Neue Wärme dank Holzschnitzeln

Im Oberstufenzentrum Sproochbrugg in Zuckenriet wird für knapp eine Million Franken das Heizungssystem erneuert. An der Schulgemeindeversammlung sprachen sich die nur 74 Anwesenden am Mittwochabend einstimmig dafür aus.

Simon Dudle
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Schulrat Adelbert Luzio erläuterte, wieso man sich beim neuen Heizsystem für die teuerste Variante entschieden hat. (Bild: Simon Dudle)

Schulrat Adelbert Luzio erläuterte, wieso man sich beim neuen Heizsystem für die teuerste Variante entschieden hat. (Bild: Simon Dudle)

ZUCKENRIET. Die Versammlung der Oberstufenschulgemeinde Sproochbrugg, wo die Schüler der Gemeinden Zuzwil und Niederhelfenschwil beschult werden, wurde zwar von nicht einmal zwei Prozent aller Stimmbürger besucht und dauerte keine halbe Stunde. Diese Zeit genügte aber vollends, um diskussionslos knapp eine Million Franken zu investieren. Die 74 Stimmberechtigten genehmigten einstimmig einen Kredit von 992 000 Franken für die Sanierung der Heizung und stimmten auch zu, diese binnen zehn Jahren abzuschreiben.

Die bestehenden Gas- und Ölfeuerungen wurden in den Jahren 1984 und 1995 eingebaut – und noch früher erbaut. Sie erfüllen die gesetzlichen Vorschriften betreffend Luftreinhaltung genau so wenig wie die heutigen Anforderungen. Die Heizkessel mussten in den vergangenen Jahren mehrmals wegen undichter Stellen nachgeschweisst werden. Zudem sind heute für diverse Komponenten keine Ersatzteile mehr erhältlich. Eine Sanierung ist also unumgänglich.

Kein Fernwärmeprojekt

Die Planungen bezüglich neuer Heizung laufen bereits seit dem Jahr 2013, wurden aber zwischenzeitlich unterbrochen. Der zuständige Schulrat Adelbert Luzio sagte: «Es sah mal so aus, als würde mit dem Zuzug der Firma Gebrüder Eisenring nach Lenggenwil ein Fernwärmenetz errichtet werden. Die Schule wollte sich anschliessen. Dies hat sich aber zerschlagen.»

Ein Fachplaner hat darum sieben Varianten erstellt, wie das Heizungssystem erneuert werden könnte. Die Investitionskosten gingen dabei auseinander – um 650 000 Franken. Schliesslich entschied sich der Schulrat für den teuersten Vorschlag. «Man darf nicht nur die Investition betrachten. Werden die entsprechenden Jahres-Betriebskosten über eine entsprechende Nutzungsdauer analysiert, dann sieht es anders aus», sagte Luzio. Es wird eine neue Heizzentrale mit einem Schnitzel-Heizkessel angeschafft. Zudem werden neue Fernleitungen zu den beiden Heizzentralen verlegt.

Umbau noch dieses Jahr

Die Investitionskosten verschlingen zwar 992 000 Franken, dafür sind die Wartungsarbeiten, Energie- und Kapitalkosten für den Jahresbetrieb tiefer als bei einem Modell, welches auch geprüft wurde und mit Holzpellets betrieben wird. Bei der Beurteilung haben neben wirtschaftlichen Gründen auch ökologische eine Rolle gespielt.

Die Bauarbeiten können schon in absehbarer Zukunft beginnen – mit dem Ziel, dass im nächsten Winter bereits Holzschnitzel für die Wärme in der Sproochbrugg sorgen.