Neues Leben in der Fussgängerzone: Bestsmile kommt nach Wil

Die Ladenfläche im ehemaligen Bonsaver-Gebäude konnte mit einem Start-up für Zahnkorrekturen besetzt werden.

Rosa Schmitz
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Ab März zieht Bestsmile in das Ladenlokal an der Oberen Bahnhofstrasse.

Ab März zieht Bestsmile in das Ladenlokal an der Oberen Bahnhofstrasse.

Bild: Gianni Amstutz

Schiefe Zähne, ein Über- oder Untergebiss, eine klaffende Lücke: Das sind kleine Unschönheiten, mit denen viele Menschen belastet sind. Gemäss Bundesamt für Statistik müssen rund 28 Prozent der Schweizer Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben eine Zahnspange zur Korrektur tragen. Diese kostet im Durchschnitt zwischen 3000 Franken für kleine Backenzahnkorrekturen bzw. 15'000 Franken bei extremen Kieferfehlstellungen.

«Viel zu viel», findet Ertan Wittwer. «Eine professionelle Zahnregulierung darf nicht nur den Reichen vorbehalten sein.» Deshalb hat der 34-Jährige vor rund einem Jahr gemeinsam mit Marcel Kubli das Start-up Best- smile gegründet. Die beiden Schweizer hatten zugeschnappt, nachdem das Patent für durchsichtige Zahnspangen, sogenannte Aligner, des amerikanischen Unternehmens Align Technology Invisalign im Oktober 2017 ausgelaufen war. Das Unternehmen beschäftigt heute über 100 Angestellte und betreibt schweizweit 13 Shops.

Bestsmile kommt in die Obere Bahnhofstrasse

Und das ist nur der Anfang. In den kommenden Monaten sollen weitere Läden dazukommen – einer davon in Wil. Hier übernimmt Bestsmile das Erd- und Untergeschoss im ehemaligen Bonsaver-Gebäude an der Oberen Bahnhofstrasse. Eröffnet wird wahrscheinlich im März. Der 330 Quadratmeter grosse Laden wird minimalistisch eingerichtet, wie alle anderen Bestsmile-Standorte in der Schweiz: mit grossem Empfang, zwei Behandlungszimmern, einem Sterilisationsraum und Räumlichkeiten für die Mitarbeiter. «Wir möchten den Kunden viel Platz bieten», sagt Wittwer. Das Konzept erinnere eher an eine Lifestyle-Boutique als an eine Zahnarztpraxis. Die Store-Manager und Angestellten bei Bestsmile sind zugelassene Zahnärzte und Dentalassistenten. Jeder Shop hat eine Praxiszulassung.

So funktioniert das Konzept: Kunden können einen Onlinetermin vereinbaren, sich im Laden kostenlos beraten und dann 3D-Aufnahmen des Kiefers erstellen lassen. Danach bezahlen sie einmalig 99 Franken für die Erstellung eines persönlichen Behandlungsplans. Bei einem zweiten Termin bespricht der Arzt diesen mit den Kunden und es kommt zum Vertragsabschluss. Das bereits bezahlte Geld wird gutgeschrieben. Die Korrektur des Kiefers kostet 1900 Franken, beide Kiefer 2990 Franken. Egal wie viele Schienen im 3D-Druck-Verfahren durch Zahntechniker im eigenen Labor in Winterthur erstellt werden.

«Wichtiger Dreh- und Angelpunkt»

Das Konzept scheint anzukommen: Der Flagship-Store in Zürich sei ständig ausgebucht. «Bereits in den ersten drei Monaten hatten wir in diesem einen Shop rund hundert Kunden – wir hatten mit viel weniger gerechnet», sagt Wittwer.

Dass gängige Zahnarztpraxen jetzt auch ihre Preise für die durchsichtige Zahnspange senken und auch weitere Unternehmen, wie etwa die Crown 24 aus Zürich, ebenfalls Aligner für einen Pauschalpreis von 179 Franken pro Schiene ins Sortiment genommen haben, sei eine logische Folge.

«Konkurrenz belebt das Geschäft», sagt Ertan Wittwer. «Umso wichtiger ist es, dass wir mutig sind und schnell Ladenflächen in guten Innenstadtlagen finden.»

Vom Laden in Wil erhofft sich Wittwer, dass Bestsmile ihr Produkt zugänglicher für Kunden machen kann. «Die Stadt liegt dank dem grossen Einzugsgebiet geografisch optimal für uns», sagt Wittwer. Zwar hätte Bestsmile bereits seit Januar 2019 einen Shop in St.Gallen. Aber der Geschäftsführer glaubt, dass die Kunden gerne weniger als 20 Minuten Anreisezeit hätten. «Aus diesem Grund möchten wir auch einen Standort in diesem wichtigen Dreh- und Angelpunkt der Ostschweiz.»