Neuer Werkhof im Raum Wil: Kanton zeigt keine Eile

Der Kanton sucht noch immer nach einem neuen Standort für den bestehenden Werkhof in Wil. Jetzt bietet sich Uzwil an.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen
Der in die Diskussion eingebrachte Werkhofstandort liegt an der Henauerstrasse zwischen der Maillart-Thurbrücke und der Autobahnbrücke an der Felseggstrasse in Henau. Bild: Andrea Häusle

Der in die Diskussion eingebrachte Werkhofstandort liegt an der Henauerstrasse zwischen der Maillart-Thurbrücke und der Autobahnbrücke an der Felseggstrasse in Henau. Bild: Andrea Häusle

8. März 2015: In einer Referendumsabstimmung lehnt Zuzwils Stimmbürgerschaft den Teilzonenplan «Schuelwesen» ab. Mit dem Nein zur Umzonung des 6400 Quadratmeter grossen Landwirtschaftsgebiets an der St. Gallerstrasse in Züberwangen werden die Pläne des kantonalen Tiefbauamts schlagartig zunichtegemacht. Dieses beabsichtigte nämlich, auf dem Areal einen Werkhof für den Unterhaltsdienst zu bauen. Der neue Stützpunkt sollte die bestehenden Werkhöfe in Wil und Oberbüren ersetzen. Denn speziell der kantonale Werkhof in Wils Stadtzentrum genügt den Anforderungen der Zeit nicht mehr. Seit dem abschlägigen Bürgerschaftsentscheid sind gut vier Jahre vergangen.

Getan hat sich seither nichts Konkretes, wie der Leiter des Strasseninspektorats im Kantonalen Tiefbauamt, Charles Rinderknecht, bestätigt. Man stehe in dieser Frage ja auch nicht unter extremem Druck, macht er ferner klar. Ganz vom Tisch ist das Thema allerdings nicht. Laut Rinderknecht ist ein Stützpunktekonzept in Erarbeitung. Dieses soll Aufschluss darüber geben, wo es im Kanton überhaupt Werkhöfe braucht. Resultate stellt er bis Ende dieses Jahres in Aussicht.

Uzwil als Standortgemeinde nicht im Fokus

Zur Diskussion stehende Standortalternativen für den Werkhof an der Bronschhoferstrasse in Wil nennt Charles Rinderknecht nicht. Es seien jedoch drei oder vier Varianten evaluiert worden. Keine davon ist, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, in der Gemeinde Uzwil angesiedelt. Obwohl sich diese als Standortgemeinde angeboten hat und weiterhin anbietet. Aus zweierlei Gründen, wie Gemeindepräsident Lucas Keel sagt. Einerseits sieht er sich in der Verantwortung, einen Beitrag zum Erhalt der öffentlichen Infrastruktur zu leisten. Deren Unterhalt verlange auch Bauten wie eben einen Werkhof. Anderseits bringt er gemeindespezifisches Interessen ein. Denn auch der Uzwiler Werkhof im Büelhof in Nieder­uzwil, verlangt grundsätzlich einer geeigneteren Adresse. «Ideal wäre es, die beiden Werkhofprojekte an einem Standort zusammenzuführen – auch um den Landverbrauch zu minimieren.» Ein geeigneter Bauplatz schwebt Keel bereits vor: Das Grundstück Nummer 1718 zwischen der Henauerstrasse und der A1 bei Henau.

Alternative «Industriegebiet Salen»

Das Areal befindet sich heute in der Landwirtschaftszone und ist als «Belasteter Standort» im öffentlichen Altlastenkataster aufgeführt. Ein Erwerb des Bodens wäre, darauf hat sich Lucas Keel mit der Eigentümerschaft vorsorglich verständigt, grundsätzlich möglich. Der grosse Vorteil des Grundstücks ist dessen verkehrstechnisch ideale Lage an der Peripherie. Denn Werkhöfe gehörten nicht mitten in ein Ortszentrum, sagt Lucas Keel. Unproblematisch ist der Platz allerdings nicht. Das weiss auch Keel, der einräumt: «Natürlich stellen Bauvorhaben im Bereich eines Deponiekörpers vor besondere Herausforderungen.»

Als weiteren möglichen Standort hat Keel dem Kanton das Industriegebiet Salen bei Niederstetten vorgeschlagen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, das dieser ja auch nach einem Ersatz für die Prüfstelle des Strassenverkehrsamts sucht. Aus Uzwiler Sicht ist dieser Standort hingegen nur die zweitbeste Variante. Denn hier schliesst Lucas Keel - aus verkehrstechnischen Gründen - die Inkorporation des kommunalen Werkhofs aus.

«In der Vergangenheit war es so, dass wir auf der Suche nach Bauplätzen auf die Gemeinden zugegangen sind und nicht umgekehrt», sagt Charles Rinderknecht. Der Input aus Uzwil wurde gleichwohl entgegengenommen. Allerdings ohne jede Verbindlichkeit. Lucas Keel weiss das und sagt denn auch, dass der Kontakt mit dem Kanton primär informellen Charakter gehabt habe.