Neckertal definiert seine Zukunft

Seit dem Beginn der Gemeinde Neckertal vor zwei Jahren ist einiges passiert. Nun wollen die Behörden wissen, welchen Weg die Gemeinde Neckertal mit den verschiedenen Dörfern und Weilern einschlagen soll. Daher fordern sie die Bevölkerung auf, mitzureden und mitzugestalten.

Sabine Schmid
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Mogelsberg. Der Gemeinderat von Neckertal nutzte die Bürgerversammlung von vergangener Woche, um sein Strategiepapier vorzustellen. In den verschiedenen Ressorts hat er die aktuelle Situation und die zukünftigen Rahmenbedingungen aufgenommen. Die Behördenmitglieder legten diese Erkenntnisse vor. In zwei Workshops soll sich nun die Bevölkerung mit der Zukunft der Gemeinde und der Dörfer befassen (siehe Kasten).

Postautolinien weiterführen

Die Gemeinde Neckertal hat kein eigentliches Zentrum, sondern besteht aus Mogelsberg, Brunnadern, St. Peterzell, Wald, Dicken, Hoffeld, Ebersol, Nassen und Necker. Alle diese Dörfer und Weiler sollen ihren Charakter behalten, erklärte Gemeindepräsidentin Vreni Wild. In den vier Hauptdörfern will der Gemeinderat das vorhandene Bauland erhalten, während in den anderen Gebieten keine neuen Einzonungen mehr gemacht werden sollen.

Gemeinderat Bruno Vogt stellte klar, dass der Gemeinderat das bisherige Angebot des öffentlichen Verkehrs erhalten und nach Möglichkeit weiter optimieren will. «Wir konzentrieren uns dabei auf die SOB-Bahnhöfe Brunnadern und Mogelsberg sowie auf die Postautolinien», sagte er. Der Gemeinderat könnte sich vorstellen, die Postautolinie Herisau–St. Peterzell–Brunnadern bis nach Mogelsberg weiterzuführen.

Ein Bürger regte an, dass der Endpunkt dabei nicht das Dorf Mogelsberg, sondern der Bahnhof sein sollte. Zudem möchte der Gemeinderat die Verlängerung des Nachtbusses bis Brunnadern und die Erhaltung der kostenlosen Park+Ride-Plätzen in Brunnadern erreichen.

Tourismus ja oder nein

Auch bezüglich des Tourismus hat sich der Gemeinderat Überlegungen gemacht. «Eine intakte Natur reicht nicht, um als Tourismusdestination zu gelten», ist Bruno Vogt überzeugt.

Man müsse sich daher die Frage stellen, ob man Tourismus wolle und wenn ja, zu welchem Preis. Die Gemeinde Neckertal stellt daher zur Diskussion, ob sie aus allen Tourismusorganisationen austreten will und ob eine Konzentration des Tourismus unter einem Dach eine Lösung wäre. Für Bruno Vogt ist aber klar, dass die Gemeinde Einzelangebote wie Verpflegungsstationen am Pilgerweg oder Anbieter von Agrotourismus unterstützen soll.

Dass die Dörfer belebt sind, ist zu einem grossen Teil Verdienst der Vereine. Diese sorgen auch für ein breites Angebot an Kultur und an Bräuchen, sagte Gemeinderätin Anny Bleiker. Dieses Engagement – sei es die Organisation von regionalen oder kantonalen Anlässen oder die Verschönerung des Dorfbildes – will der Gemeinderat weiterhin unterstützen.

Erste Schritte diesbezüglich erfolgen 2011, nämlich mit einer neuen Beflaggung und durch die finanzielle Unterstützung von Hauseigentümern, welche die Fassade ihrer Häuser sanieren. Bei der Jugendarbeit steht eine vermehrte Zusammenarbeit im Vordergrund. Die drei Neckertaler Jugendtreffs in Brunnadern, St. Peterzell und Oberhelfenschwil sollen unter ein Dach gestellt werden.

Regionales Alterszentrum

Durch die demographische Entwicklung hin zu immer mehr älteren Menschen muss die Gemeinde Neckertal auch im sozialen Bereich den Weg in die Zukunft festlegen. Mit dem Entscheid zum Ausbau des Alters- und Pflegeheims Brunnadern zu einem regionalen Alters- und Gesundheitszentrum hat die Bevölkerung bereits eine Weiche gestellt.

Derzeit würden Verhandlungen laufen, um das Alters- und Pflegeheim Mogelsberg nach seiner Schliessung für andere Zwecke zu nutzen, informierte Gemeinderat Peter Bünzli. Er lobte die Spitex, die viel leiste, um älteren Menschen möglichst lange ein selbständiges Wohnen zu ermöglichen. Zum Auftrag der Gemeinde gehöre auch die ärztliche Grundversorgung, führte Peter Bünzli weiter aus. Wie sich diese aber in Zukunft präsentieren wird, konnte er nicht sagen.

Gemeinderat Werner Ackermann versprach den Landwirten, dass sich die Gemeinde um gute Abläufe ihrer Bedürfnisse bemühe. Zudem unterstütze die Gemeinde Vernetzungsprojekte. Er sprach auch den geplanten Naturpark an, der vor allem vom Goodwill der Landwirte abhängig ist. Ackermann sprach zudem das Engagement der Gemeinde für erneuerbare Energien an. Neckertal unterstützt beispielsweise die Aktion Heisswasser vom Dach von Energietal Toggenburg und die Fernwärmeanlage in Mogelsberg.

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