Nicht nur Rechnungen verabschiedet

An der ersten Bürgerversammlung der neuen Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil waren die Rechnungen der beiden politischen Gemeinden sowie der beiden Primarschulgemeinden traktandiert. Zudem wurde der ehemalige Gemeindepräsident Othmar Gerschwiler verabschiedet.

Matthias Giger
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Othmar Gerschwiler, ehemaliger Gemeindepräsident Ganterschwils. (Bild: mgi.)

Othmar Gerschwiler, ehemaliger Gemeindepräsident Ganterschwils. (Bild: mgi.)

GANTERSCHWIL. In seiner Laudatio auf den langjährigen Ganterschwiler Gemeindepräsidenten Othmar Gerschwiler hat Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil, vier Punkte hervorgehoben. Der erste: Dem Gemeinwohl verpflichtet: «Lieber Othmar, in all den Jahren deiner 36jährigen Tätigkeit als Gemeindepräsident warst Du stets dem Gemeinwohl verpflichtet», hielt Karl Brändle fest. Nie habe er Eigeninteressen oder Interessen Dritter über das Wohl der Gemeinde und deren Einwohnern gestellt. Er erwähnte als Beispiel Othmar Gerschwilers Stellungnahme, in der sich dieser 2002 gegen die Privatisierung des Regionalen Seniorenzentrums Solino in Bütschwil stark machte.

Der Sache verpflichtet

Als zweiten Punkt nannte Karl Brändle, dass Othmar Gerschwiler stets der Sache verpflichtet gewesen sei: «In Deiner Zeit als Gemeindepräsident hat sich die Einwohnerzahl von Ganterschwil um rund einen Drittel erhöht, und die Gemeinde hat sich baulich stark entwickelt, ohne dass der ganz besondere Charakter verlorengegangen ist.» Karl Brändle zählte neue Wohnquartiere oder die Erstellung des Sportplatzes als Beispiele auf. Drittens sei Othmar Gerschwiler dem Fussball, seinem grossen Hobby, verpflichtet gewesen. Wenn irgendwo die brasilianische Fussballmannschaft gespielt habe, sei mit ihm trotz seines ansonsten immensen Engagements nicht – oder nur noch unter Murren – zu rechnen gewesen. Viertens sei Othmar Gerschwiler auch seiner Frau und Familie verpflichtet gewesen, welche er trotz des selbstlosen Einsatzes nie vergessen habe. Als Zeichen der Sympathie überreichte Karl Brändle seinem Kollegen einen Gutschein für eine Eisen-Stein-Skulptur des Ganterschwiler Künstlers Franz Weibel. Othmar Gerschwiler zeigte sich gerührt über die Verabschiedung und blickte zurück. Er hielt fest, dass er seine vier Ziele, die er sich in seiner Jugend gesteckt habe (Gemeinderatsschreiber zu werden, 1400 Franken im Monat zu verdienen, ein guter Fussballer zu werden und eine liebe Familie zu haben), fast alle erreicht habe – mit Ausnahme des guten Fussballers. Er betonte, dass es früher viel einfacher gewesen sei, eine passende Stelle zu finden, als heute, und dass er nicht zuletzt deshalb schon in jungen Jahren seine Ziele erreicht habe. Dafür sei er dankbar, und für die vereinigte Gemeinde wünsche er sich, dass sich die Bürger weiterhin so gut einbringen würden.

Bald Baubeginn der Umfahrung

Nebst den vier Jahresrechnungen war noch ein Gutachten zur Sanierung der Kanalisation an der Kirchgasse und Mosnangerstrasse traktandiert. Die Stimmbürger der vereinigten Gemeinde genehmigten den Kredit von 760 000 Franken einstimmig. Karl Brändle informierte an der Bürgerversammlung auch über den Stand des Projektes Umfahrungsstrasse. Diese sei weit vorangeschritten. Momentan liefen die Landerwerbsverhandlungen auf Hochtouren, so der Gemeindepräsident. «So wie es jetzt ausschaut, ist im Frühjahr 2014 Baubeginn», hielt Karl Brändle fest. Das genaue Datum stehe zwar noch nicht fest, aber wenn die Bauarbeiten begännen, die voraussichtlich sechs Jahre in Anspruch nähmen, gebe es ein grosses Fest.

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