Neues Baureglement für die Stadt Wil: Erstmals seit 2013 gilt im gesamten Gemeindegebiet eine einheitliche Bauordnung

Der Wiler Stadtrat setzt das neue Baureglement per 1. Juli in Kraft. Dieses wurde vom kantonalen Baudepartement genehmigt. Damit ist die Gesamtrevision der Nutzungsplanung abgeschlossen.

Gianni Amstutz
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Stadtrat Daniel Stutz erklärt, dass die alten Zonenpläne trotz des neuen Baureglements bestehen bleiben.

Stadtrat Daniel Stutz erklärt, dass die alten Zonenpläne trotz des neuen Baureglements bestehen bleiben.

Bild: Gianni Amstutz

Wer irgendwo ein Grundstück bebauen will, dem geben Zonenplan und Baureglement den Rahmen. Ersterer teilt das Gemeindegebiet in verschiedene Bauzonen ein und bestimmt beispielsweise, wie viele Geschosse gebaut werden dürfen sowie die Nutzungen der Liegenschaften. So wird beispielsweise zwischen Wohn- und Industriezonen unterschieden.

Das Baureglement wiederum regelt, wie innerhalb der jeweiligen Zonen gebaut werden darf. Das betrifft zum Beispiel die Gebäude- und Firsthöhe, Strassenabstände und die sogenannte Ausnützungsziffer, mit welcher bestimmt wird, wie hoch der Anteil des Grundstücks ist, der maximal bebaut werden darf.

Alte Zonenpläne gelten weiterhin

In Wil und Bronschhofen stammen die Zonenpläne und Baureglemente aus den Jahren 1992 beziehungsweise 2012. Nach der Vereinigung 2013 hätten die jeweiligen Zonenpläne aktualisiert und die Baureglemente zusammengeführt werden sollen. 2016 wurde dies vom Parlament verabschiedet.

Für die Stadt Wil gilt ab Juli ein einheitliches Baureglement.

Für die Stadt Wil gilt ab Juli ein einheitliches Baureglement.

Bild: PD

In Kraft getreten sind bisher aufgrund von Einsprachen jedoch weder Zonenplan noch Baureglement. Beim Zonenplan wird das auch so bleiben. Es gelten weiterhin die alten Pläne, in Wil jener von 1992, in Bronschhofen jener von 2012.

Beim Baureglement ist es hingegen vorwärtsgegangen. Da das neue Reglement aus dem Jahr 2016 nicht Teil der Einsprachen war, kann es nun per 1. Juli in einer angepassten Fassung in Kraft treten.

Teile der alten im neuen Reglement enthalten

Angepasst ist das neue Baureglement insofern, als dass es nicht nur die vom Stadtparlament abgesegnete Fassung von 2016 ist, sondern auch Teile des Wiler Baureglements 1992 und Teile des Bronschhofer Reglements von 2012 enthält. Dies überall dort, wo die Bestimmungen an den neuen, nicht in Kraft getretenen Zonenplan gekoppelt wären.

Ohne Änderung der entsprechenden Zonen, würde auch eine Anpassung des Reglements keinen Sinn machen. Deshalb gilt dort immer noch das alte Baureglement von Bronschhofen beziehungsweise jenes von Wil. Dies betrifft namentlich die Wohnzonen W1 und W2, die Kernzone sowie Grünzonen.

Bei allen anderen Zonen kommt das neue Baureglement zur Anwendung. Die Neuerungen sind vielfältig, für Baulaien oft sehr technisch. So werden in verschiedenen Wohnzonen die Ausnützungsziffern angehoben, die Gebäude und Firsthöhe erhöht und die Attikavorschriften liberalisiert, um nur ein paar wenige zu nennen.

Für Stadtrat Daniel Stutz, Vorsteher des Departements für Bau, Umwelt und Verkehr, steht denn auch das Gesamtbild im Vordergrund:

«Damit haben wir zum ersten Mal seit der Gemeindevereinigung ein Reglement, das über das ganze Stadtgebiet gilt.»

Das bringe eine grosse Vereinfachung sowohl für die Abteilung Bewilligungen des BUV als auch für Grundeigentümer, Bauherren sowie Architekten.

Die nächste Anpassung folgt bereits

Mit Inkrafttreten des Baureglements ist die Nutzungsplanung der Stadt Wil abgeschlossen. Stutz sagt: «Es ist für die Stadt ein Meilenstein, aber wir sind damit noch nicht am Ziel.»

Denn das «neue» Baugesetz stammt aus dem Jahr 2016. Das war bevor im Kanton St. Gallen das Planungs- und Baugesetz in Kraft trat. Nun müssen die Gemeinden innert einer Frist von zehn Jahren ihre Nutzungsplanung den kantonalen Vorgaben anpassen. Ein Prozess, der sechs bis acht Jahre in Anspruch nehmen dürfte, sagt Stutz.

Weiterführende Informationen sowie die Zusammenführung der rechtskräftigen Bestimmungen der drei Baureglemente finden sich auf www.stadtwil.ch/nutzungsplanung.