Nach 19 Jahren wieder in der Hauptrunde

Der 2.-Ligist FC Uzwil hat sich dank eines 3:2-Erfolgs in Tägerwilen für die nationale Hauptrunde im Schweizer Cup qualifiziert. Dort winkt ihm ein Super-League-Club als Gegner. Vereinspräsident Robin Keller hätte Freude an einer späten Revanche gegen den FC Zürich.

Simon Dudle/Jan Brühwiler
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Die Uzwiler kämpften sich in Tägerwilen in die Cup-Hauptrunde. (Bild: Jan Brühwiler)

Die Uzwiler kämpften sich in Tägerwilen in die Cup-Hauptrunde. (Bild: Jan Brühwiler)

UZWIL. Was vergangene Saison dem FC Henau geglückt ist, schaffte dieses Mal der FC Uzwil: Die Qualifikation über den Ostschweizer Cup für den nationalen Wettbewerb. Fünf Gegner mussten die Untertoggenburger besiegen – zuletzt am Dienstagabend auswärts Tägerwilen, das vom ehemaligen Uzwiler Trainer Giuliano Tobler gecoacht wird.

Nachdem die Thurgauer kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde durch Tom Wehrle in Führung gegangen waren, folgte prompt eine Reaktion. Elf Minuten später war die Partie gedreht. Zuerst entschied Schiedsrichter Boris Simeon nach einem Foulspiel an David Levi auf Penalty für die Gäste. Captain Yannick Brunner übernahm die Verantwortung und traf gewagt in die rechte obere Ecke. Nur drei Minuten später nutzte Marco Di Nunzio eine kurze Konzentrationsschwäche der Tägerwiler Abwehr und erzielte den Führungstreffer für die Gäste. Kurz nach Wiederbeginn jubelten die Uzwiler erneut über einen Treffer von Brunner, dieses Mal mittels Flachschuss aus rund 20 Metern Distanz erzielt. Da die Gäste in der Folge einige Torchancen ausliessen, blieb Tägerwilen im Spiel und kam gut zehn Minuten vor Schluss nach einem Corner durch Noël Kühne zum Anschlusstreffer. Mehr lag für die Gastgeber aber nicht drin. «Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, mit der Spielweise meiner Mannschaft aber nicht so. Wir haben dieses Spiel über den Kampf gewonnen», sagte Uzwil-Trainer René Benz.

Zehn Gegentore in einem Spiel

Für die Untertoggenburger ist es die erste Qualifikation für den nationalen Bewerb seit 19 Jahren. 1996 war der Nationalliga-A-Vertreter FC Zürich auf die Rüti gereist, um den Uzwilern ein «Stängeli» einzuschenken. Mit dabei waren bei den Zürchern bekannte Akteure wie etwa der schwedische Nationalspieler Tomas Brolin. «Wenn es eine Revanche gäbe, würden wir nicht ablehnen», sagt FC-Uzwil-Präsident Robin Keller, bekennender Sympathisant der Zürcher. Des weiteren stehen St. Gallen und Basel oben auf der Wunschliste. Keller ist sich aber bewusst, dass es bei 63 anderen Mannschaften viel Glück braucht, um einen «Grossen» zu ziehen. Wach sind Erinnerungen an den FC Henau, dem als Zweitligist im vergangenen August in der ersten Runde nicht einmal ein Heimspiel vergönnt war. In der zweiten Runde schied Henau dann gegen Wil knapp aus.

Benz noch ohne Niederlage

Gut möglich, dass Uzwil das Cupspiel als Vertreter der 2. Liga inter austrägt. Noch keines der 19 Pflichtspiele dieser Saison haben die Untertoggenburger verloren. Benz, der die Uzwiler seit vergangenen Sommer trainiert, kennt das Gefühl einer Pflichtspielniederlage also noch nicht. Diese Ausbeute genügt allerdings nicht, um in der 2. Liga die Tabellenführung und somit den Aufstiegsplatz innezuhaben. Der FC Bazenheid hat noch einen Punkt mehr gesammelt.