Abstimmung
Neues Pfarreiheim der Katholischen Kirchgemeinde Niederwil nimmt erste grosse Hürde

Die Kirchbürger stimmen einem Projektierungskredit über 130'000 Franken zu. Noch ist der Bau des neuen Pfarreiheims aber nicht in trockenen Tüchern.

Christoph Heer
Merken
Drucken
Teilen
Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger sprachen sich fast einstimmig für den Projektierungskredit für das neue Pfarreiheim aus.

Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger sprachen sich fast einstimmig für den Projektierungskredit für das neue Pfarreiheim aus.

Bild: Christoph Heer

Zwar nicht ganz einstimmig, aber doch mit grosser Mehrheit, sagt der 59-köpfige Souverän (von insgesamt 800 Stimmberechtigten) am Sonntagmorgen Ja zum Projektierungskredit, für einen Pavillon-Ersatzbau, in der Höhe von 130'000 Franken.

Das sei zu hoch, votiert ein Stimmbürger, doch Kirchenverwaltungsratspräsident Karl Schönenberger erklärt, dass sich die Kosten für den Architekten lediglich auf knapp 80'000 Franken belaufen. «Zudem kommen bei einem solchen Pfarreiheim-Neubau Kosten hinzu, die es unter anderem bei einem Bau eines Eigenheims nicht braucht. Die Akustik, Office- und WC-Anlagen, Lager, Technikraum, Archivraum und weiteres müssen genaustens geplant werden, so können spätere Mehrkosten verhindert werden.» Abgesehen von diesem einen Votum betreffend «zu hohe Kosten» sind die katholischen Kirchbürger dem geplanten Ersatzbau wohlgesinnt.

Nutzungsvertrag läuft aus

Nebst den aktuell herrschenden, spärlichen Platzverhältnissen kommt hinzu, dass der Nutzungsvertrag für den jetzigen Pfarreipavillon im Jahr 2024 ausläuft. Karl Schönenberger betonte diesbezüglich, dass man keine Garantie habe, die Nutzung verlängern zu können. «Ausserdem ist der heutige Standort aus Sicht der Besucher und einer effizienten Bewirtschaftung nicht ideal und ohne Neubau müsste der jetzige Pavillon in einigen Jahren sowieso abgebrochen werden», sagte Schönenberger.

Die ausserordentliche Kirchbürgerversammlung ist eine kurze, aber informative Angelegenheit. Die grosse Zustimmung für den Projektierungskredit gibt dem Kirchenverwaltungsrat die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein. Eine grobe Vorabschätzung beziffert die Kosten, für Projektierung und Bau, Stand heute, auf rund 2,1 Millionen Franken. «Aufgrund der Steuerkraft unserer Kirchgemeinde wird unsere Eigenleistung beziehungsweise die Restfinanzierung 750'000 Franken betragen. Dank vorteilhafter Ausgangslage ist es uns damit möglich, den Pfarreiheim-Neubau ohne Steuerfusserhöhung zu finanzieren», sagte Karl Schönenberger.

Zudem wurde unlängst die Reformierte Kirchgemeinde Flawil, zu der auch Niederwil gehört, mit ins Boot geholt. Aus finanziellen, wirtschaftlichen und ökumenischen Gründen sei laut Schönenberger eine gemeinsame Lösung überaus wünschenswert.

«Diese einmalige Chance, die Zukunft gemeinsam zu gestalten, ist überaus gewinnbringend.»

Eine erste Hürde wurde am Sonntag genommen, zwei weitere Abstimmungen werden folgen. «Zuerst stimmen wir über die mögliche Zusammenarbeit mit Evangelisch-Flawil ab, ehe wir über die genauen Baukosten befinden», so Schönenberger. Der Zeitplan dafür sieht vor, dass die Kirchgemeinden noch in diesem Jahr über die Zusammenarbeit und Katholisch-Niederwil im kommenden Jahr über die Baukosten abstimmen. Der frühestmögliche Bauabschluss wäre im Jahr 2024.