Nach 49 Jahren lockt die Schaukel

Die Scherrer Schreinerei AG, Niederhelfenschwil, hat Schreinermeister Karl Jung mit einer würdigen Feier in den Ruhestand entlassen. Während 49 Jahren hatte Jung für das 100jährige Unternehmen gearbeitet.

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Schreinermeister Karl Jung hat in den 49 Arbeitsjahren unter drei Eigentümer-Generationen gearbeitet. (Bild: Roland Rotach)

Schreinermeister Karl Jung hat in den 49 Arbeitsjahren unter drei Eigentümer-Generationen gearbeitet. (Bild: Roland Rotach)

NIEDERHELFENSCHWIL. Es war eine gelungene Überraschung. Mit Ross und Wagen wurde Karl Jung von seinem Arbeitsplatz abgeholt und mit seinen Arbeitskollegen und Chef Bernhard Scherrer durch die Dörfer der Gemeinde Niederhelfenschwil gefahren. Die Belegschaft und die Familien Scherrer hiessen ihn anschliessend zur Feier willkommen.

100 Jahre Scherrer Schreinerei

Karl Jungs «Holz-Karriere» begann am 20. April 1965 mit dem Eintritt in die Lehrzeit. Es folgten die Aus- und Weiterbildungen bis zum Schreinermeister. Die Scherrer Schreinerei AG feiert dieses Jahr das 100-Jahr-Jubiläum. Karl Jung war somit während fast der Hälfte der Betriebsgeschichte in der Firma tätig und arbeitete unter drei Eigentümer-Generationen: Grossvater Bernhard, Vater Clemens und Sohn Bernhard Scherrer.

Bernhard Scherrer sprach in seiner Dankesrede von der Handfertigkeit und dem ausserordentlichen Vorstellungsvermögen Jungs. «Er hat seine Möglichkeiten genutzt und sein lösungsorientiertes Arbeiten immer wieder perfektioniert; egal ob es um einen Bodenseeschrank, ein Orgelprospekt oder eine Fassade ging.»

Loyalität und Toleranz

Mit 52 Jahren machte Karl Jung den Schritt in die CNC-Bearbeitung. «Du programmierst sie, und die Maschine arbeitet ohne Widerrede in deiner gewohnt perfekten Qualität. Eigentlich wurdet ihr zu einem idealen Paar», sagte Scherrer weiter.

In den 49 Jahren Betriebszugehörigkeit habe er keinen Monat wegen Krankheit gefehlt. Scherrer lobte die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber, der Toleranz gegenüber den Mitarbeitern sowie den Lehrlingen. Als Überraschungsgeschenk erhielt der frisch Pensionierte eine Hollywood-Schaukel, um darauf mit seiner Frau Esther die freie Zeit zu geniessen. Dazu kann er sich eine Garten-Holzskulptur von Andrea Gotsch aussuchen.

Eines der schönsten Geschenke war die Einladung von Bernhard Scherrer, dass er jederzeit in die Schreinerei kommen und für sich etwas herstellen kann. (rro.)

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