Nationalräte duellieren sich in Wil: Rege «WG-Diskussion» um den Weg der Schweiz

Sie wohnen in einer Wohngemeinschaft zusammen, vertreten aber in einer Diskussion zur Begrenzungsinitiative gegensätzliche Positionen: In Wil traten Franziska Ryser (Grüne) und Mike Egger zum Polit-WG-Duell an.

Roland P. Poschung
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Kräfte messen. Die beiden Mitglieder im Nationalrat, Franziska Ryser und Mike Egger, im WG-Polit-Duell in der Wiler Altstadt.

Kräfte messen. Die beiden Mitglieder im Nationalrat, Franziska Ryser und Mike Egger, im WG-Polit-Duell in der Wiler Altstadt.

Bild: Roland P. Poschung (Wil, 3. September 2020)

Sie wohnen zusammen in der gleichen Wohngemeinschaft (WG) und sitzen beide im Nationalrat. Beim Thema Begrenzungsinitiative sind Franziska Ryser (Grüne) und Mike Egger (SVP) allerdings unterschiedlicher meinung. Das zeigte die pointierte Auseinandersetzung an einer Podiumsdiskussion vom Donnerstagabend in Wil.

Moderator Urs Hemm vom «Toggenburger Tagblatt» gliederte die Diskussion in vier Blöcke: Wirtschaft und Arbeit, Infrastrukturen, Kultur und Bildungswesen sowie Soziales.

Gewichtige Abstimmung steht bevor

Die Abstimmung über die SVP-Volksinitiative «Für eine massvolle Zuwanderung (Begrenzungsinitiative)» vom 27. September ist gewichtig für die Schweiz und die Europäische Gemeinschaft (EU). Dementsprechend umfasst die Informationsbroschüre für die Bürgerinnen und Bürger nicht weniger als acht Seiten. Während die Initiative die Personenfreizügigkeit mit der EU beenden möchte, warnen die Gegner vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen.

Schon im Vorfeld war bekannt: «Die Initiative gefährdet den bilateralen Weg der Schweiz. Ohne das Freizügigkeitsabkommen und die damit verknüpften Verträge verlieren die Schweizer Unternehmen den direkten Zugang zu ihrem wichtigsten Markt, zur EU». Eine Annahme der Initiative hätte schwerwiegende Folgen für die Arbeitsplätze und den Wohlstand, sind sich die Gegner sicher.

Standpunkte deutlich gemacht

Nationalrätin Ryser betonte in ihren Ausführungen, dass sich Bundesrat und Parlament intensiv mit den Vor- und Nachteilen auseinandersetzten. Es wurde die Ablehnung der Vorlage entschieden.

SVP-Politiker Egger hielt fest, dass die heute unbegrenzte Zuwanderung der Schweizer Wirtschaft, der Sicherheit und der Umwelt schade. Sie gefährde Arbeitsplätze, Freiheit und den über Generationen hart erarbeiteten Wohlstand.

Die lebhaft geführte Gesprächsrunde machte vor allem die gefestigten Standpunkte deutlich. Das Stimmvolk wird die Abstimmung als Herausforderung ansehen.