«Nicht vom Weg abbringen lassen»

Gestern Freitagmorgen fand das 11. Martini-Forum des Jung-Unternehmer-Zentrums im Flawiler Lindensaal mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Die Dynamisierung der Marke Lista Office LO stand im Mittelpunkt.

Melanie Graf
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Bild: MELANIE GRAF

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FLAWIL. Eine Erfolgsgeschichte zur Marke Lista Office LO bekamen die zahlreichen Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik am diesjährigen Martini-Forum gleich nach dem Frühstück serviert. Als Referent zu Gast war Markus Meili, CEO der Lienhard Office Group AG Degersheim, zu der Denz, Interoffice und Lista Office LO, gehört. Die Firma gehört zu den führenden Büroeinrichtungsunternehmen in der Schweiz, ist an 34 Standorten in der Schweiz vertreten, beschäftigt rund 600 Mitarbeiter. Es macht rund 200 Millionen Franken Umsatz im Jahr und besitzt einen Marktanteil von rund 30 Prozent.

Umsatzverlust in der Krise

Der Referent, welcher seit 17 Jahren für das Unternehmen tätig ist, stellte die Marke Lista Office LO (ehemalige Lista ) etwas näher vor und erläuterte, wie die Firma und die neue Marke es erfolgreich aus einer Krise geschafft haben, und wie sich aus dem eher «altbackenen», ein modernes, zeitgenössisches Unternehmen entwickelt hat.

Das erfolgsverwöhnte Unternehmen geriet in den Jahren 2001, 2002 in eine Krise, verbüsste einen Umsatzverlust von rund 50 Prozent. Damals war der Hauptsitz noch in Erlen, die Produktionsstätte in Degersheim und Arnegg. Ein Jahr später habe man beschlossen, die Büro-, Betriebs- und Lagereinrichtungen zu trennen und den Bürobereich wieder nach Degersheim zu verlegen.

Visionen umgesetzt

«Die Zahlen waren im kritischen Bereich. Wir waren zu Veränderungen gezwungen. Der äussere Druck verhalf zum Erfolg», so Meili. Die Konkurrenz bei den Büroeinrichtungen sei gross, der Wettbewerb hart. Man habe sich mit etwas Einzigartigem positionieren wollen. «Man kann allerdings nichts nach aussen verändern, wenn nichts von innen kommt», weiss der CEO.

Zusammen mit dem Besitzer des Unternehmens sei er zusammengesessen und hätte Visionen zusammengetragen. Als Allererstes habe er sich geweigert, im Bürokomplex in Degersheim einzuziehen. Er habe ein neues Grossraumbüro in der Fabrik eingerichtet und eine offene Struktur mit sozialem Raum und flachen Hierarchien geschaffen, erzählt Meili. «Und ohne diese Massnahme», so ist er überzeugt, «hätte man den inneren Kulturprozess nicht geschafft.» Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg sei die bedingungslose Kundenorientierung, das sei die Basis. Um mit den anderen Firmen wettbewerbsfähig sein zu können, müsse man schneller und präziser sein als die Konkurrenz. Wenn der Kunde ein Arbeitsplatz der Zukunft wünscht, setze ein Team alles daran, dem Kunden dieses Bürokonzept zu erstellen. «Wir bauen Raum, nicht nur Büromöbel», sagt Meili und fügt an: «Man kann keine Marke verändern, wenn das Produkt nicht stimmt. Sie hätten die Fabrik umgebaut und würden jetzt mit flexiblen Fertigungstechnologien arbeiten. Zwischen 2003 und 2006 habe man die Marke langsam vorwärtsgebracht. Einige eher traditionell eingestellte Verkäufer zweifelten am Erfolg und hielten am Alten fest. «Doch so bald sich ein Erfolgserlebnis einstellte, starteten sie durch.» Wichtig sei bei einer Veränderung, dass sich der Veränderungsprozess durch alle Abteilungen einer Firma ziehe. «Es ist das Ziel vor Augen, dass eine Firma nach vorne bringt. Und das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn sie sich von diesem Weg abbringen lässt», so Meili weiter.

Ausklang mit Apéro

Der Referent genoss die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Viele äusserten sich am Ende des Referats begeistert. Der CVP-Ständeratskandidat Michael Hüppi, welcher zum Anlass eingeladen war, zeigte sich beeindruckt, wie eine «alteingesessene Marke» die Neugestaltung schaffte. Im Anschluss an das Referat diskutierten die Forums-Besucherinnen und -Besucher bei einem Apéro.

Weitere Bilder • www.wilerzeitung.ch