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Nachwuchsfilmer auf Überholspur

Im vergangenen Jahr der zweite Platz am St. Galler Kurzfilmwettbewerb, heute neben Roger Federer im Werbespot von Wilson. Alessio Borandos Videoclips finden Beachtung. Für den 17jährigen Jonschwiler ist es erst der Anfang.
Donat Beerli
Amerikanische Sportarten und das Filmen sind die Eckpfeiler in Alessio Borandos Leben. «Mich faszinieren 80er-Streifen. Sie haben noch einen anderen Wert als die Filme von heute.» (Bild: pd)

Amerikanische Sportarten und das Filmen sind die Eckpfeiler in Alessio Borandos Leben. «Mich faszinieren 80er-Streifen. Sie haben noch einen anderen Wert als die Filme von heute.» (Bild: pd)

JONSCHWIL. Roger Federer, Serena Williams, Alessio Borando. Der vielleicht beste Tennisspieler aller Zeiten, die vermutlich beste Tennisspielerin aller Zeiten – und ein 17jähriger Grafikschüler aus Jonschwil. Verschiedene Welten, denkt man. Seit ein paar Wochen aber hält sich der Jonschwiler in unmittelbarer Nähe dieser Weltstars auf – zumindest im neuen Werbefilm des amerikanischen Sportartikelausrüsters Wilson. Möglich gemacht haben dies Wilson, das Internet und vor allem Alessio Borandos Eigeninitiative.

Imagefilm mit Amateuren

Im Rahmen der Werbekampagne «myWilson» ruft Wilson Amateursportler dazu auf, einen kurzen Videoclip von sich zu drehen. Darin sollen sie darüber sprechen, was ihnen ihre Sportausrüstung bedeutet und diese in Aktion zeigen. Tausende Sportler aus der ganzen Welt haben bisher ihre Clips in einem sozialen Medium wie Facebook oder Instagram gepostet und warten darauf, bis Wilson sie veröffentlicht. Wer zusätzliches Glück hat, wird direkt kontaktiert – wie Alessio Borando. Darum taucht seine Videosequenz nun in einem von Wilson produzierten Werbefilm auf, Seite an Seite mit Statements von internationalen Tennis-, Baseball- und Basketballstars. «Ich bin ausgeflippt, als ich mich gesehen habe», sagt Borando. In zwei kurzen Sequenzen zeigt der Werbefilm, wie der Jonschwiler auf dem heimischen Sportplatz einen Basketball zwischen seinen Beinen hin und her spielt und «This is my life – das ist mein Leben» in die Kamera sagt.

Nicht nur das; seine Silhouette dient Wilson auf deren Website als Hintergrundbild des Werbefilms. Auf YouTube wurde das Video bisher 230 000mal angeklickt – Tendenz steigend. Dabei ist Alessio Borandos Hauptsportart nicht Basket-, sondern Baseball. Er spielt für die Wiler Devils, aber auch für die Schweizer U-18-Nationalmannschaft.

Für Kurzfilme ausgezeichnet

Eigentlich steht Alessio Borando lieber hinter der Kamera – und das äusserst erfolgreich. 2013 rief der amerikanische Kindersender Nickelodeon zu einem weltweiten Kurzfilmwettbewerb auf; der damals 14-Jährige machte mit und schaffte es mit seiner Stop-Motion-Produktion (siehe Infobox) aus über 1000 Bewerbern auf Rang fünf. Ein Jahr später reichte er seinen Kurzfilm «Gefangen in der Freiheit» am Ostschweizer Kurzfilmwettbewerb ein, und belegte prompt den zweiten Platz in der U-20-Kategorie. Kein Grund stehenzubleiben. «Man entwickelt sich immer weiter», sagt der Nachwuchsfilmer.

Sportfilme mit seinen Brüdern

Ein anderes Filmprojekt hat er mit seinen zwei jüngeren Brüdern sowie mit Freunden in Angriff genommen. Unter dem Pseudonym Winghoopers filmen sich die Jugendlichen, wie sie beispielsweise einen Football aus 30 Metern Entfernung versenken. «Trickshots» – schwer durchzuführende Schüsse/Würfe heisst das Ganze. Regeln gibt es bei der aus den USA bekannten Trendsportart keine. Je kreativer, desto besser – Hauptsache am Schluss ist alles im Kasten.

Alessio Borando schneidet die Clips an seinem IMac zu einem Video zusammen und stellt es auf YouTube. Die grossen Vorbilder der Jonschwiler Filmemacher ist die amerikanische Truppe Dudeperfect, die im Vorgarten ihrer Elternhäuser die ersten Videos produziert hatte. Heute schauen 7, 5 Millionen Menschen ihre Filme. Bei den Jonschwilern sind es aktuell 148. Kein Grund aufzugeben. «Wir stehen erst am Anfang», sagen die Borando-Brüder.

Keine konkreten Pläne

Seit Alessio Borando mit sieben Jahren zum ersten Mal mit der Kamera seines Vaters herumexperimentiert hatte, ist viel passiert. Wohin der Weg des 17-Jährigen dereinst führen soll, weiss er noch nicht. «Filmen und Baseball, meine zwei Leidenschaften, als Profi zu betreiben, wäre schon nicht schlecht», sagt er. «Aber ich bin offen für alles.»

Alessio Borando schneidet am Computer das Video. (Bild: Donat Beerli)

Alessio Borando schneidet am Computer das Video. (Bild: Donat Beerli)

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