Neujahrsapéro: Uzwil startet gemeinsam ins neue Jahr

«Ä guets Neus», hiess es auch in Uzwil. Schulratspräsident Daniel Wyder thematisierte in seiner Rede die Bedeutung dieses Spruchs.

Kathrin Meier-Gross
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Schulratspräsident Daniel Wyder philosophiert, was hinter dem Spruch «ä guets Neus» steckt.

Schulratspräsident Daniel Wyder philosophiert, was hinter dem Spruch «ä guets Neus» steckt.

Bild: kmg

Der erste Morgen im neuen Jahr präsentiert sich feucht, kalt und neblig. Ob es Leute gibt, welche die warme Wohnung verlassen, um in Gemeinschaft auf das neue Jahr anzustossen? Auf dem Raiffeisenplatz haben die «Füürharmoniker» unter dem Zelt Stellung bezogen. Die ersten Besucher stossen an, andere umklammern dankbar den warmen Trinkbecher. Die «Uze-Griller» wenden die ersten Würste.

Im gegenüber beheimateten Gotteshaus öffnen sich derweil die Türen und jetzt füllt sich der Raiffeisenplatz. Christoph Breiter, Präsident des Verkehrsvereins Uzwil und Oberuzwil, heisst die Gäste willkommen und ermuntert sie zur Passivmitgliedschaft im Verein: Für nur zwölf Franken pro Jahr, was knapp drei Sekunden täglicher Arbeitszeit entspreche.

Schulratspräsident Daniel Wyder hat auf Breiters Anfrage eine Ansprache formuliert, in der er auf den Spruch «Ä guets Neus» eingeht. Was ein gutes Jahr ausmache, fragt er rhetorisch. «Ist ein neues Jahr gut, wenn es besser ist als das Alte? Wenn aber das alte Jahr so gut war, dass es kaum getoppt werden kann, wäre das neue Jahr gut, wenn es nicht schlechter wird als das vergangene?» Fertig mit den Wortspielereien: «Vergleichen macht unglücklich», sagt Wyder und fokussiert auf die Gemeinde. «Wird es für eine Gemeinde ein gutes Jahr, wenn sich genügend Menschen für die Ämter zur Verfügung stellen? Oder hängt es von der Finanzlage ab? Von der Umsetzung der geplanten Projekte? Von der Wirtschaftslage? Von der Qualität der Schule?»

Für Uzwil werde es ein gutes Jahr, wenn sich die Menschen hier zu Hause fühlen würden, und Zugezogene sich integrieren könnten, sagt Wyder. Individuell werde ein Jahr als positiv empfunden, wenn man sich glücklich fühle. Das sei gar nicht so einfach.

«Wir können aktiv an unserem Glück arbeiten und es bewusst wahrnehmen. Beispielsweise an dieser Neujahrsbegrüssung, wo man Mitmenschen trifft und Neujahrswünsche und Gedanken austauschen kann.»

Auf den Punkt bringt es der Referent mit einem Zitat von Anselm Grün: «Das Glück wird mich besuchen, wenn ich mich auf das Leben einlasse; wenn ich offen bin für das Überraschende, für das, was das Leben bereithält.» Manchmal brauche es ein Gegenüber, das uns auf das Wertvolle einer Situation hinweise und neue Perspektiven aufzeige, betont Wyder. Die Darbietungen der «Füürharmoniker», die Begegnungen und Gespräche hinterlassen in den Gesichtern der Anwesenden einen zufriedenen Ausdruck. Trotz der beissenden Kälte.