Naturpark für ein gutes Image

Bichelsee-Balterswil und Fischingen sollen Teil eines regionalen Naturparks werden. Das von Pro Zürcher Berggebiet initiierte Projekt soll die Region besser vermarkten. Am 20. Januar findet dazu in Fischingen ein Workshop statt.

Adrian Grzonka
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Godi Siegfried Gemeinderat Fischingen

Godi Siegfried Gemeinderat Fischingen

REGION. Das Tannzapfenland als Teil eines regionalen Naturparks mit überregionaler Strahlkraft: Seit vergangenem Sommer gibt es für dieses Ziel konkrete Pläne. Der Gemeindeverband Pro Zürich Berggebiet hat im August eine Machbarkeitsabklärung für das Projekt gestartet. Nebst den Regionen Goldingertal/Eschenbach und Zürcher Berggebiet sind die Hinterthurgauer Gemeinden Bichelsee-Balterswil und Fischingen beteiligt.

«Viele ehrliche Meinungen»

Als Teil der Machbarkeitsabklärung, welche insgesamt eineinhalb Jahre dauert und von Fachleuten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften betreut wird, findet am 20. Januar ein Workshop im Kloster Fischingen statt. Dieser sei wichtig, um herauszufinden, wie die Bevölkerung zum Projekt stehe, sagt Beat Weibel, Gemeindepräsident von Bichelsee-Balterswil. «Jeder, der sich zum Projekt äussern will – ob positiv oder negativ –, ist bei der Veranstaltung herzlich willkommen», sagt er. Godi Siegfried, Gemeinderat von Fischingen, sieht den Nutzen des Workshops ähnlich: «Es ist sehr wichtig, dass möglichst viele Leute offen und ehrlich über die Vor- und Nachteile reden können.» Siegfried erhofft sich zudem, wertvolle Inputs aus der Bevölkerung zu erhalten: Es gelte, die Chancen und Risiken möglichst genau zu definieren, wozu die Interessenten einen entscheidenden Beitrag leisten könnten.

Gewinnbringend präsentieren

Die Bevölkerung über das Projekt zu informieren, ist Weibel ebenfalls ein Anliegen – speziell, da der Begriff «Naturpark» bei manchen falsche Assoziationen wecke. «Das geplante Projekt ist weit weg von einem Nationalpark.» Würde der Naturpark realisiert, gäbe es keine neuen Vorschriften. Vielmehr gehe es darum, das Vorhandene zu schützen und es gewinnbringend zu präsentieren. Dabei würde nicht nur die Natur, sondern ebenso die Infrastruktur und das Gewerbe berücksichtigt. «Der Naturpark ist eine Art Imagepflege, von der die ganze Region profitieren kann», sagt der Gemeindepräsident von Bichelsee-Balterswil. Auch Siegfried betont den Mehrwert, der dank des Naturparks entstehen würde, und hat wenig Bedenken, dass die Bevölkerung das Projekt nicht befürworten wird, wie dies zum Beispiel auf dem Seerücken geschehen ist: Damals stellten sich vor allem Landwirte gegen den Naturpark – aus Angst vor zusätzlichen Vorschriften. Siegfried, selbst als Landwirt tätig, ist überzeugt, dass auch die Landwirtschaft von der Aufwertung der Region profitieren würde. Der Naturpark sei als ein «Label» zu verstehen, sagt Siegfried, und vergleicht es mit der Bezeichnung «Heidiland», welche Produkte mit einer idyllischen Landschaft verknüpfe und so äusserst erfolgreich sei.

Die liebliche Landschaft des Tannzapfenlandes soll künftig mit einem Naturpark besser vermarktet werden. (Bilder: Olaf Kühne)

Die liebliche Landschaft des Tannzapfenlandes soll künftig mit einem Naturpark besser vermarktet werden. (Bilder: Olaf Kühne)

Beat Weibel Gemeindepräsident Bichelsee-Balterswil

Beat Weibel Gemeindepräsident Bichelsee-Balterswil

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