Nachgefragt

«Eine Versöhnung ist nicht möglich» Das Kloster Fischingen ist berühmt für seine Konzertreihe. Peter Vogel, künstlerischer Leiter des internationalen Konzertvereins Bodensee, verkündete nun am vergangenen Osterkonzert das Ende der Zusammenarbeit des Konzertvereins und des Klosters.

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«Eine Versöhnung ist nicht möglich»

Das Kloster Fischingen ist berühmt für seine Konzertreihe. Peter Vogel, künstlerischer Leiter des internationalen Konzertvereins Bodensee, verkündete nun am vergangenen Osterkonzert das Ende der Zusammenarbeit des Konzertvereins und des Klosters. Werner Ibig, Direktor des Klosters Fischingen, zeigt sich wenig erfreut über Peter Vogels Gang an die Presse. Anhand von fünf Fragen der Wiler Zeitung möchte der Kloster-Direktor seine Sicht der Dinge darlegen.

Welche Gründe haben zur Trennung geführt?

Ich bin seit neun Jahren Direktor im Kloster Fischingen. In dieser ganzen Zeit war die Nichteinhaltung von Terminen und anderen Abmachungen durch den Konzertverein Bodensee ein Dauerthema. Wir haben deshalb mehrmals Gespräche mit Peter Vogel geführt, allerdings ohne dass dies etwas geändert hat. Im vergangenen Frühling haben wir ihm unmissverständlich mitgeteilt, dass wir die Zusammenarbeit so nicht weiterführen wollen.

Als die Termine und andere Rahmenbedingungen für das Programm 2010 wieder nicht eingehalten wurden, haben wir Peter Vogel im September die Auflösung der Zusammenarbeit per Ende 2010 mitgeteilt und ihm offen gelassen, ob er unter diesen Umständen 2010 noch dabei sein will. Er wollte dann im März die Kulturkommission noch umstimmen, was ihm aber nicht gelang.

Bedauern Sie die Trennung?

Ja, ich bedaure das Ende der Zusammenarbeit aus musikalischer Sicht, denn Peter Vogel hat uns regelmässig hochstehende Musiker vermittelt; das Osterkonzert war die Perle. Auf der anderen Seite bin ich froh und erleichtert, dass wir das aufwendige Hin und Her mit den administrativen Querelen los sind. Das hat bei uns viele Kräfte gebunden, die nun frei sind für kreativere Arbeit.

Wie wird es weitergehen? Finden die Konzerte in diesem Jahr weiter statt?

Das Programm 2010 steht und wird durchgeführt wie gewohnt. Die Vorbereitungen und Verhandlungen mit den Künstlern für das nächste Jahr laufen bereits. Bei uns gehen genug qualifizierte Angebote ein. Wir haben seit jeher eher das Problem, dass wir Interessierte zu lange warten lassen müssen. Wir hatten aufgrund unseres Entscheides im vergangenen Herbst für 2011 nicht mehr mit der Mitarbeit des Konzertvereins gerechnet.

Es besteht also eine Möglichkeit, dass wieder Konzerte im Kloster stattfinden?

Das Osterkonzert können wir natürlich nicht einfach kopieren. Die eindrücklichen Auftritte der jungen Talente haben etwas Einmaliges. Das ist ein Verlust für uns. Aber wir sind auf dem Weg zu viel versprechendem Ersatz, keine Kopie, sondern eine Alternative.

Glauben Sie, eine Versöhnung mit dem Konzertverein wäre möglich?

Nein. Man ist manchmal in der Situation, dass man sich entscheiden muss, ob man etwas länger aushalten und ertragen will oder ob man es ändert. Wir haben uns nach langem Ertragen für die Veränderung entschieden. Das ist ja im übrigen nichts Aussergewöhnliches. Peter Vogel hat am Ostersonntag versucht, daraus etwas Aussergewöhnliches zu konstruieren. Das finde ich traurig, und es bestätigt, dass es Zeit war für die klare Trennung. (bb.)

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