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Neue Kunst mit bewegter Geschichte: Am Mittwoch wird Kunst am Bau im Sportpark Bergholz eingeweiht


Am Mittwoch wird die Installation des Müllheimers Christoph Rütimann im Sportpark Bergholz eingeweiht. Dem Projekt ging eine emotionale Debatte voraus, da sich lokale Künstler übergangen fühlten.
Gianni Amstutz
Ein Kunstprojekt soll ungewohnte Einblicke in den Sportpark Bergholz ermöglichen. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Kunstprojekt soll ungewohnte Einblicke in den Sportpark Bergholz ermöglichen. (Bild: Ralph Ribi)

Es soll der letzte Schliff für den Sportpark Bergholz sein. Das Projekt «Handlauf Sportpark Bergholz» des Künstlers Christoph Rütimann, das morgen um 18 Uhr offiziell eingeweiht wird, bildet das sprichwörtliche Tüpfchen auf dem «i» des Wiler Grossprojekts. An zwei sich gegenüberliegenden Flachbildschirmen, die in die Fassade des Hallenbads beziehungsweise der Eishalle versenkt werden, sollen verschiedene Clips zu sehen sein, die Kameraläufe auf dem Areal des Sportparks zeigen. Die Jury überzeugte am Siegerprojekt, dass es «unglaublich gut lesbar» sowie «für alle zugänglich» sei.

Wiler Künstler bleiben aussen vor

Mit der offiziellen Einweihung findet ein Projekt einen Abschluss, dass in der Wiler Kulturszene und Politik für mächtig Aufsehen, ja sogar Empörung gesorgt hatte. Am Ursprung stand der Entscheid der Jury, bereits in der Qualifikationsphase kein Wiler Projekt zu berücksichtigen und ausschliesslich auf auswärtige Kunstschaffende zu setzen.

Besonders das lokale Künstlerkollektiv Ohm 41 fühlte sich dadurch brüskiert. Dies umso mehr, weil es doch die Öhmler selbst waren, die mit einem offenen Brief an den Stadtrat das Projekt Kunst am Bau überhaupt erst angestossen hatten. In ihrem Schreiben wiesen sie den Stadtrat darauf hin, dass der künstlerische Eingriff gemäss dem Kulturleitbild der Stadt in die Planung der Sportanlage hätte aufgenommen werden müssen, da es sich beim IGP-Sportpark Bergholz um einen öffentlichen Bau handelt. Der Stadtrat reagierte und führte eine Ausschreibung für das Projekt durch. Dass letztlich keine lokalen, ja nicht einmal regionale Künstler berücksichtigt wurden, stiess indes nicht nur den Öhmlern sauer auf, sondern sorgte auch auf der politischen Bühne für Unmut.

Kein Einbezug der Bevölkerung

Mit einer Anfrage richtete sich Stadtparlamentarier Erwin Böhi (SVP) an die Regierung. Auch er drückte darin seine Empörung darüber aus, dass keine regionalen Kunstschaffenden berücksichtigt worden sind. In seiner Anfrage sprach Böhi gar davon, dass die regionale Herkunft der Kunst für die Projektverantwortlichen wohl ein Ausschlusskriterium darstellten. Ein Fehler, wie Böhi damals meinte. Ein solches Werk müsse einen Bezug zur Region haben.

Weiter forderte er den Stadtrat dazu auf, die Wiler Bevölkerung bei der Entscheidung über das Siegerprojekt einzubeziehen. Erfolglos, wie sich zeigen sollte. Der Stadtrat hielt an seinem Vorgehen fest, wonach eine Jury, die sich aus Fachjuroren, dem projektverfassenden Architekten sowie Vertretern der Wispag, des Stadtrats, der Fachstelle Kultur und des Hochbaus zusammensetzte, über den Gewinner bestimmte. Die Durchführung eines partizipativen Verfahrens wurde wegen der guten Erfahrungen mit der gewählten Vorgangsweise nicht erwogen, hielt der Stadtrat damals fest. Gleichzeitig betonte er, dass er und die Jury sich bewusst seien, dass die öffentliche Akzeptanz eines künstlerischen Interventionsvorschlags von grosser Bedeutung sei. Am Entscheid, keine lokalen Künstler zu berücksichtigen, änderte dies aber nichts mehr.

Mittlerweile haben sich die Wogen rund um das Projekt geglättet. Für das Künstlernetzwerk Ohm 41 ist der Ärger mittlerweile verflogen. Und auch in der Lokalpolitik sind die kritischen Stimmen verstummt. Einer feierlichen Enthüllung der Kunstinstallation von Christoph Rütimann morgen Abend dürfte also nichts mehr im Weg stehen.

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