«Neubau können wir uns nicht leisten»

Die Behörde der Volksschulgemeinde Nollen hält an der Sanierung der Schulanlage Wuppenau fest. Ein Neubau sei schlicht zu teuer. An der letzten Versammlung mit Präsident Toni Lenz genehmigten die Schulbürger eine neue Gemeindeordnung.

Cyrill Rüegger
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NEUKIRCH AN DER THUR. «Wir dürfen heute stolz sein auf diese Schule», sagte Andrea Bissegger zu Toni Lenz. Sie hatte unter den Teilnehmern an der Versammlung der Volksschulgemeinde (VSG) Nollen Unterschriften für eine symbolische Lob-Petition gesammelt. Diese überreichte sie Lenz, der die VSG seit ihrer Gründung vor siebeneinhalb Jahren führt, als Andenken. «Jetzt habe ich doch noch erlebt, dass bei mir eine Petition eingereicht wird», sagte der abtretende Präsident mit einem Schmunzeln. Zuvor hatte er seinem Nachfolger Andreas Schori bereits einen symbolischen Führungsstab übergeben.

Sanierung teurer als erhofft

An seiner letzten Schulversammlung informierte Toni Lenz die 92 anwesenden Schulbürgerinnen und Schulbürger über den aktuellen Stand bei der geplanten Gesamtsanierung der Schulanlage in Wuppenau. Die Behörde favorisiere weiterhin die bisherige Variante, die vorsieht, auf einen Anbau zu verzichten und das veraltete Hallenbad abzubrechen. Bei den drei Informationsveranstaltungen in den letzten Monaten tauchte immer wieder die Idee von einem Abbruch und kompletten Neubau der Schulanlage auf. «Dies würde nach ersten Schätzungen zwischen zehn und elf Millionen Franken kosten. Das können wir uns nicht leisten», sagte Toni Lenz. Allerdings koste die Alternative einer Gesamtsanierung des Schulhauses wohl mehr als die ursprünglich kalkulierten 3,5 Millionen Franken. Die Behörde rechnet neu mit einer Summe von 4,8 Millionen Franken.

Votant Thomas Gilgen gab daraufhin zu bedenken, dass sich ein Neubau unter Berücksichtigung der möglicherweise geringeren Betriebskosten doch lohnen könnte. «Um das zu beurteilen, wären weitere Investitionen in die Planung des Neubaus nötig», antwortete Toni Lenz. «Zudem rechnen wir damit, dass die Betriebskosten nach der Sanierung nicht höher sind als bei einem Neubau.»

Abstimmung an der Urne

Zur Abstimmung kommt der Sanierungskredit frühestens im März 2014. Die Schulbürger der Volksschulgemeinde Nollen befinden dann voraussichtlich an der Urne darüber. Das sieht die neue Gemeindeordnung vor, die an der Versammlung ohne Gegenstimme genehmigt wurde. Gewichtige Geschäfte sollen künftig nicht mehr an der Versammlung zur Abstimmung kommen. «So kann eine grössere Anzahl von Stimmbürgern ihren Willen ausdrücken», sagte Toni Lenz. Die neue Gemeindeordnung muss noch vom Kanton genehmigt werden.

Mit nur einer Gegenstimme genehmigten die Stimmbürger auch den 415 000-Franken-Kredit für eine neue Schnitzelheizung in der Schulanlage Schönholzerswilen. Nach 27 Jahren muss die alte Heizung aus technischen Gründen ersetzt werden.