tschiibii» Grossenbacher, hier mit Erinnerungen an seine Lieblingsband, Kinks, im Rock- und Pop-Museum in Niederbüren.

Roland «Tschiibii» Grossenbacher, hier mit Erinnerungen an seine Lieblingsband, Kinks, im Rock- und Pop-Museum in Niederbüren.

Bild: Nana Do Carmo

Am Samstagmorgen stand das Rock- und Pop-Museum in Niederbüren bildlich gesprochen unter Strom: Ein Blitz schlug in eine Leitung des Museums ein. Der Stromstoss beschädigte die ganze Technik. Die Telefonanlage und auch das Internet fielen aus. Licht gab es dagegen schon bald nach dem Blitzschlag wieder.

Audios und Videos auf Rundgängen

Schwerer wiegt, dass auch die ganze Sound-Anlage betroffen war. Dank ihr konnten sich Besucher auf den Rundgängen fast 300 Videos und rund 500 Audios zu Gemüte führen.

ERfolgloser Versuch, die Sound-Anlage wieder in Gang zu setzen.

ERfolgloser Versuch, die Sound-Anlage wieder in Gang zu setzen.

Bild: PD

Am Samstagnachmittag versuchten der Vater des Museums, Roland «Tschiibii» Grossenbacher, und Helfer, ob sie die Sound-Anlage wieder zum Laufen bringen. Erfolglos. Als beim letzten Versuch die Anlage knatterte und es verbrannt roch, mussten die «Wiederbelebungsmassnahmen» abgebrochen werden. Ob die Videos und Audios noch abgespielt werden können, weiss momentan niemand.

Er habe noch am Samstag eine Schadensmeldung gemacht. Er wolle nicht Trübsal blasen, sagte Roland «Tschiibii» Grossenbacher. Ärgerlich sei, dass jetzt grosse Umtriebe anständen. Im Vergleich zu den Schäden in anderen Regionen der Schweiz oder gar in den Hochwassergebieten Deutschlands sei er aber mit einem blauen Auge davongekommen.

Schaden an Exponaten wäre der GAU

Das Museumsgebäude wurde beim Gewitter nicht beschädigt. Der GAU wäre es laut Roland «Tschiibii» Grossenbacher gewesen, wenn das der Fall gewesen wäre. Ebenso schlimm wäre es gewesen, wenn die Exponate durch Feuer oder Wasser beschädigt oder gar zerstört worden wären.

Unter den Exponaten befinden sich zum Beispiel goldene Schallplatten sowie Fotos und Unterschriften von weltberühmten Rock- und Popmusikern. Die Sammlung blieb jedoch intakt.

Am Samstagnachmittag mussten die Bemühungen, die Sound-Anlage wieder in Betrieb zu nehmen, abgebrochen werden.

Am Samstagnachmittag mussten die Bemühungen, die Sound-Anlage wieder in Betrieb zu nehmen, abgebrochen werden.

Bild: PD

Die Höhe des Schadens konnte der Vater des Museums am Vormittag noch nicht beziffern. Morgen Mittwoch gebe es ein Treffen mit den verschiedenen Verantwortlichen, sagte er dieser Zeitung. Danach wisse man vielleicht mehr. Das Museum sei versichert. Das Wichtigste sei, dass es keine Personenschäden gegeben habe.

Weiterführung des Museums nicht in Frage gestellt

Unklar ist Stand heute, wie hoch der Sachschaden ausfallen wird. Ebenfalls noch offen ist, wie lange es dauert, bis eine neue Sound-Anlage verfügbar ist, betonte Roland «Tschiibii» Grossenbacher und sagte: «Die Sicherheit ist wieder gewährleistet. Die Alarmanlage, welche kurz ausgefallen war, funktioniert nun wieder.»

Die Weiterführung des Museums ist trotz der Schäden nicht in Frage gestellt. Das bestätigte Roland «Tschiibii» Grossenbacher auf eine entsprechende Frage. Er habe ein sehr starkes Team. Sein Ziel sei es, den Museumsbetrieb so rasch als möglich wieder aufzunehmen. Davon, dass das gelingt, ist der Vater des Museums überzeugt.

Führungen für drei Wochen abgesagt

Für die nächsten drei Wochen sind allerdings alle Führungen abgesagt worden. Das ist insofern ärgerlich, als das Rock- und Pop-Museum dieses Jahr keine Sommerpause macht.

Dies natürlich wegen der Coronapandemie. In den beiden Lockdown-Phasen hatte das Museum insgesamt rund 140 Führungen absagen müssen. Eine Führung dauert zwei bis drei Stunden. Deshalb sind nur zwei Führungen pro Tag möglich.

Das Rock- und Pop-Museum sei eines der beliebtesten Häuser der Region, betont Roland «Tschiibii» Grossenbacher. In den acht Jahren, in denen das Museum schon bestehe, habe man mehr als 1600 Führungen veranstalten können.

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