Nach Kritik an Vergabe kündigt die Stadt Wil dem Caterer für den Mittagstisch

Die Stadt schreibt das Catering für die schulischen Mittagstische neu aus – aber diesmal richtig. Die Ausschreibung im Jahr 2016 war nämlich dilettantisch aufgegleist und sorgte für Mehrkosten.

Richard Clavadetscher
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Schulische Mittagstische in Wil: Es geht um wöchentlich 750 Mahlzeiten. (Bild: Nana do Carmo)

Schulische Mittagstische in Wil: Es geht um wöchentlich 750 Mahlzeiten. (Bild: Nana do Carmo)

Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Kinder an den Wiler Schulen müssen nicht hungern – und sie müssen es auch künftig nicht. Allerdings ist zurzeit noch nicht klar, wer ihnen ab zweiter Jahreshälfte 2019 die Teller füllt.

Mit Mitteilung von gestern gibt der Wiler Stadtrat nämlich bekannt, dass er das Catering für die schulischen Mittagstische neu ausschreibt. Der Firma SV Schweiz, die die Ausschreibung 2016 gewonnen hat, hat die Stadt auf Juli 2019 fristgerecht gekündigt. Die Neuvergabe, so versichert der Stadtrat, soll «unter Einbezug von internen und externen Fachleuten» erfolgen. Das Ausschreibeverfahren für die wöchentlich rund 750 Mahlzeiten soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Günstig war so günstig nicht

Die erneute Ausschreibung des Mittagstisch-Caterings ist eine direkte Folge der reichlich dilettantisch erfolgten Auflage von 2016. Die Stadt wählte damals nämlich mit SV Schweiz den günstigsten Anbieter, doch dies hatte teure Konsequenzen. Der damalige Catering-Anbieter, die Migros Ostschweiz, war nämlich auch noch Pächterin der Mensa in der Schulanlage Lindenhof. Durch den Verlust der Mittagsverköstigung konnte die Migros diese Mensa nicht mehr kostendeckend betreiben. Um die Kündigung des Pachtvertrages zu verhindern, kam die Stadt der Pächterin mit einer Mietzinsreduktion von 18000 Franken pro Jahr entgegen.

Doch das ist nicht alles. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Stadtparlaments, die nach einer Interpellation von Luc Kauf (Prowil) die Angelegenheit untersuchte, errechnete durch den Catering-Wechsel verursachte Mehrkosten von 41300 Franken jährlich, und dies während dreier Jahre.

Fachliche Begleitung

Gestützt auf den GPK-Bericht, verlangte das Parlament vom Departement Bildung und Sport von Jutta Röösli (parteilos) deshalb, dass «künftige Vergabeverfahren korrekt und nachvollziehbar durchgeführt» würden.

Dem will das Departement Röösli beim neuen Vergabeverfahren, das Anfang Oktober startet, nun Rechnung tragen. Neu werden beim Vergabeverfahren laut Röösli auch «die Leitung Betrieb Tagesstrukturen sowie die Leitungspersonen der Tagesstrukturen mit einbezogen». Zudem werde das Verfahren beraterisch durch eine externe Fachperson für öffentliche Ausschreibungen von Catering-Vergaben begleitet. Gegenwärtig sei man daran, «die wesentlichen Fragestellungen» zu klären, so die Stadträtin.