Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Nach der Kritik an der Kulturpolitik: Wie geht es der Kulturstadt Wil heute?

Die IG Kultur Wil hat als Antwort auf die ungelösten Problemstellungen in der Wiler Kulturlandschaft eine politische Arbeitsgruppe aus allen Fraktionen des Stadtparlaments initiiert. Mitte August fällt der Startschuss.
Das Podium von 2018, von links: Stefan Kreier (Künstlergruppe Ohm 41), Florence Leonetti (Leiterin Tonhalle Wil), Mike Sarbach (Gare de Lion und Kulturverein SoundSofa), Hans Suter (Moderation), Ruedi Schär (Ortbürgerrat und Mitglied der Kulturkommission Wil), Walter Dönni (Präsident Bühne 70).Bild: PD

Das Podium von 2018, von links: Stefan Kreier (Künstlergruppe Ohm 41), Florence Leonetti (Leiterin Tonhalle Wil), Mike Sarbach (Gare de Lion und Kulturverein SoundSofa), Hans Suter (Moderation), Ruedi Schär (Ortbürgerrat und Mitglied der Kulturkommission Wil), Walter Dönni (Präsident Bühne 70).Bild: PD

Auf Initiative des Wiler Stadtparlamentariers und Kantonsrats Erwin Böhi (SVP) trafen sich im Spätsommer 2018 zahlreiche Kulturinteressierte im Dachgeschoss des Hof zu Wil. Ein kontroverses Podiumsgespräch mit Publikumsbeteiligung fragte damals nach Antworten zum Thema «Sind die Weichen im Wiler Kulturleben richtig gestellt?» Heute stellt sich die Frage: Hat das Treffen eine nachhaltige Wirkung erzielt?

Politiker zeigen wenig aktives Interesse

Die Podiumsteilnehmenden stellten dem Wiler Kulturleben insgesamt ein befriedigendes Zeugnis aus, doch es gab teils auch Kritik. Es wurden etwa fehlende Kulturangebote für 18- bis 30-Jährige vermisst, auch ein Defizit an Probelokalen wurde bemängelt. Die Hürden für die amtlichen Bewilligungen seien zu hoch, hiess es weiter. Dass die Vertreter des Stadtparlaments sowie der Stadtrates sehr selten an Kulturveranstaltungen zu sehen seien, wurde ebenfalls bedauert. Und der Widerstand der Stadtregierung gegen eine Erhöhung der Beiträge von einem auf zwei Franken pro Einwohnerin und Einwohner an die Förderorganisation Thurkultur erntete Kritik, weil dadurch auch der zugesprochene zusätzliche Franken des Kantons St.Gallen verloren geht.

Erwin Böhi, Initiant

Erwin Böhi, Initiant

Glaubt der Initiant der damaligen Aussprache, dass sie eine nachhaltige Wirkung erzielt hat? «Das Podiumsgespräch war eine Art Weckruf an die Wiler Kulturszene und hat dazu geführt, dass auch auf der Ebene des Stadtparlaments die Kulturpolitik wieder vermehrt thematisiert wird», ist Erwin Böhi überzeugt. Er wurde mittlerweile von den Mitgliedern zum Vizepräsidenten der IG Kultur Wil gewählt. Um die Interessen der Kulturschaffenden in der Wiler Politik erfolgreicher vertreten zu können, hat der Präsident der IG Kultur Wil, Sebastian Koller (Stadtparlamentarier der Grünen Prowil), eine politische Arbeitsgruppe aus allen Fraktionen initiiert. Sie wird sich Mitte August zu ihrer ersten Sitzung treffen.

Optimale Rahmenbedingungen schaffen

Erwin Böhi betont, dass sich zusätzlich aber auch die Kulturszene selber aktiv für ihre Interessen einsetzen müsse. «Die Politik soll sich darauf konzentrieren, optimale Rahmenbedingungen für die Kulturschaffenden und die kulturellen Vereine zu schaffen. Dies, damit diese sich entsprechend ihren eigenen Vorstellungen entwickeln können, ohne dass die Politik sich einmischt.»

Engagement der Kulturschaffenden gefordert

Die verschiedenen Kulturbereiche sollen sich gemäss Erwin Böhi untereinander selber organisieren, denn Kultur entwickle sich am besten, wenn man sie machen lasse. «Aber auch hier müssen natürlich die Rahmenbedingungen stimmen. Das ist der Grund, warum es die IG Kultur Wil gibt, die den Austausch unter den Kulturschaffenden und den Vereinen fördern, aber nicht regeln will.»

Liegenschaft Turm verfügbar machen

Aus Sicht des Vizepräsidenten der IG Kultur Wil ist die mangelnde Verfügbarkeit von Proberäumen ein Dauerproblem, das in absehbarer Zeit gelöst werden sollte. «Wir haben in Wil mit dem Gebäude ‹Turm› eine städtische Liegenschaft, die seit langem völlig untergenutzt ist. Da muss nun die Wiler Politik aktiv werden und veranlassen, dass im ‹Turm› beispielsweise Proberäume zur Verfügung gestellt werden und das Gebäude auch sonst der Kulturarbeit zur Verfügung steht.» (pd/red)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.