Neuer Name, offene Abstimmung

An der Kirchgemeindeversammlung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Oberuzwil standen am Sonntagmorgen neben den Ersatzwahlen auch eine Namensänderung sowie die Anpassung der Kirchgemeindeordnung im Mittelpunkt.

Christine Gregorin
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OBERUZWIL. «Habemus Pastor! Er heisst nicht Franziskus, er heisst René Schärer», eröffnete Lisa Alder die Versammlung unter dem Gelächter der 86 anwesenden Stimmberechtigten.

Das Kirchenjahr 2012 habe sich insbesondere im personellen Bereich ereignisreich gestaltet: Mit Pfarrer René Schärer, Sozialdiakonin Brigitte Heule und Mesmer Rolf Grob waren gleich drei Schlüsselpositionen neu besetzt worden. Und die Verabschiedung von Pfarrer Alfred Enz, das 10-Jahr-Jubiläum von Diakon Richard Böck, der 65. Geburtstag von Organist Gerd Spycher sowie die Übernahme des pfarramtlichen Dienstes während der Pfarrvakanz durch Ellen Schout Grünenfelder, Werner Schneebeli und Willy Egger, bildeten ebenfalls wichtige Eckpfeiler, betonte die Präsidentin weiter.

Neuer Name längst aktuell

Die Jahresrechnung 2012 gestaltet sich erfreulich. Bedingt durch die Pfarrvakanz fielen die Personalkosten erheblich tiefer aus als budgetiert. Aufgrund des guten Rechnungsverlaufs konnten anstelle der vorgesehenen 38 000 gar 126 000 Franken abgeschrieben und dennoch mit einem Gewinn in der Höhe von rund 1230 Franken abgeschlossen werden. Der Steuerfuss verbleibt auf 25 Prozent und das Budget 2013 weisst ausser den Kosten für eine Machbarkeitsstudie betreffend Kirchenrenovation keine aussergewöhnlichen Ausgaben aus.

Alle Korrekturen bestätigt

«Die Evangelischen der Gemeinde Jonschwil gehören seit jeher zu unserer Kirchgemeinde. In der Kirchenordnung umfasst die Bezeichnung jedoch lediglich Oberuzwil. Neu soll diese lauten: Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Oberuzwil-Jonschwil», konstatiert Lisa Alder und erklärte, dass die Neuerung inoffiziell bereits angewendet werde. Die Anwesenden hiessen obenstehenden Antrag denn auch einstimmig gut.

Bezüglich Änderung der Kirchgemeindeordnung gaben vor allem die Gesamterneuerungswahlen zu reden. Diese sollen zukünftig nicht mehr an der Urne erfolgen, sondern in die Zuständigkeit der Kirchgemeindeversammlung fallen. Im Kanton St. Gallen ist Oberuzwil die letzte verbliebene Kirchgemeinde, die hierbei an der Urnenabstimmung festhält. Die bisherigen Materialkosten beliefen sich jeweils auf etwa 4500 Franken – die Personalkosten für die Vorbereitung der Unterlagen, das Einpacken und den Versand nicht inbegriffen.

«Die Kirchgemeindeversammlung übt ihre Befugnisse in der Regel in offener Abstimmung aus. Begehren auf Abberufung eines Pfarrers oder einer Pfarrerin dürfen nur durch Urnenabstimmung erledigt werden», lautet die von der Kirchenvorsteherschaft (Kivo) vorgeschlagene neue Textpassage. «Wählen an der Urne ist ein Vorrecht, das wir nicht leichtfertig abgeben sollten», äusserte sich Ernst Burgermeister anlässlich der Präsentation seines Antrages. Um auch für Menschen, die sonntags arbeiten müssen oder am Wahlsonntag krank seien, die Möglichkeit zu wählen zu gewährleisten, sollte seiner Meinung nach an der Urnenabstimmung festgehalten werden. Der Antrag Burgermeisters wurde mit 17 Ja- und 64 Neinstimmen klar verworfen.

Der Kivo-Antrag hingegen mit 67 Ja- und 11 Neinstimmen eindeutig gutgeheissen. Mit drei Neinstimmen und einer Stimmenthaltung wurde der neuen Kirchgemeindeordnung letztlich vollumfänglich zugestimmt, sie tritt per 1. Januar 2014 in Kraft.

Erfolgreiche Ersatzwahlen

Elsbeth Müller (Diakonie), Patrick Plattner (Kirche im Dialog) und Andrea Täschler (Finanzen) wurden neu in die Kirchenvorsteherschaft gewählt, alle einstimmig. Durch die Rücktritte von Adrian Müller – der aufgrund der kantonalen Kirchenverfassung zugunsten seiner Frau auf sein GPK-Amt verzichtet – und Andrea Täschler – die in die Kivo wechselt – waren auch in dieser Instanz Ersatzwahlen nötig. Mit Judith Dietziker und Heini Weber konnten auch diese beiden Sitze mit einem einstimmigen Votum neu besetzt werden. Zu guter Letzt wurden Lilly Senn, Marco Waespe und Guido Rehmann aus der Körperschaft verabschiedet, durch die Präsidentin mittels Geschenk sowie vom Plenum mit warmem Applaus verdankt.

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