Nahe der Tausendergrenze

Das Dorf Bichwil wächst stetig und erreicht bald einmal die Zahl von 1000 Einwohnern. An der Dorfstrasse wird zurzeit eine Überbauung mit drei Mehrfamilienhäusern erstellt. In jüngster Zeit sind vor allem Eigentumswohnungen entstanden.

Philipp Stutz
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Cornel Egger Gemeindepräsident Oberuzwil

Cornel Egger Gemeindepräsident Oberuzwil

BICHWIL. «Es handelt sich um eine Nahverdichtung im bereits überbauten Gebiet», umschreibt Oberuzwils Gemeindepräsident Cornel Egger das Bauvorhaben der Serenity Immobilien AG, die an der Dorfstrasse am östlichen Dorfrand Bichwils drei Mehrfamilienhäuser mit 17 Eigentumswohnungen erstellt. In die Überbauung, die etwas hochgestochen als «Residenz Eppenberg» apostrophiert wird, sollen 11,5 Millionen Franken investiert werden. Sie wird über eine Tiefgarage erschlossen, die 35 Parkplätze umfasst.

Die Nutzung solcher Flächen entspricht laut dem Gemeindepräsidenten einer Verdichtung nach innen, und das Dorf werde damit aufgewertet. Die drei Mehrfamilienhäuser könnten gebaut werden, ohne dass eine Neueinzonung nötig werde. Gleichzeitig werde eine Überbauung auf der grünen Wiese vermieden.

Stark gewachsen

Bichwil ist in den vergangenen Jahren mit dem Nachbardorf Oberuzwil zusammengewachsen. Das Dorf ist stark gewachsen, wie die Einwohnerzahlen belegen. Zählte Bichwil im Jahr 1980 noch 646 Einwohner, ist diese Zahl Ende 2014 auf 970 angestiegen.

Im Richtplan der Gemeinde Oberuzwil ist ein jährliches Wachstum zwischen 0,6 und 0,8 Prozent festgelegt worden. Heute zählt die Gemeinde insgesamt 6229 Einwohner. Wie sich das neue Raumplanungsgesetz auf die bauliche Entwicklung auswirkt, bleibt laut Cornel Egger abzuwarten. Doch werde die Nachfrage für Flächen im überbauten Gebiet zunehmen. Noch besitze die Gemeinde Baulandreserven. Wie diese genutzt werden, sei eine Frage der Planung.

Aktiv im Jubiläumsjahr

Bichwil feiert heuer das 1150jährige Bestehen. Und dies mit verschiedenen Anlässen. So wurde das Ikawari-Grümpelturnier wiederbelebt, Konzerte werden ebenso durchgeführt wie ein Mülltonnenrennen. Mit Engagement haben die Stiftung Dorfleben und die Vereine das Jubiläumsprogramm vorbereitet. Der sprichwörtliche «Bichwiler Geist» sei förmlich zu spüren, heisst es im Vorwort zur Jubiläumsbroschüre 1150 Jahre Bichwil. «Das alles zeigt, dass Bichwil noch immer über ein aktives Dorf- und Vereinsleben verfügt», betont Cornel Egger.

Doch soll nicht verschwiegen werden, dass das Dorf unterhalb des Eppenbergs in den vergangenen Jahren vieles von seiner Identität eingebüsst hat. Post, Bank, Bäckerei, Käserei, das Restaurant Adler: All diese Betriebe sind längst aus Bichwil verschwunden. Ebenso wie der «Leierchaschte», der jahrelang für Kleinkunst garantierte. Doch noch immer seien Familien gut ins Dorf eingebunden, sagt der Gemeindepräsident. Die Schule besitze dabei einen integrierenden Charakter.

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