Neue Dirigentin – bekannte Stücke

Das Akkordeon–Orchester Wil lud am Samstag zu seinem Unterhaltungsabend in die Aula Lindenhof. Nach sechs Jahren mit Bruno Thomann an der Front übernahm Anita Felix die musikalische Leitung.

Christoph Heer
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WIL. Sie meisterte ihre Aufgabe mit Bravour. Nachdem sich Bruno Thomann nach sechs Jahren als Dirigent zurückgezogen hatte, übernahm Anita Felix dieses Amt. Thomann – er war am Samstag zu Besuch – schaute kurz zurück und meinte, dass er sechs wunderbare Jahre mit dem AOW erlebt habe. «Natürlich war es eine tolle Zeit. Aber nun habe ich mit dem AOW abgeschlossen und das ist gut so. Ich freue mich jetzt auf etwas mehr Freizeit, in der ich vermehrt musikalische Anlässe besuchen werde.» Über seine ehemaligen Musikanten sagt er, dass man merke, wie sie sich Mühe geben. Dies stellte auch Ruth Bürgi, eine Besucherin aus Wil, fest. «Natürlich geben sie sich Mühe, schliesslich spielen sie vor Publikum. Mir gefällt immer, was ich hier höre, darum verpasse ich seit vielen Jahren keine Unterhaltung des AOW.»

Neue Ansagerinnen

Nicht nur die musikalische Leitung war neu auf die jüngste Unterhaltung hin. Mit Chiara Bartholet, Wilen, und Jessica Kappeler, Busswil, führten zum ersten Mal zwei junge Damen durch das Programm. Zu Beginn etwas nervös, gaben sie sich danach aber stilsicher, witzig und wortgewandt. «Es ist ja nicht alltäglich, vor Publikum aufzutreten. Daher muss es wohl sein, dass das Herz etwas schneller schlägt», sagten die beiden nur Sekunden vor ihrem ersten Auftritt. Das knapp hundertköpfige Publikum schien dankbar ob den Neuerungen, insofern waren die Applause auch lang anhaltend. Der musikalische Teil des Abends stand unter dem Motto «Für jeden Musikgeschmack etwas». Ein «Best of» von Abba, bekannte Melodien mit «Swiss Ska», «Eloise» oder «Der dritte Mann», sorgten für Kurzweil. Weitere Höhepunkte folgten Schlag auf Schlag. Mit der Solojodlerin Ruth Felix aus Frauenfeld und den vereinsinternen Stadtweierfägern (Schwyzerörgeli) war für Abwechslung gesorgt.

Ein hoher Besuch

Und dann sass da noch ein 85jähriger Herr, fast zuvorderst und ganz alleine. Sympathisch und, wie Vereinspräsidentin Monica Schmid wusste, ein Gast von sehr weit her. Walter Zehnder aus dem aargauischen Dottikon liess sich den Abend nicht entgehen und freute sich vor allem auf den Auftritt der Stadtweierfäger. «Ich selber fing mit acht Jahren an zu musizieren, und seit gut 30 Jahren spiele ich selber Schwyzerörgeli», erklärte er. Walter Zehnder ist Gründungsmitglied des AOW, der 1939 gegründet wurde. Sein Fazit zum Abend war positiv. «Es gefällt mir gut, vor allem die Liederauswahl haben sie extrem gut getroffen.» Ein Lob, das sich die Protagonisten auf der Bühne verdient haben.

Es darf indes in naher Zukunft weiterhin mit Anita Felix als musikalische Leiterin des AOW gerechnet werden.