NEUHAUS: Weit mehr als eine Misswahl

Aus allen Himmelsrichtungen sind die Landwirte mit ihren Kühen zur Gemeindeviehschau im Neuhaus geströmt. Für die Zaungäste war es ein Spektakel und für den Viehzuchtverein Henau-Oberuzwil eine Herausforderung.

Christine Gregorin
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Die Viehzüchter präsentieren ihre Tiere im Ring aus Stroh. (Bild: Christine Gregorin)

Die Viehzüchter präsentieren ihre Tiere im Ring aus Stroh. (Bild: Christine Gregorin)

NEUHAUS. Die wuchtigen Töne der Glocken und Treicheln sind ohrenbetäubend. Ein Grossteil der auffahrenden Tiere kommt fast gleichzeitig im Neuhaus an, aus drei verschiedenen Himmelsrichtungen: Die Stauffachers aus Bichwil, die Dudlis aus Wilen und die Gmürs aus Algetshausen.

Was für die Zaungäste ein Spektakel ist, stellt die Viehzüchter und Organisatoren vor eine Herausforderung. Einige der vierbeinigen Schönheiten sind ob all der Hektik kaum zu bändigen. Am Ende stehen sie aber alle brav an ihrem Platz. Sie sind angebunden, um vor der Präsentation den letzten Schliff zu erhalten – sprich von den Spuren des zum Teil mehrere Kilometer langen Anmarsches gesäubert zu werden.

Die Organisatoren aus den Reihen des Viehzuchtvereins Henau-Oberuzwil machen einen guten Job, ebenso wie die Gastgeber Christa und Peter Wirth. Die vier Schauexperten, Peter Frei aus Wildhaus, Hans Kuratli aus Neu St. Johann, Walter Rhyner aus Hoffeld und Paul Senn aus Mühlrüti, wissen, dass in Niederglatt meist ein überdurchschnittlich hohes Niveau auf sie wartet. Sie werden auch diesmal nicht enttäuscht. Genauso wenig wie das Patenkind der Gattin von Züchter Thomas Zahner, das mit Bruder und Mutter trotz kalter Bise vor Ort ausharrt. Das Tagesmotto der beiden Kinder lautet «Umeluege und Dume drucke». Für Vreni und Willy Nessensohn ist der Besuch der heimischen Viehschau zu einer liebgewonnenen Tradition geworden. Sie schätzen die Gemütlichkeit, den Austausch unter Freunden und das Schaulaufen der Kühe.

Blanca Weisshaupt amtet zum ersten Mal als Ehrendame. «Es ist schön, den Flo zu übergeben», sagt sie. Willi Forster ist heuer erstmals ohne Kühe auf dem Schauplatz. Er gibt sich entspannt und freut sich, den Anlass «von einer anderen Seite» geniessen zu dürfen: Etwas, was er so noch nie erlebt hat, ist die beeindruckende Auffuhr der Tiere. Für ihn sind aber die Wettbewerbe nach wie vor der Höhepunkt der Gemeindeviehschau.