Nach Überfällen: Täter auf der Flucht

Das war ein schwarzes Wochenende: Am Freitag kam es zu zwei bewaffneten Überfällen, wobei es sich nicht um die gleichen Täter handeln dürfte. Am Samstag nach dem Fussballspiel des FC Wil gegen Xamax gab es blutige Nasen, und in Niederwil verletzte sich ein Fussgänger schwer.

Simon Dudle
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Auch in diesem Schmuckgeschäft in Oberuzwil ereignete sich am Freitag ein bewaffneter Überfall. (Bild: Simon Dudle)

Auch in diesem Schmuckgeschäft in Oberuzwil ereignete sich am Freitag ein bewaffneter Überfall. (Bild: Simon Dudle)

REGION. Den vergangenen Freitag werden zumindest drei Personen nie mehr vergessen. Sie wurden Opfer von bewaffneten Überfällen – zwei in Münchwilen und jemand Oberuzwil. Bereits in den Morgenstunden bedrohten zwei Männer, mit Messer und Pistole bewaffnet, im Hinterthurgauer Bezirkshauptort zwei Postangestellte, ohne diese körperlich zu verletzen. Die Räuber flüchteten mit einigen tausend Franken Beute. In einem Wald bei Wängi zündeten sie das Fluchtauto kurzerhand an.

Mit Pfefferspray verletzt

Rund neun Stunden später ereignete sich der nächste bewaffneten Überfall – und zwar auf ein Schmuckgeschäft an der Gerbestrasse in Oberuzwil. Kurz nach 16 Uhr betraten zwei vermummte Personen das Geschäft, bedrohten die 39jährige Verkäuferin mit einer Pistole und zwangen sie zur Herausgabe von Bargeld. Aus einem Regal hinter der Theke entwendeten die beiden Ganoven Schmuck. Die Beute legten sie in einen blauen Plastiksack. Um die Herausgabe des persönlichen Schmuckes der Verkäuferin zu erzwingen, sprühten sie ihr Pfefferspray ins Gesicht. Die Frau verletzte sich dabei. Mit der Beute im Wert von mehreren hundert Franken flüchteten die beiden Räuber über den nahen Kiesplatz Richtung Tafelackerstrasse. Das Opfer konnte selbständig einen Arzt aufsuchen.

Weder die Kantonspolizei St. Gallen noch jene im Thurgau konnten bis gestern von einem Fahndungserfolg berichten. Die Täter sind weiterhin auf der Flucht. Laut Andy Theler von der Kantonspolizei Thurgau verdichteten sich aber die Hinweise, dass es sich nicht um die gleiche Täterschaft handelt, obwohl der Ablauf des Überfalls ein ähnlicher war. Die Signalemente der Täter passten nicht zueinander. Weiterhin werden Zeugen der beiden Überfälle gesucht.

Eine dritte Halbzeit am Bahnhof

Zu tun hatte die Polizei auch am Samstagabend nach dem Challenge-League-Fussballspiel zwischen dem FC Wil und Xamax Neuenburg. Am Bahnhof Wil kam es zu Scharmützeln «mit einigen blutigen Nasen», wie Bruno Metzger von der St. Galler Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Gemäss ersten Erkenntnissen dürften auch Fans des FC St. Gallen beteiligt gewesen sein. Die Polizei war mit einem ansehnlichen Aufgebot präsent und musste die Fangruppen auseinanderhalten. Bis gestern hat es allerdings noch keine Anzeigen gegeben.

In der Nacht auf Sonntag gab es einen weiteren Polizeieinsatz. Um 3.15 Uhr verletzte sich ein 19jähriger Fussgänger im Ausserortsbereich von Niederwil schwer und musste mit der Rega ins Spital geflogen werden. Auf einer Verbindungsstrasse nach Flawil war es zu einer heftigen Kollision mit einem Autolenker gekommen. Mehr zu diesem Vorfall auf Seite 36.

Sieben Lastwagenfahrer verzeigt

Damit noch nicht genug: In Oberbüren hat die Polizei am Freitag in der Zeit zwischen 9 Uhr und 16 Uhr 34 Fahrzeuge und deren Fahrer bei einer Schwerverkehrskontrolle bezüglich Ladungssicherung, Tiertransport-Vorschriften, Masse, Gewichte, Zulassung und Verkehrssicherheit der Fahrzeuge überprüft. Es wurden sieben Fahrer wegen unterschiedlichen Gründen verzeigt.

Der Überfall auf die Post Münchwilen rief auch diverse Medien auf den Plan. (Bild: Olaf Kühne)

Der Überfall auf die Post Münchwilen rief auch diverse Medien auf den Plan. (Bild: Olaf Kühne)