Nicht aufgegeben, Punkt erkämpft

Der Wiler Nachwuchs liegt gegen Uster nach 60 Minuten mit 0:3 im Hintertreffen und darf sich nach dem Schlusspfiff trotzdem über einen Punkt freuen. Hätte Wil seine Chancen in der ersten Halbzeit resoluter genutzt, wäre gar der Sieg gegen den Tabellenzweiten möglich gewesen.

David Metzger
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Demian Titaro (weiss) und der FC Wil trafen auf bissige Ustermer, hielten der Gangart aber problemlos Paroli. (Bild: David Metzger)

Demian Titaro (weiss) und der FC Wil trafen auf bissige Ustermer, hielten der Gangart aber problemlos Paroli. (Bild: David Metzger)

FUSSBALL. Wer in der 57. Spielminute bei einem Wettanbieter noch auf den Wiler Nachwuchs gesetzt oder ihm zumindest noch ein Unentschieden zugetraut hätte, der dürfte sich nun über eine ordentliche Stange an Geld freuen. Den jungen Wilern gelang es nämlich, den fast schon aussichtslosen 0:3-Rückstand aufzuholen und in den Schlussminuten den späten, aber absolut verdienten Ausgleich zu realisieren.

Chancen nicht genutzt

Da sich der FC Wil vor allem in der ersten Halbzeit ein Chancenplus erarbeitete, dieses aber nicht nutzte, ist der späte Ausgleichstreffer keinesfalls gestohlen. «Die Mannschaft hat Charakter, Leidenschaft und Geduld bewiesen», resümierte ein zufriedener Cheftrainer Philipp Dux und fügte an, dass er den Punkt gerne mitnehme und nicht dem verpassten Sieg nachtrauere. Besonders die Geduld sei ein wichtiger Faktor gewesen, um nach dem 0:3 nochmals zurückzukommen, analysierte Dux weiter. «Es ist für die offensiv eingestellten Spieler manchmal nicht so einfach, die Ruhe zu bewahren, wenn die Zeit drückt. Umso erfreuter bin ich, dass das Team diese Aufgabe derart abgeklärt umgesetzt hat.»

Die Tore fast schon geschenkt

Weniger erfreut dürfte Dux darüber gewesen sein, wie sich seine Spieler den 0:3-Rückstand eingehandelt hatten. Da war zunächst in der ersten Halbzeit ein grober Schnitzer von Wil-Torhüter Zamir Rasimi. Der Schlussmann vertändelte den Ball und spedierte ihn unter Druck des herannahenden Gegenspielers direkt in die Füsse eines anderen Ustermer Angreifers. Dieser nahm das Geschenk dankend an und hatte keine Mühe, den Ball im herrenlosen Tor einzuschieben. Oder da war in der 2. Halbzeit ein rund dreiminütiger Totalausfall, wo sich die Wiler zwei Gegentreffer einfingen. Bei einem stehenden Ball versagte die Zuordnung und kurz danach schlich sich in der Vorwärtsbewegung auch noch ein individueller Fehler ein. So hatten die Wiler nach 56 Spielminuten bereits eine gewaltige Hypothek zu tragen. Erst nach diesem Rückstand platzte in der Offensive der Knoten. Captain Pascal Huber, Einwechselspieler Roy Bill und Astrit Veliji vom Elfmeterpunkt sorgten für eine beispielhafte Aufholjagd.