Nachwuchs
Grosse Enttäuschung bei Toggenburger Jungschwingern: Alle gehen am Eidgenössischen leer aus

Mit dem Kirchberger Tobias Schönenberger reiste ein junger Athlet aus dem Favoritenkreis an den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag im bernischen Schwarzenburg. Doch er kam ebenso wenig auf Touren wie seine vier Toggenburger Kollegen. Keiner konnte einen Zweig gewinnen.

Pascal Schönenberger
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Tobias Schönenberger (rechts) kam am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag nicht in Fahrt.

Tobias Schönenberger (rechts) kam am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag nicht in Fahrt.

Bild: Pascal Schönenberger

Die Jungschwinger hatten am Sonntag ihren Saisonhöhepunkt im bernischen Schwarzenburg. Am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag kämpften sie in drei Kategorien um den Tagessieg und den Doppelzweig. Die fünf Toggenburger Schwinger konnten ihre Leistung am Grossanlass mit rund 2500 Zuschauern nicht abrufen.

Als Sieger vom NOS-Nachwuchsschwingfest wurde Tobias Schönenberger in die Spitzenpaarungen eingeteilt und gehörte somit auch zum Favoritenkreis im Jahrgang 2006. Leider startete der Kirchberger äusserst verhalten in das Schwingfest und konnte in den ersten drei Gängen keinen Sieg feiern. Ein Gestellter im ersten und dritten Gang sowie eine Niederlage im zweiten Gang warfen den Landwirt in Ausbildung bereits zurück. Trotzdem gab er nicht auf und konnte nach dem Mittag zwei Gänge für sich entscheiden und trotz Startschwierigkeiten war der Zweig noch in Greifweite.

Auch im sechsten Gang ging Schönenberger überzeugt in den Gang und attackierte seinen Gegner immer wieder. Der Solothurner Marius Frank konterte den Toggenburger jedoch aus und so muss dieser ohne Zweig nach Hause. Schönenberger sagte am Schluss des Tages:

«Ich bin heute einfach nicht in die Gänge gekommen und mit mir nicht zufrieden.»

Zweig war früh ausser Sichtweite

Für die vier weiteren Toggenburger war der Traum vom Zweiggewinn spätestens im fünften Gang vorbei. Der Ulisbacher Ueli Bleiker konnte lediglich zwei Siege feiern und musste die restlichen vier Gänge jeweils als Verlierer vom Platz. «Ich bin mit mir nicht im Klaren und bin enttäuscht, ich konnte meine Leistung nicht abrufen», sagte der Wattwiler.

Aber auch Reto Oettli aus Jonschwil fand kein richtiges Rezept an diesem Tag. Mit vier Gestellten und zwei Niederlagen verliess er Schwarzenburg mit einer grossen Enttäuschung.

David Kaiser und Loris Bischof vom Schwingclub Wattwil hatten am Abend das gleiche Gefühl im Bauch und die Enttäuschung war den jungen Athleten ins Gesicht geschrieben. Beide Sennenschwinger lieferten das gleiche Resultat ab wie Reto Oettli: zwei Niederlagen und vier Gestellte. Alle drei Schwinger sagten, sie seien zwar ein wenig nervös gewesen vor dem Fest, aber hätten nicht richtig in das Schwingfest hinein gefunden.

Zwei Zweige für St.Gallen

Der St.Galler Kantonale Schwingerverband reist somit mit nur zwei Zweigen zurück in die Ostschweiz. Die beiden Rapperswiler Simon Fäh (Jahrgang 2006) und Tobias Lacher (Jahrgang 2005) gehören zu den glücklichen Zweigschwingern. Der Technische Leiter der St.Galler Schwinger, Hans Trummer, sagte:

«Ich habe von meinen Schwingern etwas mehr erwartet, leider konnten sie ihr Können nicht zu 100 Prozent abrufen.»
Hans Trummer.

Hans Trummer.

Bild: Beat Lanzendorfer

Trotzdem schaut er doch positiv in die Zukunft. «Wenn ich an Damian Ott oder Marcel Räbsamen denke, die den Doppelzweig am ENST 2015 auch nicht erkämpft haben und heute in der Ostschweiz ganz vorne mitschwingen, dann stimmt mich dies zuversichtlich auch bei diesen drei Jahrgängen.» Für den Nordostschweizer Schwingerverband war es jedoch wie für die St.Galler ein enttäuschendes Fest. Ob es am Druck, dem Können, den Vorbereitungen oder dem Wettkampfpech lag, wird in den nächsten Monaten sicherlich intensiv erörtert.

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