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Nach kritischen Stimmen: Flawil passt die Sitzbänke am Bahnhofsplatz an

Die neuen Sitzbänke auf dem Bahnhofplatz polarisieren: Sie sind zwar ästhetisch, aber nutzerfeindlich. Nun reagiert der Gemeinderat: Sitzhöhe und die Sitzbanktiefe werden angepasst.
Zu hoch und zu tief: Die modern designten Bänke sind nicht für jedermann tauglich. (Bild: Andrea Häusler)

Zu hoch und zu tief: Die modern designten Bänke sind nicht für jedermann tauglich. (Bild: Andrea Häusler)

In der ersten Phase der Gesamterneuerung hat der Bahnhofplatz von Flawil mittels Sitzgruppen und Baumrabatten eine Struktur erhalten. Es wurden Sitzbänke montiert, welche jedoch zu Rückmeldungen aus der Bevölkerung geführt haben.

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat die Sitzbänke und deren Qualität nochmals eingehend überprüft, wie er mitteilt.

Für das Sitzmobiliar im öffentlichen Raum gibt es Empfehlungen von Fussverkehr Schweiz und der Pro Senectute, welche sich auf die Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» stützen. Darin werden unter anderem eine Sitzhöhe von 45 bis 50 Zentimeter, eine Sitztiefe von 35 bis 46 Zentimeter sowie eine Rückenlehnenneigung von 10 Grad empfohlen. Pro Senectute empfiehlt gar eine Sitzhöhe von mindestens 45 Zentimeter, ohne Maximalhöhe.

Nach dem Einbau des Deckbelags haben Lasermesserungen ergeben, dass bei rund der Hälfte der gesamten Sitzfläche am Bahnhofplatz die Sitzhöhe maximal 50 Zentimeter beträgt. Diese Bänke erfüllen die Empfehlungen.

Empfohlene Sitzhöhe teilweise überschritten

Bei der anderen Hälfte der Bänke wird, teilweise auch bedingt durch das Längsgefälle des Platzes, die maximal empfohlene Sitzhöhe von 50 Zentimeter überschritten. In den vergangenen Wochen wurde nach Möglichkeiten zur Reduktion der Sitzhöhe gesucht. Als Lösung wurde eine Anpassung des Konstruktionsaufbaus gefunden. Dies führt zu einer Reduktion der Sitzhöhe um zwei Zentimeter. Danach wird die maximal empfohlene Sitzhöhe bei fast allen Sitzgelegenheiten eingehalten.

Die beiden langen und zentral gelegenen Sitzflächen West (gegen den Kurzzeitparkplatz) und Nord (zwischen Imbiss und Claro Laden) sowie die Sitzbank Süd (bei der Baumgrube Richtung 5egg) erfüllen die empfohlene Sitzhöhe sogar optimal.

Auch die Sitzbanktiefe wird reduziert

Die aktuelle Sitzbanktiefe erfüllt die Empfehlungen von 35 bis 46 Zentimeter für Bänke mit Rückenlehnen ebenfalls nicht. Diese beträgt derzeit 50 Zentimeter. Doch auch da werden Anpassungen vorgenommen. Die Tiefe wird durch das Entfernen einer schmalen Holzlatte reduziert. Dies ergibt eine Reduktion der Sitzbanktiefe um 5 Zentimeter, sodass die Tiefe dann noch 45 Zentimeter beträgt. Nachher sind die Empfehlungen auch diesbezüglich erfüllt. Durch die Reduktion der Sitzbanktiefe ist auch ein allfälliges Einschneiden der vorderen Holzkante in die Kniekehle kein Thema mehr.

Für eine optimale Rückenlehne wird ein Winkel von 100 Grad empfohlen. Das ergibt eine Lehnenneigung von 10 Grad. Die Bänke am Bahnhofplatz weisen einen Winkel von 102 Grad und somit eine Lehnenneigung von 12 Grad auf. Die Neigung der Rückenlehne entspricht also fast exakt den Empfehlungen. Hier ist keine Anpassung nötig.

Mit Metallwinkeln stabilisieren

Weiter wurde bemängelt, die neuen Bänke seien nicht stabil genug und wiesen bereits Beschädigungen auf. Tatsächlich können an den neuen Bänken einzelne Beschädigungen, zum Beispiel an der Frontleiste, festgestellt werden. Diese Frontleisten werden deshalb mit zusätzlichen Metallwinkeln stabilisiert. Zudem wird die Verschraubung der schmalen Holzlatten mit Leim zusätzlich verstärkt. Aus Sicht des Gemeinderats sind die Bänke danach robust genug.

Im Gutachten des Gemeinderates an der Bürgerversammlung vom 28. April 2015 wurde ausgeführt, dass die Möblierung materiell auf der Basis von anthrazit-farbenem Metall in der Kombination mit Holz und Sichtbeton umgesetzt wird. Die Konstruktion der Bänke ist nun feuerverzinkt. Diese Oberflächenbehandlung wurde gewählt, weil sie deutlich robuster ist als eine Pulverbeschichtung. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Bänke, denn bearbeiteter Chromstahl ist rostanfälliger als feuerverzinktes Material.

Die Anpassungen werden in den nächsten Wochen vorgenommen. Sie sollen zudem in Etappen ausgeführt werden, damit auch während den Arbeiten immer genügend Sitzgelegenheiten für die Bevölkerung vorhanden sind. Die Kosten für die Anpassungen der Sitzbänke werden an das planende Ingenieurbüro weiterverrechnet. (rkf)

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