Neue Besitzer des Baronenhauses

Am Samstag durften die neuen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wil ihren Bürgerbrief entgegennehmen. Für viele ein emotionaler Moment. Umrahmt wurde diese Überreichung von einer kurzen Stadtführung und einigen geschichtlichen Anekdoten.

Larissa Flammer
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Das Baronenhaus ist ein Hort wertvoller Zeitzeugen der Geschichte. (Bilder: Larissa Flammer)

Das Baronenhaus ist ein Hort wertvoller Zeitzeugen der Geschichte. (Bilder: Larissa Flammer)

WIL. Das Prozedere zur Erreichung des Bürgerrechts in Wil von früher, vor einigen hundert Jahren, unterschied sich deutlich vom heutigen. Es gab einige Bedingungen zu erfüllen. So wurde eine Einkaufssumme von einigen Gulden fällig, man musste würdig und daher von ehelicher Geburt sein und man sollte wenn möglich nützlich für die Stadt sein und beispielsweise ein seltenes Gewerbe ausüben. Ausserdem gab es einmal die Regel, dass der Antragsteller ein Jahr, sechs Wochen und drei Tage lang bereits in Wil gewohnt haben musste.

Bürgerrecht nach fünf Jahren

Heute wird Schweizerinnen und Schweizern, die seit mehr als fünf Jahren in der politischen Gemeinde wohnen, das Bürgerrecht diskussionslos erteilt. Für ausländische Staatsangehörige liegt die Latte etwas höher. Umso mehr freuten sich die meisten, als sie den ersehnten Bürgerbrief in den Händen hielten.

Kultur und Wald

Es war Werner Warth, der Stadtarchivar von Wil, der den neuen Wiler Bürgerinnen und Bürgern am Samstag aus der Vergangenheit erzählte. Die Gruppe hatte sich im Gerichtshaus versammelt und wurde von Stadtpräsidentin Susanne Hartmann sowie von Norbert Hodel, Präsident des Ortsbürgerrats, offiziell als Bürger der Ortsgemeinde und der politischen Gemeinde willkommen geheissen. «Ich wünsche Ihnen, dass sie auch im Kreis der Ortsgemeinde Kontakte knüpfen und Wurzeln schlagen können, auf dass die Stadt Wil tatsächlich zu ihrem Zuhause wird», sagte Susanne Hartmann. Gehörte früher zu den Vorteilen des Wiler Bürgerrechts vor allem, dass man nur noch vor das Wiler Gericht gerufen werden durfte und von diesem durch Eid fair beurteilt wurde, so hat man heute vor allem ein Mitspracherecht. Ein Inhaber des Wiler Bürgerbriefs und somit Mitglied der Ortsgemeinde ist beispielsweise Mitbesitzer des Baronenhauses. Die Ortsgemeinde kümmert sich vor allem um die Kultur in der Stadt, wie das Chällertheater, das sich unter dem Patronat der Wiler Ortsbürger für Kleinkunst engagiert.

Geschichte im Hof

In einer kurzen Stadtführung wurden den neuen Wiler Bürgerinnen und Bürgern der Hof zu Wil sowie das Baronenhaus geöffnet. Im Hof wird einem die Geschichte der Stadt Wil eindrucksvoll vor Augen geführt. Beispielsweise der alte Wohnturm, der wieder freigelegt wurde, oder die alte Dienerschaftskapelle hinter dem Gebäude, die noch renoviert werden muss. Auch über die Fassade des Hofs wussten die Stadtführer etwas zu sagen. Nämlich, dass diese bald renoviert werden muss und das Wappen der Gemeinde Kirchberg nur dort prangt, weil es früher das Wappen der Grafen von Toggenburg war, die die Stadt gegründet haben.

Kaarina Karlstedt Lebt seit 35 Jahren hier.

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Regina Gallucci In Niederuzwil geboren.

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Thomas Maahsen 1991 nach Wil gezogen.

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