Steigende Schülerzahlen in der Primarschule Niederwil verlangen nach mehr Raum

Es ist eng geworden in den Schulzimmern der Primarschule Niederwil. So eng, dass der Planungskredit zu einer neuen Schulraumplanung an der Schulbürgerversammlung ohne Gegenstimmen genehmigt wurde. Ein Entscheid, der vorerst Raum zum Atmen lässt.

Joëlle Ehrle
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Schulpräsidentin Maria Rohner führte die 73 anwesenden Stimmbürger durch den Abend. (Bild: Joëlle Ehrle)

Schulpräsidentin Maria Rohner führte die 73 anwesenden Stimmbürger durch den Abend. (Bild: Joëlle Ehrle)

Von 1406 auf 1467 — alleine im Jahr 2017: Die Rede ist von der steigenden Bevölkerungszahl in Niederwil. Das Wachstum ist auch in den Klassenzimmern zu spüren: Hier führt die Bevölkerungszunahme zu Raumproblemen. Deren Beseitigung stand an der Schulbürgerversammlung der Primarschule vom Dienstag im Fokus der 73 anwesenden Stimmberechtigten.

Planungskredit von 150000 Franken gutgeheissen

Nach den Sommerferien steigt die Schülerzahl von 148 auf 154 an. Ende 2022 werden voraussichtlich 167 Schüler die Schulbank in Niederwil drücken. Klingt nach wenig, ist in Anbetracht der erlaubten Klassengrösse jedoch viel: Maximal 24 Schüler dürfen in einer Klasse sein. «Mehr Kinder bedeuten mehr Ausgaben», sagt Schulpräsidentin Maria Rohner und erklärt damit den erhöhten Finanzbedarf für die Jahre 2019 bis 2022 sowie die Mehraufwände im Personalbereich.

Nebst der Genehmigung dieser Punkte, wurde ein Kredit von 150000 Franken für die Planung gegen die Platznot in den Schulzimmern gutgeheissen. Aktuell vom Platz-Manko betroffen sind laut Rohner Schülerinnen und Schüler der 2. Klasse: «Es kamen ein paar Kinder dazu und die Klasse musste gesplittet werden.» Im Sommer werde zudem der Kindergarten um eine weitere Klasse ergänzt. Provisorisch könne für diese ein Pavillon gemietet/gekauft und auf den Schulhausplatz gestellt werden.

Schaffung von mehr Gruppenräumen

«So würde man heute bauen», sagt Florian Schällibaum, Architekt und Geschäftsleiter der Schällibaum AG in Wattwil. Er präsentiert einen Grundriss, der den heutigen Normen entspricht: effiziente Raumnutzung und genügend Platz für Gruppenräume zwischen den Schulzimmern. Diese seien für die Interaktion zwischen den Schülern wichtig. Man habe das bisherige Raumprogramm der Schule Niederwil angeschaut und gesehen, dass sehr viel Raum verbaut wurde. «Ein Schulzimmer mit 24 Schülern sollte die Grösse von 75 Quadratmetern aufweisen», sagt Schällibaum.

In den bestehenden Schulgebäuden sei dieser Platz zwar vorhanden, doch fehlten die Gruppenräume. Für zehn Klassen rechne man mit 23 Raumeinheiten. Der Bestehende Schulkomplex habe zusammengezählt 17,2 Einheiten. Für die drei Kindergarten- und neun Primarklassen müsse man demnach 25 Raumeinheiten schaffen. Dieser Anspruch sei bescheiden: «Die Empfehlung sieht für zwölf Klassen eigentlich 27,25 Einheiten vor.» Man wolle keine Luxuslösung, sagt Schulpräsidentin Rohner: «Wir möchten lediglich, dass sich Schüler und Lehrer wohlfühlen. Der aktuelle Zustand ist nicht zeitgemäss.»

Planungsprozess braucht seine Zeit

Mögliche Lösungen liegen nun vor. Neben Erweiterungen, Anbauten und Verbindungen sei auch ein totaler Ersatzbau eine Option, dessen Kosten sich auf grob 14 Millionen Franken belaufen würden. Doch noch ist alles offen. Für weiteren Gesprächsstoff ist gesorgt.

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An der HV der Dorfkorporation Arnegg ist ein möglicher Schulhausneubau das grosse Thema. Der Präsident mobilisiert für die Schulbürgerversammlung.
Johannes Wey