Negatives wohl unvermeidbar

In der Beantwortung der Interpellation «Jugendgewalt in Wil» sieht der Stadtrat hauptsächlich Alkoholkonsum als Auslöser für Verschmutzung, Sachbeschädigung und Auseinandersetzungen.

Silvan Meile
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«Der grosse Teil der Jugendlichen verhält sich korrekt», heisst es ganz am Schluss der Stellungnahme des Stadtrats zur Interpellation über Jugendgewalt in Wil von Laura Berger (Grüne Prowil). Die Interpellantin griff Vorfälle auf, an denen es hauptsächlich während der Fastnacht in der Region Wil zu Gewalt gekommen war. Etwa anlässlich des Maskenballs im Stadtsaal, an dem es zu Provokationen und einer Schlägerei zwischen einer Gruppe Jugendlicher und einer Guggenmusik kam (Wiler Zeitung vom 16.

Februar), oder Gangs, die unterwegs gewesen seien, um Gewalt zu provozieren. So seien Leute belästigt und gar auf dem Nachhauseweg spitalreif geschlagen worden. Sogar KO-Tropfen seien im Umlauf gewesen. Berger bat den Stadtrat um Beantwortung von neun Fragen im Bereich geplanter Massnahmen, Verantwortung der Veranstalter sowie Zusammenarbeit mit der Polizei und Präventionsprojekten.

Von Gangs nichts bekannt

Der Stadtrat bestätigt, dass es aufgrund des Vorfalls im Stadtsaal zu fünf Anzeigen gekommen ist. Die Täterschaft konnte eruiert und zur Anzeige gebracht werden. Zudem habe die Polizei Kenntnis vom Vorfall mit den KO-Tropfen, heisst es weiter. «Polizeilich sind keine weiteren Ereignisse bekannt», so der Stadtrat. Nach Angaben der Polizei seien während der Fastnachtszeit keine Gangs unterwegs gewesen.

Sicherheitskonzept erforderlich

Bezüglich Verantwortung zum Thema Sicherheit der Veranstalter von Anlässen hält der Stadtrat fest, dass die Stadt Wil Bewilligung mit angemessenen Auflagen erlässt. Nach Rücksprache mit der Stadtpolizei müsse ein Sicherheits- und Parkplatzkonzept vorhanden sein. «Für Anlässe wird bedarfsgerecht ein Sicherheitsdienst verlangt und die Veranstaltenden müssen eine Haftpflichtversicherung abschliessen», heisst das konkret.

Eine wichtige Auflage sei auch, dass die Jugendschutzbestimmungen betreffend Alkoholkonsum umgesetzt würden. Die Polizei erhält alle Bewilligungen, in denen die entsprechenden Auflagen aufgeführt sind, zur Kenntnisnahme. Eine Zusammenarbeit mit Alkohol-Präventionsstellen werde ausdrücklich begrüsst. Eine Möglichkeit, die Jugendschutzbestimmungen durchzusetzen, sind Alkoholtestkäufe, wie sie im vergangenen Jahr erstmals in Wil durchgeführt wurden.

Die Veranstalter müssen ihrerseits der Stadtpolizei die Konzepte für Verkehr und Sicherheit mitteilen.

Beträchtlicher Aufwand

Um Jugendgewalt vorzubeugen, erwähnt der Stadtrat in seiner Beantwortung der Interpellation verschiedene Projekte, welche die Jugendlichen im Fokus haben. Allen voran das Jugendzentrum Obere Mühle und die mobile Jugendarbeit.

Dort bietet auch die Jugend-Informationsstelle «tipp» Jugendlichen und werdenden Erwachsenen Informationen zu allen relevanten Themen. Ausserdem besteht eine Kommission für Jugendfragen in vorberatender Funktion für den Stadtrat und als Unterstützung der Zusammenarbeit und Koordination von Jugend-Aktivitäten in der Stadt Wil.

Das Departement Versorgung und Sicherheit organisiere die Arbeitsgruppe Sicherheit, Jugend und Sucht, die sich üblicherweise dreimal jährlich zum Austausch von Informationen und zum Besprechen von möglichen Massnahmen treffe.

Trotz dieses beträchtlichen Aufwands seitens der Behörden würden sich negative Aspekte wie Verschmutzung, Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen kaum vermeiden lassen, so der Stadtrat.