Nach 22 Jahren zu den Altherren

Seit 22 Jahren gehören sie dem Fasnachtskomitee (Fako) Lenggenwil an. Basil Jung hat den Vorsitz inne, Titus Widmer ist Jungs Stellvertreter und Festwirt. Die 33. Lenggenwiler Fasnacht ist ihre letzte als aktive Fako-Mitglieder.

Zita Meienhofer
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Titus Widmer und Basil Jung erzählen von ihrer 22-jährigen Tätigkeit im Fasnachtskomitee Lenggenwil – das Lachen ist ihnen nie vergangen. (Bild: zi.)

Titus Widmer und Basil Jung erzählen von ihrer 22-jährigen Tätigkeit im Fasnachtskomitee Lenggenwil – das Lachen ist ihnen nie vergangen. (Bild: zi.)

Lenggenwil. Schon 1979, als die Lenggenwiler Fasnacht erstmals durchgeführt wurde, waren Basil Jung und Titus Widmer dabei. Titus Widmer, damals zehnjährig, trug am Umzug am Sonntagnachmittag ein Schlumpf-Kostüm. Basil Jung, im zarten Alter von elf Jahren, lief mit der Gruppe «Schöni Lärvli» mit. Am Abend vorher war Maskenball im unteren Teil der «Blättler»-Halle mit Tanz. Organisiert wurde der Fasnachtsanlass von der Jungwacht Lenggenwil.

Anlass wuchs und wuchs

Die Lenggenwiler Fasnacht war in den ersten Jahren ein überschaubarer Dorfanlass, dessen Umzug am Sonntagnachmittag allerdings schon bald etliche Zuschauer aus der umliegenden Region nach Lenggenwil zog. Aber auch die Fasnächtler waren nicht abgeneigt, am Umzug teilzunehmen. Die Strecke ist kurz, es säumte sich schon damals recht viel Publikum am Strassenrand, und die Organisation war – und ist heute noch – unkompliziert. Im Hinblick auf die Fasnacht 1990 übernahmen Basil Jung und Titus Widmer, als damalige Scharleiter der Jungwacht, von Peter Bernhardsgrütter, dem Gründer, die Verantwortung für den Anlass. Mit diesem Wechsel folgte auch ein struktureller Wandel. «Der Anlass wurde immer grösser und wir sahen uns gezwungen ein Fasnachtskomitee zu gründen», erklärt Basil Jung. Sie konnten dafür Rolf Blöchliger, Hugo Jung, Christoph Schwager, Walter Fässler und Hanspeter Künzli gewinnen.

Unternehmen mittlerer Grösse

22 Jahre später gehört die Lenggenwiler Fasnacht zu denjenigen Anlässen, die von Zürich bis ins Rheintal und vom St. Galler Oberland bis ins benachbarte Deutschland einen Namen hat. Fasnachtsgruppen aus der ganzen Schweiz sind regelmässig Gast in Lenggenwil. Rund 250 Helfer arbeiten an den drei Tagen, etwa 20 000 Besucher weilen während dieser Tage in Lenggenwil und es wird ein Betrag von einer Viertel Million Franken umgesetzt.

«Die Veranstaltung ist mit einem mittleren Unternehmen zu vergleichen», erklärt Basil Jung. Der Anlass sei ein grosser Laden geworden, so Jung, aber Titus Widmer und er würden das Fako nicht verlassen, wenn nicht ein strukturierter Betrieb übergeben werden könnte. Nun sei die Zeit gekommen, dass es nahtlos weitergehen könne. Titus Widmer ergänzt: «Zudem gehören wir nicht mehr zu jener Generation, für die diese Abendanlässe geschaffen sind. Es müssen jüngere Leute an die Front, die wissen, was gefragt ist.»

Nach der diesjährigen Fasnacht treten Jung und Widmer ins zweite Glied, werden dann bei den Altherren aktiv. Für Basil Jung gibt es aber noch einen anderen Grund, den Vorsitz in die Hände von Severin Löhrer, seinem Nachfolger, zu übergeben. Es sind die Schnapszahlen: «Im 2011 habe ich 22 Jahre den Vorsitz inne, wird die Fasnacht das 33. Mal durchgeführt und ich werde 44 Jahre alt», sagt er lachend.

Noch nicht fasnachtsmüde

Während Titus Widmer und Basil Jung sich über die Ereignisse der vergangenen zwei Jahrzehnte unterhalten, ist spürbar, dass die beiden nicht fasnachtsmüde sind. Wenn es wohl sein müsste, könnten sie noch einige Jahre länger im Fako mitwirken. Sie verneinen die Frage nicht. Widmer wie Jung nennen die gute Zusammenarbeit innerhalb des Fakos als grösste Motivation. «Wir verbrachten viele gesellige Stunden miteinander, hatten nie Knatsch und auf jeden war verlass», sagt Titus Widmer. Zudem habe er jedes Jahr, wenn im letzten Moment noch Leute gesucht werden musste, Helfer gefunden, so Widmer. Sie kamen, weil sie wussten, dass der Gewinn für die Jugendarbeit genutzt wird. Basil Jung ergänzt, dass sich in all den Jahren nie ein Unfall während den Veranstaltungen ereignet, noch die Polizei auf dem Platz gestanden oder ein Anwohner reklamiert habe. Motiviert hat die beiden Fako-Mitglieder auch die Tatsache, dass die Veranstaltungen beim Publikum ankamen. «Die vielen Leute müssen bewusst nach Lenggenwil fahren, sie können nicht einfach vor die Türe stehen», erklärt Basil Jung. Spontan nach einem unvergesslichen Ereignis gefragt, erwähnt Basil Jung die Witterung: «An 25 von insgesamt 33 Umzügen war es schönes und trockenes Wetter». «T-Shirt-Wetter mit etwa 15 Grad», das wünschen sie sich für ihren letzten Umzug als aktive Fako-Mitglieder. Titus Widmer wird voraussichtlich den ersten Umzug während der vergangenen 21 Jahre miterleben. Bislang hatte er sich am Sonntagnachmittag um die Festwirtschaft im Mehrzweckgebäude zu kümmern. Diese Arbeit wird heuer sein Nachfolger Joel Berger übernehmen – und Widmer erstmals und letztmals auf dem Fako-Wagen mitfahren.

Die Fasnacht Lenggenwil findet vom 25. bis 27. Februar statt.

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