Nachwuchsprobleme? Von wegen: Wiler Jugendliche sind gemäss Umfrage sportbegeistert

Vier von fünf Jugendlichen waren oder sind immer noch Teil eines Sportvereins. Das freut die Verantwortlichen von der IG Wiler Sportvereine.

Gianni Amstutz
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Fussball bleibt bei den Buben die beliebteste Sportart.

Fussball bleibt bei den Buben die beliebteste Sportart.

Bild: Donato Caspari

Vereine kämpfen mit Nachwuchsproblemen. Auch für Sportklubs ist dieses Phänomen nicht neu. Eine Umfrage der Stadt Wil in Zusammenarbeit mit der IG Wiler Sportvereine unter Oberstufenschülerinnen und -schülern fördert aber auch erfreuliche Resultate zu Tage.

Die Annahme, Jugendliche würden ihre Zeit lieber im digitalen Raum, anstatt auf dem Sportplatz verbringen, bewahrheitet sich nicht. Sportmuffel sind die Wiler Jugendlichen nämlich wahrlich keine.

Die durchschnittliche Wiler Oberstufenschülerin und der durchschnittliche Oberstufenschüler machen zwischen drei bis sieben Stunden Sport pro Woche, wobei der Schulsport nicht eingerechnet ist. Nur gerade sieben Prozent und damit halb so viele wie im nationalen Durchschnitt treiben ausserhalb der Schule gar keinen Sport.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass für die Vereine besonders bei den Mädchen Aufholbedarf besteht. Sie gehören sowohl weniger oft einem Verein an und falls doch, treten sie tendenziell auch früher aus als die Knaben. Weniger als die Hälfte aller Mädchen ist aktuell in einem Verein. Mit 47 Prozent liegt die Quote 6 Prozent unter dem schweizweiten Wert.

Auch der laut der Umfrage «schweizweit typische Rückgang der Vereinszugehörigkeit» beim Übertritt in die Oberstufe findet hauptsächlich bei den Mädchen statt. «Die Wiler Sportanbieter müssen sich hier hinterfragen, ob das vorliegende Angebot auch für Jugendliche geeignet ist oder ob es sich mehrheitlich bis vollständig nur an Kinder bis zehn Jahre richtet», heisst es in der Auswertung.

Dass ein Teil der Jugendlichen ab der Oberstufe aus den Vereinen austritt, bereitet Martin Senn, Präsident der IG Wiler Sportvereine, aber keine Sorgen. Das sei schon immer so gewesen. Wie die Umfrage gezeigt habe, liege die Ursache dafür nicht in einer Unzufriedenheit über das Training.

Im Gegenteil: Ganze 70 Prozent der Befragten gaben an, stolz auf ihren Verein zu sein. Senn erklärt sich den Rückgang bei den 12-Jährigen dadurch, dass typische Einsteigersportarten wie Jugendriege, Reiten, Tanzen oder Jugendorganisationen darauf ausgelegt seien, ihre Angebote nur bis zu einem gewissen Alter anzubieten.

Zudem ist für ihn eine andere Zahl viel entscheidender. So waren oder sind über 80 Prozent der aktuellen Wiler Oberstufenschülerinnen und -schüler in einem Verein. Das schaffe eine wichtige Grundlage.

Denn viele, die beim Übertritt in die Oberstufe oder später während der Lehre oder des Studiums aus einem Verein austreten, würden wenn sie älter seien wieder zurückkommen.

Martin Senn nimmt die Ergebnisse der Umfrage denn auch zufrieden zur Kenntnis.

«Dass die Wiler Jugendlichen bis zu einer Stunde Sport pro Tag machen, ist sehr erfreulich.»

Auch, dass fast zwei von drei Schülern Sport in einem Verein ausübten, wertet er als positives Zeichen. «Das zeigt, dass die Wiler Vereine mit ihren Angeboten bei den Jugendlichen auf Interesse stossen und einen guten Job machen.»

Generell könnten die Wiler Vereine nicht über Mitgliedermangel klagen. Das werde dadurch offensichtlich, dass es wegen der grossen Zahl von Sportlerinnen und Sportlern in Wil – besonders, was Hallen angeht – zuweilen an Trainingsplätzen fehle.