Nicht gut gespielt, aber aufgestiegen

Der FC Uzwil steigt nach 15 Jahren Abwesenheit wieder in die 2. Liga inter auf. Im sehr gut besuchten Derby gegen den FC Henau genügte der Mannschaft von Trainer René Benz eine eher schwächere Leistung zum für den Aufstieg nötigen 2:1-Sieg.

Urs Nobel
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Der FC Uzwil im Siegesjubel: Nächste Saison spielen die Untertoggenburger wieder in der 2. Liga inter. (Bild: Urs Nobel)

Der FC Uzwil im Siegesjubel: Nächste Saison spielen die Untertoggenburger wieder in der 2. Liga inter. (Bild: Urs Nobel)

FUSSBALL. Berto Besio, der ehemalige FC-Uzwil-Sportchef und Präsident der Supporter ärgerte sich masslos über seinen Nachbarn, der laufend via SMS mit Wängi verbunden war und regelmässig das Resultat der Bazenheider vermeldete. «Wir müssen nicht auf Bazenheid schauen. Wir haben es in den eigenen Händen.» Seine Nerven wurden im Verlauf der Partie weiter auf die Probe gestellt. Der FC Uzwil lieferte nämlich keineswegs eine überzeugende Leistung ab und geriet sogar früh in Rückstand. Die «Lebensversicherung» Dave Obrist glich jedoch schnell wieder aus, um eine Viertelstunde vor Schluss alles klarzumachen.

Keine Geschenke gemacht

Der FC Henau lieferte eine eindrückliche Leistung ab und war dem Favoriten oft sogar überlegen. Er zeigte auf, der er keine Geschenke machen wollte, was am Schluss Trainer Bekim Marku auch bestätigte: «Obwohl ich 20 Jahre beim FC Uzwil gespielt habe, wollte ich meinen Job auch in diesem Spiel ernst nehmen und schickte meine Mannschaft gut eingestellt ins Spiel. Alles andere wäre unfair auch gegenüber dem FC Bazenheid gewesen.» Trotz guter Leistung hat der FC Henau einmal mehr verloren im Verlauf der Saison. «Das war wieder einmal das Spiegelbild der ganzen Saison. Wir konnten oft gut mithalten. Aber es fehlte oft ein kleines Quentchen zum Erfolg.»

Fünf Stammspieler fehlten

Uzwils Trainer René Benz musste während 90 Minuten miterleben, dass seine Akteure auf dem Feld nicht die erhoffte Leistung boten. «Das Wichtigste ist jetzt aber der Sieg und somit der Aufstieg. Mir hat aber auch der Einsatz meiner Spieler gut gefallen.» Benz verneinte, dass seine Spieler zu nervös gewesen seien oder den Gegner nicht ernst genommen hätten. «Mir fehlten fünf Stammspieler. Das hat sich ausgewirkt. Praktisch im ganzen Verlauf der Rückrunde fehlten uns wichtige Kreativspieler.» Mit dem Blick voraus bestätigt Trainer René Benz, dass der FC Uzwil hinsichtlich der nächsten Saison noch Verstärkungen benötigt. «Wir sind in der Planung. Zusagen liegen aber noch keine vor, zumal bis heute nicht feststand, in welcher Liga wir künftig spielen.» Schmerzhaft für den FC Uzwil dürfte hingegen sein, dass Torhüter Patrick Keller in der neuen Spielzeit nicht mehr dabei sein wird. Wie offenbar auch weitere zwei, drei Spieler, die altershalber kürzer- treten werden. «Ich gehe davon aus, dass es zu fünf, sechs Wechseln kommen wird», sagt der Trainer, ehe er ein weiteres Mal eine Bierdusche über sich ergehen lassen muss und bald wie eine Brauerei riecht.

FC Henau – FC Uzwil 1:2 (1:1) Rüti - 820 Zuschauer - Sr. Bognar Tore: 8. Meier 1:0, 14. Obrist 1:1, 74. Obrist 1:2. FC Henau: Eberle; Palmieri, Treichler, Maager, Meier; Fraefel (58. Hasler), Nagel, Löhrer; Regazzoni (73. Vetsch), Brühwiler (86. Gämperli). FC Uzwil: Keller; Steuri (69. Kartelo), Studer, Berisha, Velickovic; Brunner, Di Nunzio, Rey, Egger (72. Meyer); Vasic (61. Hamadi), Obrist. Verwarnungen: 32. Palmieri (Foul), 73. Brunner (Unsportlichkeit). Bemerkungen: Uzwil ohne Hürlimann, Dal Molin, Levi, Büeler, M. Keller, Morina (alle verletzt).