NACHGEFRAGT

«Es lässt sich nicht mehr richtig steuern» Heute abend spricht Dozent Ueli Kieser um 18.15 Uhr in der Aula der Kantonsschule unter dem Titel «Roger Federer bricht sich den Arm – das wird teuer! Oder doch nicht? Einige Überlegungen zum Sozialversicherungsrecht».

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«Es lässt sich nicht mehr richtig steuern»

Heute abend spricht Dozent Ueli Kieser um 18.15 Uhr in der Aula der Kantonsschule unter dem Titel «Roger Federer bricht sich den Arm – das wird teuer! Oder doch nicht? Einige Überlegungen zum Sozialversicherungsrecht».

Wieso stellt die Gesundheitsökonomie einen wichtigen Bereich für die Gesellschaft dar?

Gesundheit ist nicht das einzige im Leben, aber doch ein sehr wichtiges Element. Wir lassen uns deshalb das Gesundsein und das Wiedergesunden viel kosten – knapp 60 Milliarden pro Jahr. Dahinter stehen wichtige gesellschaftliche Entscheidungen: Was wollen wir mit wie viel Geld erreichen? Ist es sinnvoll angelegt?

Welches ist Ihre Kernbotschaft, die Sie den Kantonsschülern und den externen Zuhörern mitgeben möchten?

Wir müssen die Gesundheit in einem weiten Kontext sehen. Es geht auch um die Arbeitswelt, um den sozialen Zusammenhalt, um eine Lebensperspektive für die Betroffenen, um gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Wer gesund ist, steht in einer ganz anderen Situation als Erkrankte oder Verunfallte; da geht es nicht nur um das Gesund-Sein, sondern auch um die Arbeitsfähigkeit, um den sozialen Kontakt. Und was wichtig ist: Es kann nicht immer gelingen, jemanden «wiederherzustellen». Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, mit diesem breiten Spektrum von Gesunden, Kranken, Verunfallten oder sonstwie gesundheitlich Beeinträchtigten umzugehen.

Was würden Sie generell über den Zustand des Gesundheitswesens in der Schweiz sagen?

Wir befinden uns im Quervergleich mit anderen Ländern auf einem sehr hohen Niveau. Das Schiff «Gesundheitswesen» ist aber eher schwerfällig geworden und lässt sich nicht mehr richtig steuern. (pd)