NATURSCHUTZ: Gewässerraum belastet – Gemeindepräsident erfreut

Ein Abschnitt des Alpbachs in Rickenbach ist in den Kataster der belasteten Standorte aufgenommen worden. Gemeindepräsident Ivan Knobel nimmt es gelassen.

Simon Dudle
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Gilt ab sofort als belasteter Standort: Das Gebiet beim Alpbach in Rickenbach. (Bild: Simon Dudle)

Gilt ab sofort als belasteter Standort: Das Gebiet beim Alpbach in Rickenbach. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Zierlich fliesst er vor sich hin, der von Kirchberg kommende Alpbach. Idyllisch liegt sie da, die Landschaft beim Rickenbacher Elektrizitätswerk nahe der Bahnlinie ins Toggenburg. Doch seit kurzem gilt jenes Gebiet als belastet und wurde in den entsprechenden Kataster eingetragen. Das ist das Ergebnis von mehreren Untersuchungen, welche das Thurgauer Amt für Umwelt in den vergangenen Jahren hat durchführen lassen. Betroffen sind Parzellen, welche der Politischen Gemeinde Rickenbach und einem Landwirt gehören.

In jenem Gebiet ist besondere Vorsicht geboten, da sich knapp unter der Erdoberfläche ein Grundwassersee befindet. Zudem wurde jenes Stück Land früher als Müllhalde genutzt, um den Hauskehricht zu entsorgen. Was heute unvorstellbar ist, war noch bis lange in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hinein gang und gäbe: Abfall wurde in der Erde verscharrt. Als damals der Alpbach begradigt wurde, verkam dessen alter Lauf zur Müllkippe.

Boden betroffen, Wasser nicht

Ein Abschnitt des Alpbachs wurde nun zu einem belasteten Standort. Für Rickenbachs Gemeindepräsident Ivan Knobel ist das kein grosses Problem. Ganz im Gegenteil. Er sagt: «Ich bin erfreut, weil wir nun wissen, dass der Standort nicht sanierungsbedürftig ist.» Hintergrund der Aussage: Bei den Abklärungen durch den Kanton wurde erläutert, ob das Gebiet sanierungs- oder nur überwachungsbedürftig ist. Es müssen also keine Massnahmen getroffen werden. Zudem haben die Messungen ergeben, dass weder der Alpbach noch das Grundwasser belastet sind, sondern «nur» der Boden.

Doch was bedeutet das für die Gemeinde und den privaten Landeigentümer? Für Bauvorhaben wird es schwierig. Allerdings befindet sich das entsprechende Gebiet in der Landschaftsschutzzone. Die Chancen, dass dort je gebaut wird, sind äusserst gering. Für das Hochwasserschutzprojekt, welches Rickenbach und den Alpbach in den nächsten Jahren beschäftigen wird, gibt es aus technischer Sicht grünes Licht. «Laut einem spezialisierten Büro sollte auch einer Renaturierung des Bachs nichts im Weg stehen», sagt Knobel.

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