Niederbüren
Ehemaliger Diplomat brachte als Festredner die grosse weite Welt ins Dorf

An der Nationalfeier in Niederbüren hielt Paul Widmer die Ansprache. Er kommentierte unter anderem die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU und kam auf das Ausländerstimmrecht zu sprechen.

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Die Niederbürer Bevölkerung an der Bundesfeier.

Die Niederbürer Bevölkerung an der Bundesfeier.

Bild: PD

(red) Die Niederbürer Bevölkerung freute sich sichtlich darüber, dass im Dorf wieder etwas läuft. Nach dem Schlageropenair vor Wochenfrist fand auch die Bundesfeier am Abend des 31. Juli sehr grossen Anklang. Wetterglück, die gute Organisation durch Feuerwehrverein und Männerchor Niederbüren, die musikalische Umrahmung durch die Jugendmusik und die Musikgesellschaft Niederbüren sowie eine interessante Persönlichkeit als Festredner sorgten für eine tolle Stimmung.

Paul Widmer

Paul Widmer

Bild: PD

Gemeindepräsidentin Caroline Bartholet durfte Paul Widmer, pensionierter Diplomat, ehemaliger Dozent für internationale Beziehungen an der Uni St.Gallen und aktiver Kolumnist für die «NZZ am Sonntag», begrüssen. Er brachte mit seiner Rede zum Nationalfeiertag die grosse weite Welt ins beschauliche Niederbüren. Er zeigte auf, wie wir uns in der Schweiz mit der Freiheit, dem Föderalismus und vor allem der direkten, von unten herauf gelebten Demokratie glücklich schätzen dürfen. Der Abend in Niederbüren zeige beeindruckend auf, was eine aktive Zivilgesellschaft mit der Mitwirkung der Vereine und der grossen Teilnahme der Bevölkerung bedeute, sagte Widmer.

Das Feuerwerk gehörte zum Programm der Feier.

Das Feuerwerk gehörte zum Programm der Feier.

Bild: PD

Mit dem mutigen und richtigen Abbruch der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU habe der Bundesrat seinen Willen zum Erhalt der Souveränität unseres Staates gezeigt, so Widmer weiter. Wichtig sei die Neutralität. So könne die Schweiz immer wieder als wichtiger Vermittler für den Weltfrieden auftreten. Als jüngstes Beispiel erwähnte Widmer den Gipfel in Genf zwischen den Präsidenten Biden und Putin, bei welchem die Schweiz mit ihrer Zurückhaltung eine ausgezeichnete Rolle gespielt habe. Deshalb steht der erfahrene ehemalige Diplomat als UNO-Befürworter kritisch gegenüber einem Einsitz der Schweiz in den UN-Sicherheitsrat, welcher mit der Neutralität nur schwer zu vereinbaren wäre.

Innenpolitisch steht Paul Widmer für eine moderne, offene Schweiz. Was die Niederbürer Bevölkerung im Nachgang zum Diskutieren animierte, war die Idee Widmers, zumindest auf kommunaler Ebene das Ausländerstimmrecht einzuführen, ohne dabei aber eine notwendige Integration der mitbestimmenden Ausländer zu vernachlässigen.

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