Nach Absage von Rock am Weier: «Wir können grössere finanzielle Einbussen verhindern.»

Im Juni hätte sich das Areal beim Wiler Weier zum Festivalgelände verwandeln sollen. Doch dieses Jahr wird daraus nichts.

Gianni Amstutz
Merken
Drucken
Teilen
Die Erinnerungsfotos von der Ausgabe 2019 des Rock am Weier müssen für ein weiteres Jahr genügen.

Die Erinnerungsfotos von der Ausgabe 2019 des Rock am Weier müssen für ein weiteres Jahr genügen.

Bild: Gianni Amstutz

Am Donnerstagmorgen tickte der Countdown zum Rock am Weier noch. Nun ist er – 71 Tage vor Beginn des Open Air – zu einem abrupten Halt gekommen. Das Festival am Wiler Stadtweier, das für den 12. und 13. Juni geplant gewesen wäre, findet dieses Jahr nicht statt. Das Coronavirus macht den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung.

Die Entscheidung sei dem Organisationskomitee sehr schwergefallen, sagt Pressesprecher Marc Bislin. «Und es tut natürlich weh.» Man habe im OK diverse Sitzungen durchgeführt und sich letztlich aufgrund der Entwicklung der Coronapandemie für eine Absage entschieden. «Es ist unsere Verantwortung, die Gesundheit aller Beteiligten sowie die finanzielle Tragbarkeit des Open Air sicherzustellen», sagt Bislin.

Das Risiko, sowohl auf finanzieller als auch auf gesundheitlicher Ebene, war den Veranstaltern nun zu gross, eine Absage die einzige verantwortungsvolle Option.

Nach dem Unwetter die Pandemie

Das OK des Rock am Weier muss sich wohl etwas wie der Pharao im Alten Testament fühlen. Diesen strafte Gott mit zehn Plagen. Nicht zum zehnten, aber doch schon zum zweiten Mal bekommen nun die Veranstalter des Rock am Weier die Auswirkungen einer höheren Gewalt zu spüren.

Die komplette Absage ist in der 20-jährigen Geschichte des Wiler Open Air zwar eine Premiere, doch bereits im vergangenen Jahr durchkreuzten nicht beeinflussbare Umstände die Pläne für ein ausgelassenes, zweitägiges Festivalerlebnis. Damals musste das Open Air am Samstagabend aufgrund eines nahenden Sturms vorzeitig abgebrochen werden. Auch das war damals eine Premiere.

Eine Katastrophe von biblischem Ausmass ist die Absage aber nicht. Dass wegen des Abbruchs im vergangenen Jahr bereits ein Defizit resultierte, schmerzt wohl, bringt das Rock am Weier aber nicht in eine existenzielle Bedrohung.

Länger abzuwarten, war nicht möglich

Das OK habe mit seinen langjährigen Lieferanten, Partnern und den Bands gemeinsame Lösungen gefunden, sagt Marc Bislin. «Somit können wir grössere finanzielle Einbussen verhindern.»

Um ein grosses Defizit zu verhindern, war es aber unumgänglich, frühzeitig eine Entscheidung zu treffen. Ein längeres Abwarten und die Hoffnung auf eine schnelle Besserung der Coronakrise waren nicht möglich.

Die Organisation des Events sei schon weit fortgeschritten gewesen, sagt Bislin.

«Eine spätere Absage hätte zu noch höherem Schaden geführt.»

Das das Risiko, dass die Veranstaltung dann sehr kurzfristig doch noch abgesagt worden wäre und danach ein riesiges Loch in der Kasse hinterlassen hätte, sei schlicht zu gross gewesen.

Veranstalter bleiben positiv gestimmt

Trotz des erneuten Rückschlags bleibt das OK positiv gestimmt. «Wir freuen uns umso mehr auf die 20. Ausgabe im nächsten Jahr.» Das Datum dafür steht bereits. Am 11. und 12. Juni 2021 wird auf der Weierwiese wieder gerockt.

Und wer weiss? Vielleicht folgen auf zwei magere ja zwei fette Jahre.