Neue Lebensfreude finden

Von Wil aus organisiert die Stiftung My Handicap die Aktion «Jugendliche helfen Jugendlichen». Das Ziel ist, jungen Menschen mit einer Krankheit oder einer Behinderung zu helfen. Die Helfer sind alles selbst Betroffene.

Daria Baur
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Simon Müller ist für die Stiftung My Handicap tätig und leitet die Aktion «Jugendliche helfen Jugendlichen». (Bild: Daria Baur)

Simon Müller ist für die Stiftung My Handicap tätig und leitet die Aktion «Jugendliche helfen Jugendlichen». (Bild: Daria Baur)

WIL. Das Projekt wurde auf die Beine gestellt, um Jugendlichen, die Mühe haben mit ihrer Behinderung oder chronischen Krankheit umzugehen, zu helfen. Diese Hilfe geschieht durch den Austausch mit ebenfalls Betroffenen, welche aber schon mehr Erfahrung mit der Behinderung oder Krankheit haben.

Mehr Selbstvertrauen haben

«Sie zeigen den Hilfesuchenden, was trotz einer Einschränkung noch alles möglich ist. So sollen Jugendliche, die zu Beginn einer Krankheit oft noch frustriert oder traurig sind, mehr Selbstvertrauen und Lebensfreude bekommen», sagt Simon Müller. Er kommt aus Wil und ist der Projektleiter der Aktion «Jugendliche helfen Jugendlichen» der Stiftung My Handicap. Er selbst verbrachte aufgrund einer schweren Krankheit lange Zeit im Spital. Schon dort habe er gemerkt, wie wichtig der Austausch mit anderen Betroffenen sei. «Wenn man erfährt, dass man an einer schweren Krankheit leidet, hat man zuerst viele Fragen. Nur einige davon können durch Ärzte beantwortet werden. Menschen, die selbst betroffen sind, können einem die besten Antworten geben», sagt Müller.

Nachdem vor zwei Jahren das Konzept für die Aktion ausgearbeitet wurde, waren die Organisatoren vergangenes Jahr auf der Suche nach Jugendlichen, die helfen können. Die potenziellen Helfer wurden zu einem Gespräch eingeladen, in dem Müller abklärte, ob sie nicht selbst zu labil seien, ihre Einstellung positiv sei und sie sich somit für das Projekt eigneten. «Wir decken schon viele Krankheiten und Behinderungen ab», sagt er, «freuen uns aber sehr, wenn noch mehr Jugendliche sich beteiligen und ihre Erfahrungen an andere weitergeben wollen.»

Mehr Jugendliche informieren

Die Aktion «Jugendliche helfen Jugendlichen» gibt es in der ganzen Schweiz. Durch das Angebot konnten schon mehrere Kontakte hergestellt werden. Jetzt ist es das Ziel, mehr Jugendliche über das Angebot zu informieren und dann immer mehr Treffen organisieren zu können. Wenn sich jemand meldet, der Hilfe benötigt, sucht Müller einen der Helfer aus, dessen Krankheit oder Behinderung am ähnlichsten ist. Stimmt dieser einem Treffen zu, vereinbart Müller es. Die Jugendlichen treffen sich in einem Kaffee, bei einem der beiden zu Hause oder im Spital. «Bis jetzt haben wir gute Feedbacks bekommen», sagt Müller. «Viele Jugendliche bleiben nach den ein bis drei Treffen auch noch per E-Mail im Kontakt.»

Event als Dank für die Helfer

Die Jugendlichen, die den anderen zur Seite stehen und versuchen, ihnen Mut zuzusprechen, machen dies freiwillig. Die Stiftung bezahlt ihnen lediglich die Spesen. My Handicap will aber einen Event für sie organisieren, bei dem sie vielleicht auch einige prominente Schirmherrschaften der Stiftung, wie beispielsweise Marcel Hug treffen können.

Mehr Informationen zur Aktion unter www.myhandicap.ch

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