Nächste Abfuhr für Skaterpark

Neuerlich verhindert der Widerstand von Anwohnern einen Skaterpark in Kirchberg. Gross ist die Enttäuschung bei zwei Sekundarschülern, die vergangenes Jahr 164 Unterschriften für eine solche Anlage gesammelt hatten.

Simon Dudle
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Fussball statt Skaten: Auf dem Pausenplatz der Oberstufe Lerchenfeld in Kirchberg wird es trotz Unterschriftensammlung auch in Zukunft keinen Funpark geben. (Bild: Simon Dudle)

Fussball statt Skaten: Auf dem Pausenplatz der Oberstufe Lerchenfeld in Kirchberg wird es trotz Unterschriftensammlung auch in Zukunft keinen Funpark geben. (Bild: Simon Dudle)

KIRCHBERG. Joel Tinner und Reto Dörig skaten für ihr Leben gern – und würden ihrem Hobby am liebsten auch am Wohnort Kirchberg frönen. Die beiden Oberstufenschüler haben darum vergangenes Jahr Unterschriften für einen Skaterpark in Kirchberg gesammelt. Mit 40 bis 50 haben sie gerechnet, geworden sind es 164 – und das in lediglich einer Woche.

Gross war die Hoffnung, dass eine solche Anlage zustande kommt. Noch grösser war sie, als Tinner an der letztjährigen Olma für sein Engagement der sogenannte Bratwurst-Preis verliehen wurde. Damit sollen unter anderem ehrenamtliche Einsätze gewürdigt werden. Zudem waren im Budget der Gemeinde Kirchberg des laufenden Jahres finanzielle Mittel für die Realisierung einer mobilen und temporären Skateranlage «Funpark» aufgenommen worden. Dieser sollte in den Sommer- bis Herbstmonaten aufgestellt und für den Winter wieder demontiert werden. Als einziger möglicher Standort war die Schulanlage Sonnenhof/Lerchenfeld auserkoren worden. Der Schulrat unterstützte das Projekt.

Widerstand angekündigt

Umso grösser war bei Tinner die Enttäuschung, als er gestern durch die Wiler Zeitung erfuhr, dass der Skaterpark nicht realisiert werde. Grund: Widerstand der Anwohner. Die Errichtung der Anlage bedarf einer Baubewilligung und bedingt somit die Eingabe eines Baugesuchs. Darum hat die Jugendkommission mit den einspracheberechtigten Anwohnern Kontakt aufgenommen und ihnen das Projekt vorgestellt – ohne dabei auf offene Ohren zu stossen. Die Anwohner konnten nicht vom Vorhaben überzeugt werden, befürchten Lärmimmissionen und haben Widerstand gegen das Projekt angekündigt.

«Es ist nicht cool, dass ich von der Gemeinde länger nichts mehr gehört habe und nun durch die Zeitung erfahren muss, die Anlage werde nicht realisiert», sagt Tinner. Aus seiner Sicht bringt ein solcher Park zwar einen gewissen Lärm mit sich, «allerdings hätte man gut vereinbaren können, dass die Anlage nur von 10 Uhr bis 16 Uhr offen ist». Dem Argument des möglichen Vandalismus entgegnet er: «Wenn es eine gute Anlage ist, wird ihr auch Sorge getragen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es keine grösseren Probleme gegeben hätte.»

Sein Kollege Reto Dörig, der ebenfalls Unterschriften gesammelt hat, sagt: «Dieser Entscheid ist für viele eine Enttäuschung. Es wäre gut gewesen, wenn es in Kirchberg neue Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung gegeben hätte. Derzeit hat man in Gähwil mit dem Skilift und auch dem Tennisplatz fast die grössere Auswahl als in Kirchberg.»

Es ist nicht das erste Mal, dass in Kirchberg ein Skaterpark von Anwohnern verhindert wird. Bereits 2005 bestanden Bestrebungen in diese Richtung, damals beim Werkhof Husen. Lediglich eine mobile Skateranlage mit einigen wenigen Skatermobilien wurde schliesslich auf dem Schulhausplatz aufgestellt. Nach dem Abbau dieser Skatermobilien wurden sie eingelagert und konnten nach der Besichtigung durch die Jugendkommission wegen des schlechten Zustands und fehlender Sicherheitsanforderungen nicht mehr verwendet werden. Darum wurde das Material mittlerweile entsorgt.

Nach Wattwil oder Wil

Die beiden Jugendlichen haben die Hoffnung aufgegeben, dass in naher Zukunft ein Skaterpark in Kirchberg errichtet wird. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als weiterhin an freien Nachmittagen nach Wattwil oder Wil zu fahren, um sich ihrem Hobby zu widmen.

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