NECKER: «Nur vereinzelte Klagen»

Nur wenige Mitarbeiter des Asylbewerberzentrums Neckermühle leben in der Gemeinde Oberhelfenschwil. Das Zentrum wird Ende November geschlossen, da die Zahl der Asylbewerber zurückgeht.

Martin Knoepfel
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Die Asylbewerber, die in der «Neckermühle» untergebracht sind, müssen selber einkaufen und kochen. (Bild: Urs Bucher (2. Juli 2015))

Die Asylbewerber, die in der «Neckermühle» untergebracht sind, müssen selber einkaufen und kochen. (Bild: Urs Bucher (2. Juli 2015))

Martin Knoepfel

martin.knoepfel

@toggenburgmedien.ch

Ende November wird der Kanton die beiden Zentren für Asylbewerber in der Neckermühle in Necker (Gemeinde Oberhelfenschwil) und das Wohnfoyer in Wil stilllegen. Gründe dafür sind der Rückgang der Zahl der Asylbewerber seit Frühling 2016 und die Prognose des Staatssekretariats für Migration für den Zustrom von Asylbewerbern. Oberhelfenschwils Gemeindepräsident, Toni Hässig, spricht über die Folgen der Schliessung des Zentrums Neckermühle für die Standortgemeinde.

Toni Hässig, würden Sie einen Asylbewerber bei sich aufnehmen?

Ich wüsste nicht, weshalb. Asylbewerber werden wenn immer möglich in von der Gemeinde gemieteten Wohnungen untergebracht, nicht bei Privaten.

Sind Sie froh oder unglücklich über die Schliessung des Zentrums für Asylbewerber in der Neckermühle?

Es handelt sich um ein kantonales Zentrum. Wenn die Asylbewerber fehlen, wird das Zentrum stillgelegt. Das ist ein ökonomischer Entscheid und weder positiv noch negativ zu werten.

Wohnen viele der Mitarbeiter der ‹Neckermühle› in der Gemeinde Oberhelfenschwil?

Es handelt sich nur um einzelne Mitarbeiter. Wo die Mitarbeiter der‹Neckermühle› wohnen, die nicht in Oberhelfenschwil ansässig sind, weiss ich nicht.

Hat die Gemeinde Oberhelfenschwil am Zentrum für Asylbewerber verdient?

Nein, keinen einzigen Franken. Das wird auch in Zukunft so sein. Der Vertrag über die Miete der Liegenschaft wurde zwischen dem Besitzer und dem Kanton abgeschlossen.

Die Asylbewerber in der ‹Neckermühle› kochen selber. Kann man davon ausgehen, dass das örtliche Gewerbe von der Existenz der Unterkunft nicht gross profitiert?

Das ist schwierig zu sagen. Ich kann mir vorstellen, dass Bewohner der ‹neckermühle› im Dorfladen in Necker oder in Brunn-adern eingekauft haben und dass die Läden dort den Verlust spüren werden. Das Gewerbe im Dorf Oberhelfenschwil hat vom Zentrum für Asylbewerber jedoch nicht profitiert.

Haben Sie in den vergangenen Jahren viele Klagen von Anwohnern wegen des Verhaltens von Asylbewerbern im Zentrum in der Neckermühle erhalten?

Es gab nur vereinzelte Klagen. Wenn eine Klage eingegangen ist, haben wir sie jeweils an die Zentrumsleitung weitergeleitet. Diese hat die Klagen sehr professionell bearbeitet. Überhaupt kann man sagen, dass das Zentrum in den letzten Jahren sehr gut geführt wurde.

Oberhelfenschwil muss wegen der Schliessung des Asylzentrums Neckermühle in Zukunft ebenfalls Asylbewerber aufnehmen, was bisher nicht der Fall war. Wissen Sie, wie viele das sind und wo die Gemeinde sie unterbringen wird?

Nein, das wissen wir noch nicht. Wir werden jetzt die gleichen Pflichten haben wie alle andere Gemeinden, die kein Zentrum für Asylbewerber haben und acht bis zehn Asylsuchende unterbringen müssen. Wir haben uns allerdings noch nicht nach Wohnraum umgesehen.