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Nach dem tragischen Unfall eines Kindes bei Hochwasser in Wil: Staatsanwaltschaft nimmt die Untersuchung auf

Das am Sonntag in Wil in einen Wasserschacht gefallene Kind ist weiterhin in kritischem, aber stabilem Zustand. Polizei und Staatsanwaltschaft suchen nach dem Grund, warum der Schacht nicht abgedeckt war.

Hans Suter
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Aus noch ungeklärten Gründen lag dieser Deckel beim Unfall nicht auf dem Schacht.

Aus noch ungeklärten Gründen lag dieser Deckel beim Unfall nicht auf dem Schacht.

Bild: Hans Suter

Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein viereinhalbjähriger Knabe ist am Sonntagabend am Rand des unter Wasser stehenden Reitplatzes in Wil in einen offenbar nicht abgedeckten Schacht gefallen und wurde von den Wassermassen verschluckt.

Das ist passiert

Nach Angaben der Kantonspolizei St.Gallen ging der Knabe am Sonntag um 16.45 Uhr zusammen mit Erwachsenen und weiteren Kinder dem Reitplatz Weierwise entlang. Wegen der anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage standen zu diesem Zeitpunkt grosse Teile des Reitplatzes unter Wasser. Der benutzte Kiesweg am westlichen Rand des Platzes stand ebenfalls leicht unter Wasser.

Plötzlich verschwunden

Dann geschah das Unverhoffte: Das Kind versank plötzlich im Wasser. Wie sich zeigte, fiel es in einen Schacht am Wegrand, der aus noch unbekannten Gründen nicht abgedeckt war. Von der Seitenwand dieses kaum einen Meter tiefen Schachts führt ein Abflussrohr mit etwa 70 Zentimeter Durchmesser unterirdisch weg in Richtung Weiher.

Nach Polizeiangaben wurde der Knabe durch den Druck des abfliessenden Wassers in dieses Rohr gedrückt und vom Wasser mitgerissen. Nach ungefähr vier Metern ist das Rohr nochmals von oben einsehbar. Nachdem die Feuerwehr mit Holzbrettern den Druck im Schacht verringerte, konnte sie den Knaben im Rohr ergreifen und an die Oberfläche bergen. Nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst flog die Rega das Kind ins Spital. Der Zustand des Kindes wurde am Sonntagabend als «kritisch» und am Montagabend als «stabil» bezeichnet.

Frage nach dem Warum und einer möglichen Schuld

Nach wie vor ungeklärt ist die Frage, warum der Schacht nicht abgedeckt war. Aus physikalischer Sicht ist kein Grund ersichtlich, wie die Wassermassen den Schachtdeckel hochgehoben haben können. Im Gegenteil: Der Wasserdruck würde eher ein Anpressen des Gitterrostes vermuten lassen. «Das herauszufinden, ist nun die Aufgabe von Staatsanwaltschaft und Polizei», sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kapo St.Gallen. «Jeder Unfall wird untersucht.» Im Mittelpunkt stehen das Warum und eine allfällige Schuld am Unfall.