Naive Sirnacher verschenken Sieg

Der FC Sirnach verpasst gegen einen über weite Strecken harmlosen FC Gossau ZH den angestrebten Befreiungsschlag und rutscht wegen seines Formtiefs in der Tabelle weiter zurück. Die Niederlage wäre vermeidbar gewesen. Die Gründe dafür scheinen vielfältig.

Patrick Bitzer
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Sirnachs Torhüter wird in der 23. Minute geprüft, ist seiner Aufgabe jedoch gewachsen. (Bild: Urs Nobel)

Sirnachs Torhüter wird in der 23. Minute geprüft, ist seiner Aufgabe jedoch gewachsen. (Bild: Urs Nobel)

FUSSBALL. Rund eine halbe Stunde nach Spielschluss hatte sich die komplette Sirnacher Mannschaft inklusive Staff und Führungscrew im Besprechungsraum ihres Vereinslokales versammelt. Die Aussprache schien zwar kurz – nach rund fünf Minuten war die Sitzung bereits wieder vorbei –, aber heftig ausgefallen zu sein. Gegen einen spielerisch limitierten Gegner, welcher abgesehen vom Kampfgeist sämtliche Klasse vermissen liess, hatten die Thurgauer zuvor leichtfertig drei Punkte verspielt. Grund genug, die Tatsachen nach Spielschluss auf den Tisch zu legen.

Elfmeter bringt die Führung

Das ersatzgeschwächte Heimteam, welches verletzungsbedingt gleich auf mehrere Stammkräfte verzichten musste, startete ambitioniert in die Partie. Bereits nach fünf Zeigerumdrehungen scheiterte Captain Horak freistehend nach einem Eckball mit seinem Kopfball nur knapp.

Nur drei Minuten später sollte der FC Sirnach dann trotzdem in Front liegen. Topskorer Zverotic liess sich nach einem zugesprochenen Hand-Elfmeter nicht zweimal bitten und verwertete den Strafstoss sicher zur frühen 1:0-Führung. Was vielversprechend begann, konnte in der Folge die Erwartungen nicht mehr erfüllen.

Die Partie flachte zunehmend ab, Torchancen suchte man auf beiden Seiten vergeblich. Erst nach 23 Minuten gelang es den Gästen, erstmals Gefahr vor dem Sirnacher Tor zu erzeugen. Den Abschluss von Marco Schmid klärte Sirnach-Keeper Radoncic allerdings reflexartig zum Eckball. Ein zweitesmal vergab Gossaus Muggli unmittelbar vor der Pause freistehend vor dem Tor den vermeintlichen Ausgleich zum 1:1.

Das Gezeigte auf dem Spielfeld glich auch nach dem Pausentee demjenigen vor dem Seitenwechsel. Die Partie plätscherte regelrecht vor sich hin und bot kaum Spektakel. Es machte den Anschein, als wolle der FC Sirnach nicht mehr, und die Gäste aus Gossau ihrerseits konnten nicht mehr. Nennenswerte Aktionen suchte man bis kurz vor der 80. Spielminute denn auch vergebens.

Gossau bestraft naive Sirnacher

Dann allerdings überschlugen sich die Ereignisse. Vorerst scheiterte das Gastteam nach einem abgefälschten Schuss noch an der Torumrandung. Zwei Minuten später sollte der Ausgleich allerdings Tatsache werden. Auf einen Abpraller reagierte Jonas Müller am schnellsten und schob aus kurzer Distanz zum etwas überraschenden 1:1-Ausgleich ein. Der auffälligste Gossauer hatte scheinbar Blut geleckt. Unmittelbar vor Ablauf der regulären Spielzeit enteilte der quirlige Offensivspieler der Sirnacher Abwehr ein weiteres Mal, profitierte von einem Missverständnis der Routiniers Simoes und Radoncic und verwertete den Angriff eiskalt zum siegbringenden 1:2.

So stand am Ende trotz bescheidenen Auftritts aus Sicht der Gäste ein durchaus erfreuliches Resultat auf der Anzeigetafel. Die Platzherren ihrerseits schlichen resigniert vom Platz und dürften sich den einen oder anderen Vorwurf ihres Trainers gefallen lassen müssen.

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