Nach Vergewaltigung immer wieder mit dem Tod bedroht

Das Kreisgericht Wil in Flawil muss – sozusagen unabhängig von Schuldsprüchen – entscheiden, welche Massnahme die Richtige für den wegen Vergewaltigung Beschuldigten ist.

Cornelia Nussbaum
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Flawil/Wil. Der heute 22-jährige Serbe wird der Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, mehrfachen Drohung, mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz sowie gegen das Betäubungsmittelgesetz beschuldigt. Dass er seine damalige Freundin im Sommer 2005 im Maisfeld Lenzenbüel als Jugendlicher zum Beischlaf gezwungen haben soll, bestreitet er auch noch vor Gericht.

Was geschehen sein soll

Die damals 19-Jährige habe ihren Freund besucht. Der 17-Jährige habe sie in seinem Zimmer eingeschlossen. Als er sie rausliess – sie gab an, auf die Toilette zu müssen–, beendete sie die Beziehung, was ihn äussert aufgebracht und auch aggressiv gemacht haben soll. Daraufhin habe er sie, an den Haaren reissend, in ein über zwei Kilometer entferntes, auf ihrem Heimweg liegendes Maisfeld gebracht. Dort habe er sie unter Gewaltanwendungen zum Beischlaf gezwungen.

Sie habe danach unter vaginalen Blutungen und Schmerzen im Unterleib gelitten, so das Opfer.

Familienintern gelöst

Noch am selben Abend habe sie alles der Mutter erzählt. Diese sprach sich mit dem Vater ab. Der nahm Kontakt zu den Eltern des Beschuldigten auf. Sein Vater gab ihm anscheinend ein paar Ohrfeigen und habe dann gebeten, von einer Anzeige abzusehen, man könne das anders lösen. Deswegen und aus Angst vor Repressalien sei das Opfer damals nicht zur Polizei gegangen.

Er lauerte ihr danach während Monaten fast täglich auf, belästigte und bedrohte sie und ihre Familie mehrmals mit dem Tod. Als er sie 2009 erneut bedrohte, zeigte sie ihn an. stadt wil 34