«Neuen Herausforderungen stellen»

Alle offiziellen Kandidatinnen und Kandidaten für die verschiedenen Gremien der Katholischen Kirchgemeinde Wil wurden im ersten Wahlgang gewählt. Als neuer Kirchenverwaltungsratspräsident tritt Jürg Grämiger die Nachfolge von Josef Fässler an.

Christoph Oklé
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Wil. Zu wählen hatten die 9850 Stimmberechtigten der Katholischen Kirchgemeinde Wil sechs Kirchenverwaltungsräte, einen neuen Präsidenten, fünf Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission sowie zehn Abgeordnete plus zwei Ersatzmitglieder ins kantonale Kirchenparlament, das Katholische Kollegium. Alle für die Amtsdauer 2012 bis 2015 vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten wurden gewählt.

Bedauerliche Kirchenaustritte

Über das Vertrauen gefreut hat sich allen voran der neue Kirchenverwaltungsratspräsident Jürg Grämiger, Bronschhofen, der als bisheriger Vizepräsident seit vier Jahren die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Josef Fässler antreten wird. Der verjüngte Rat passe ausgezeichnet zum jungen Seelsorgeteam, ist Grämiger überzeugt. Für den Bronschhofer Juristen beider Rechte und ehemaligen Kantonsrat mit Anwaltskanzlei in Wil war das Vizepräsidium das erste politische Exekutivamt. Er zeigt sich zuversichtlich bezüglich der Zusammenarbeit der vier bisherigen und der drei neuen Mitglieder im Rat.

Es gelte, das bisher Erreichte zu bewahren, wie sich auch den neuen Herausforderungen zu stellen. Er verweist dabei auch auf die bedauerlichen Kirchenaustritte, die zum Teil mit der Führung der Weltkirche zusammenhängen. Dabei betont er, dass Kirche nicht dort und damals stattfinde, sondern im Hier und Jetzt, in Wil in einer aktiven und attraktiven Wertegemeinschaft.

Grosse Weitsicht

Rolf Allenspach, seit zwölf Jahren im Rat, will weiterhin Sorge zu den Finanzen tragen. Diese seien trotz grosser Investitionen gesund, freut er sich, denn ohne gesunde Finanzen wären die zahlreichen Aufgaben nicht bezahlbar, allen voran die Entlöhnung der rund 160 Angestellten der Kirchgemeinde, erklärt der Finanzverantwortliche. Für Pfarreiratspräsident Martin Kaiser aus Bronschhofen wird es die zweite Amtszeit im Rat sein, dem er grosse Fortschrittlichkeit attestiert. Beeindruckt habe ihn, mit welch grosser Weitsicht geplant werde. Auch die sehr gute Zusammenarbeit im Rat hätte ihn denn auch bewogen, sich für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung zu stellen.

Die Wilenerin Andrea Wild leitet seit acht Jahren das Ressort Diakonie. Viele randständige Leute seien auf die Unterstützung durch die Kirche angewiesen, meint Andrea Wild.

Und auch die Gratulationsgruppe bezeichnet sie als wichtiges Team, um Kontakte mit den älteren, zum Teil nicht mehr so mobilen Gemeindemitgliedern aufrechtzuerhalten und zu pflegen.

Seit zehn Jahren engagiert sich Susanne Singenberger aus Bronschhofen in der Gottesdienstgestaltungsgruppe St. Nikolaus. Als Primarlehrerin freue sie sich nun, als neue Verantwortliche Jugendbildung im Rat die Katechetinnen auch fachlich zu unterstützen, gehöre doch der Religionsunterricht – vor allem in disziplinarischer Hinsicht – zu den anspruchsvollsten Fächern.

Der Kirche etwas zurückgeben

Der zweite Ratsneuling Pascal Steiner ist der Pfarrei seit Kindheit verbunden – zuerst als Ministrant und später während knapp zweier Amtsdauern als Pfarreirat für den Dienstbereich Jugend. Das Gemeindeleben habe er stets positiv erfahren und auf die Mitarbeit in einem jungen Team (Seelsorge und Verwaltungsrat) freue er sich besonders. Als Architekt wird er künftig dem anspruchsvollen Bauressort vorstehen.

Rechtsanwältin Karin Hartmann Hess als dritte Neue wird sich schwergewichtig um die juristischen Belange der Kirchgemeinde kümmern. Sie sei hier getauft worden, habe hier geheiratet und sich immer wohl gefühlt, erklärt das ehemalige Blauringmädchen. Für sie sei es nun eine gute Gelegenheit, der katholischen Kirche etwas zurückzugeben, was sie in ihrem bisherigen Leben Gutes und Schönes bekommen habe.

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