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Nicht überall in der Region Wil wird der Strom im nächsten Jahr teurer

In der Gemeinde Bettwiesen fliesst im nächsten Jahr erneut der günstigste Strom in der Region Wil aus der Steckdose. Am teuersten ist die Elektrizität in Wilen – nicht nur wegen Ökostrom.
Sandro Büchler

Während die meisten Schweizer Privathaushalte nächstes Jahr gleich viel für ihren Strom bezahlen, erhöhen im Einzugsgebiet der «Wiler Zeitung» 18 von 28 Netzbetreibern die Preise. Dies belegen Zahlen für 2019, welche die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) gesammelt und veröffentlicht hat. Der Vergleich basiert auf einen durchschnittlichen Haushalt, also einer vierköpfige Familie, die in einer 5-Zimmer-Wohnung mit Elektroherd und Tumbler lebt und im Jahr rund 4500 Kilowattstunden verbraucht (Kategorie H4).

Die Gemeinde Bettwiesen bietet – wie bereits in diesem Jahr – den günstigsten Strom in der Region an. Deren Preis bleibt unverändert bei 15,40 Rappen pro Kilowattstunde. Bettwiesen ist auch im Vergleich mit den anderen Gemeinden im Kanton Thurgau preiswert unterwegs. Nur in Ermatingen ist der Strom noch günstiger zu haben. Clemens Dahinden, Präsident der Bettwieser Werkkommission, begründet den vergleichsweise günstigen Strom mit «tiefen Einkaufspreisen». Im Jahr 2016 habe Bettwiesen den Strom für die nächsten drei Jahre «sensationell tief eingekauft». Für Dahinden ist klar:

«Diesen Vorteil geben wir natürlich weiter»

In der Zwischenzeit sind die Elektrizitätspreise rundherum gestiegen. Bei der Neuaushandlung der Strompreise werde Bettwiesen ab dem Jahr 2020 ebenfalls teurer werden, sagt Dahinden.

Nur ein Stromtarif in Wilen

Am anderen Ende der Preisskala steht Wilen. Den Strom aus der Steckdose, den die Gemeinde liefert, wird nächstes Jahr erneut um 10,8 Prozent teuer. 25,82 Rappen pro Kilowattstunde bezahlt der Kunde in Wilen. Kurt Enderli, Gemeindepräsident von Wilen, teilt mit:

«Die Elektrizitätswerke Wilen beziehen für alle Einwohner der Gemeinde 100 Prozent Thurgauer Naturstrom»

Kurt Enderli, Gemeindepräsident von Wilen (Bild: Wiler Zeitung)

Kurt Enderli, Gemeindepräsident von Wilen (Bild: Wiler Zeitung)

Der Ökostrom kostet 2 Rappen pro Kilowattstunde mehr. Neben diesem Zuschlag erwähnt Enderli aber noch weitere Gründe. Im Netz der Gemeinde beziehe kein Grosskunde Strom, der von einem Nachttarif profitieren könnte. «Deshalb gilt in Wilen Tag und Nacht der gleiche Tarif», so Enderli. Der Einheitstarif schneide im Vergleich der Elcom schlecht ab. Wilen ersetze aber auch als erste Gemeinde im Kanton Thurgau die bisherigen Zähler durch intelligente «Smart-Meter-Zähler», so der Gemeindepräsident. Die Zusatzinvestitionen schlagen auf die Kosten.

Dass es auch anders geht, zeigen insgesamt neun Anbieter, die im nächsten Jahr günstigere Strompreise als noch in diesem Jahr anbieten; allen voran die Elektrizitätsversorgung von Oberbüren, die ihre Preise im Schnitt um 10 Prozent senkt. In den Gemeinden Niederhelfenschwil, Niederbüren und Oberuzwil unterbietet der Oberbürer Anbieter damit die Konkurrenz teils deutlich. Während die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) in Oberuzwil die Strompreise 2019 auf 19,29 Rappen pro Kilowattstunde anhebt, bietet die Elektrizitätsversorgung Oberbüren hier den Strom für 16,81 Rappen an.

Strom muss teurer eingekauft werden

Grund für den Preisanstieg sei die Entwicklung der Energiepreise am Grosshandelsmarkt, schreibt die SAK in einer Mitteilung. Bei einem Plus von 4,8 Prozent zahle ein durchschnittlicher Haushalt aber lediglich drei Franken mehr pro Monat, rechnet die SAK vor. In den vergangenen zwölf Monaten seien die Preise für Energie am Grosshandelsmarkt um 60 Prozent gestiegen. Dank dem professionellen Einkauf habe die SAK die starke Preissteigerung jedoch zumindest teilweise abfedern können, teilt der Stromanbieter mit. Die SAK versorgt neben Oberuzwil auch die Gemeinden Uzwil, Degersheim und Jonschwil mit Energie.

In Wil und Fischingen lohnt sich der Preisvergleich

Den zweitgünstigsten Strom in der Region – gleichzeitig der günstigste im ganzen Kanton St. Gallen – bietet die Elektrizitätsgenossenschaft Moos-Dieselbach an. Deren Strom ist in Degersheim mit einem Preis von 15,67 Rappen pro Kilowattstunde um 3,53 Rappen tiefer als die Energie der Dorfkorporation Wolfertswil. Mit dem gleichen Preis unterbietet die Genossenschaft Moos-Dieselbach auch in Lütisburg die Konkurrenz, nämlich die RWT Regionalwerk Toggenburg AG. Sie erhöht ihre Strompreise im nächsten Jahr auf 18,99 Rappen pro Kilowattstunde.

Dass sich ein Blick auf die verschiedenen Anbieter lohnt, zeigt die Gemeinde Wil. Wer 2019 seine Elektrizität bei den Technischen Betrieben bezieht, bezahlt 18,45 Rappen pro Kilowattstunde. Der Preis ist 3,54 Prozent höher als noch in diesem Jahr. Noch grösser ist die Preissteigerung bei Elektra Maugwil-Uerental-Boxloo-Weid. 19,23 Rappen pro Kilowattstunde bezahlt der Kunde 2019. Mit diesem Plus wird der Anbieter zum teuersten auf dem Platz Wil.

Das günstigste Angebot macht wie schon in diesem Jahr die Dorfkorporation Bronschhofen – 16,33 Rappen kostet deren Strom.

Die Wahl aus drei Anbietern hat auch, wer in der Gemeinde Fischingen wohnt. Die Elektra Fischingen bietet jedoch den zweitteuersten Strom in der Region an (22,95 Rappen). Günstiger ist die Elektrizitäts-Genossenschaft Vogelsang – ihr Preis sinkt 2019 gar auf 16,65 Rappen pro Kilowattstunde.

Strompreise in der Schweiz bleiben konstant

Die Strompreise in der Schweiz bleiben 2019 stabil. Ein typischer Haushalt bezahlt im nächsten Jahr 20,5 Rappen pro Kilowattstunde (kWh). Das ist 0,1 Rappen mehr als in diesem Jahr. Dies geht aus den Berechnungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) hervor, die die Tarife von rund 650 Schweizer Netzbetreibern ausgewertet hat. Die Preisstabilität ist gegenläufigen Effekten zu verdanken: Während die Netznutzungstarife leicht sinken (-2%), steigen die Energietarife deutlich an (+8%), so die Elcom. Derweil bleiben der Netzzuschlag und die Abgaben an die Kantone und Gemeinden unverändert. Die Auswertungen und Vergleiche mit dem Vorjahr beziehen sich alle auf das Standardprodukt.

Ein typischer Haushalt mit einem Verbrauch von 4500 kWh bezahlt damit 923 Franken im nächsten Jahr. Das sind 5 Franken mehr als noch in diesem Jahr. Insgesamt steigen die Tarife bei 56 Prozent der Netzbetreiber, während sie bei 44 Prozent sinken. Hauptgrund für die höheren Energietarife seien höhere Beschaffungspreise für Energie, schreibt die Elcom. Allerdings gebe es teilweise erhebliche Preisunterschiede zwischen den Netzbetreibern. Für die kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz ergibt sich ein ähnliches Bild wie für die Haushalte: Auch bei ihnen sind die Komponenten Netztarife, Abgaben an das Gemeinwesen sowie Netzzuschlag konstant, während die Energiepreise ansteigen. (sda)

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